- 27.11.2003, 09:57:41
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ÖAMTC und VKI: Acht Autos im Crash-Vergleich
Sieben Mal vier Sterne, ein Mal fünf Sterne
Wien (ÖAMTC-Presse) - Acht funkelnagelneuen Auto-Modellen hat in
der jüngsten EuroNCAP-Serie das letzte Stündlein geschlagen. Im
Dienste der Verkehrssicherheit stellten sie ihre Crash-Qualitäten
unter Beweis. Das Ergebnis des aus fünf Fahrzeugklassen bunt
gemischten "Schrott-Haufens" ist insgesamt zufriedenstellend: Sieben
Mal vier Sterne, einmal sogar fünf Sterne für den Minivan Renault
Scénic. "Euphorie kommt aber keine auf. Trotz Verbesserungen gibt es
bei Insassenschutz, Kindersicherheit und Fußgängerschutz noch manches
zu tun", kommentiert ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang die
Crashtest-Ergebnisse.
Gemeinsam mit dem VKI präsentiert der Autofahrerclub, wie wacker
sich die Crashtest-Probanden geschlagen haben: Zwei pfiffige
Kleinwagen (Citroën C2 und Mazda 2), der "kompakte" Audi A3, der
Mazda 6 aus der Mittelklasse, gleich drei Minivans (Renault Scénic,
Renault Kangoo und Ford Focus C-MAX) und der Toyota Previa aus der
Klasse der Vans. Erstmals gab es auch Sterne für die Kindersicherheit
im Auto - nur selten aber ein Ergebnis, auf das man auch stolz sein
darf. Zwei weitere bereits früher gecrashte Autos - der VW Touran und
der Jeep Cherokee - besserten ihr Ergebnis nachträglich mit dem
Einbau von Seatbelt-Remindern (Intelligente Gurtanlege-Erinnerung)
auf.
Citroën C2, Mazda 2: Trendige City-Cars, die passable
Sicherheit bieten
Der C2, neuer pfiffiger Stadtflitzer aus dem Hause Citroën, fuhr
beim Crashtest 29 Punkte und somit solide vier Sterne ein. Im
Frontcrash (13 Punkte) waren Fahrer und Beifahrer gut geschützt.
"Aber wie bei jedem kleinen Wagen ist es schwer, Raum für den
vollständigen Schutz der Knie des Fahrers zu finden", erläutert Lang
eine Schwachstelle. Beim Seitenaufprall arbeiteten die im Sitz
integrierten Seiten-Airbags gut. Die Crashtest-Experten honorierten
das mit 14 Punkten für die Seitensicherheit. Einen Zusatzpunkt
brachte der Seatbelt-Reminder auf dem Fahrersitz. Hinter Citroën
Pluriel und Toyota Yaris reiht sich der kleine C2 auf dem dritten
Rang in der Liste der gecrashten Kleinwagen ein.
Zweiter Kleinwagen in dieser Crashtest-Serie war der Mazda 2, der
mit insgesamt 25 Punkten ebenfalls vier Sterne erzielte und sich im
Ranking im unteren Drittel einreihte. Beim Frontcrash (11 Punkte)
blieb die Fahrgastzelle zwar stabil, die Brustbelastungen für den
Beifahrer waren aber relativ hoch. Obwohl der Mazda 2 in der
Basisversion über keine serienmäßigen Seiten-Airbags verfügt, bot er
im Seitenaufprall genügend Schutz. Für den Fahrer bestand
Verletzungsgefahr, ausgehend von der Armlehne und durch die
eindringende Tür und Türverkleidung. 14 Punkte erhielt der Mazda 2
für seine Seitensicherheit.
Audi A3 reiht sich bei den Kompakten auf Platz drei ein
Der neue Audi A3 erreichte 29 Punkte (vier Sterne) und reihe sich
im Ranking der Kompaktklasse auf dem dritten Platz ein. Die stabile
Fahrgastzelle des Audi stellt den Insassen einen nahezu
uneingeschränkten Überlebensraum zur Verfügung und liefert zusammen
mit dem gut abgestimmten Rückhaltesystem ein überzeugendes
Sicherheitskonzept. "Wertvolle Punkte büßt das neue A3-Modell
aufgrund von scharfkantigen Teilen im Bereich der
Lenksäulen-Verkleidung ein", kritisiert Lang. Im Frontcrash (12
Punkte) erwies sich die Fahrgastzelle als formstabil, in der
Seitensicherheit brachte es der A3 sogar auf alle 18 maximal
erreichbaren Punkte.
Mittelmäßiges Mittelklasse-Auto Mazda 6
Mit 26 Punkten und somit vier Sternen ist der Mazda 6 im Ranking
der Mittelklasse im unteren Drittel zu finden. Der Frontcrash brachte
elf Punkte: Verletzungsgefahr besteht vor allem durch die hohe
Krafteinwirkung auf die Brust des Fahrers. Harte Stellen unter dem
Lenkrad stellen außerdem ein Risiko für Knie- und
Oberschenkel-Verletzungen beim Fahrer dar. Wertvolle Punkte büßte der
Mazda 6 ein, weil beim Frontcrash der Fußraum des Fahrers aufgerissen
wurde. Passable Leistung mit 15 Punkten im Seitenaufprall: Das
wirkungsvolle Seitenaufprall-Schutzsystem beinhaltet im Sitz
integrierte Seiten- und Kopfairbags.
Renault Scénic als Shootingstar unter den Minivans
Er ist nach EuroNCAP-Erkenntnissen der sicherste in der boomenden
Minivan-Klasse. Als erstes Auto erreichte der Renault Scénic mit 34
Punkten fünf Sterne für den Insassenschutz. Beim Frontcrash (15
Punkte) erwies sich der Fahrgastraum als formstabil. Es wurden viele
Anstrengungen unternommen, um Knie und Oberschenkel des Fahrers
maximal zu schützen. Die Front-Airbags entfalteten sich in
Abhängigkeit von Unfallschwere, Größe und Gewicht des Fahrers. Die
erhöhte Brustbelastung des Fahrers kostete im Frontcrash allerdings
einen Punkt. In der Seitensicherheit fuhr der Renault Scénic dafür
aber alle 18 Punkte ein. Ein Seatbelt-Reminder am Fahrersitz bessert
das Ergebnis nochmals um einen Punkt auf.
Knapp vorbei am fünften Stern ging der Focus C-MAX von Ford. Mit
31 Punkten schnitt der Minivan zwar absolut zufriedenstellend ab, im
Crashtest offenbarte sich aber die ein oder andere Schwachstelle:
Unnachgiebige Stellen hinter dem Armaturenbrett haben bei einem Crash
erhöhtes Verletzungsrisiko für den Fahrer zur Folge. Dennoch blieb im
Crash die Karosserie stabil, die Deformierungen um Türschweller und
A-Säulen waren nur gering und die Insassen waren insgesamt gut
geschützt. 13 Punkte erhielt der Focus für seine Frontsicherheit, 17
in der Seitensicherheit, einen Zusatzpunkt gibt es für den
Seatbelt-Reminder am Fahrersitz.
Deutlich hinter seinem Werkskollegen Scénic liegt der Renault
Kangoo mit 26 Punkten (vier Sternen). Hier haperte es im Frontcrash
(12 Punkte) vor allem an der stark deformierten Karosserie. Obwohl
Rückhaltesystem und Airbags gut funktionierten, bestand für den
Fahrer durch Beschädigungen an der Karosserie das Risiko von
Brustverletzungen. Beim Seitenaufprall (13 Punkte) war der Schutz der
Insassen beeinträchtigt, weil die Türsäule auf der Fahrerseite stark
in die Fahrgastzelle eingedrungen ist. Der Seatbelt-Reminder am
Fahrersitz brachte wiederum einen Zusatzpunkt.
Toyota Previa fährt solide vier Sterne bei den Vans ein
Ein Van stand diesmal auf der Crashbahn: Der Toyota Previa brachte
es auf 28 Punkte (vier Sterne) und reiht sich mit einem deutlichen
Punkterückstand auf die Klassenbesten Renault Espace (35 Punkte) und
Peugeot 807 (33 Punkte) auf dem dritten Rang ein. Beim Frontcrash
waren die Brustbelastungen des Fahrers relativ hoch. Außerdem
riskieren Fahrer und Beifahrer durch harte Stellen hinter dem
Armaturenbrett bei einem "Frontalen" Verletzungen an den Beinen -
Fazit: 12 Punkte. Im Seitenaufprall erzielte der Previa mit 15
Punkten ein gutes Ergebnis. Zwei Punkte gab es außerdem für
Seatbelt-Reminder am Fahrer- und Beifahrersitz.
Aufgewertet dank Seatbelt-Reminder
Wegen der europaweit hohen Quoten nicht angeschnallter
Autoinsassen wird von EuroNCAP der Einbau "intelligenter optischer
und akustischer" Sicherheitsgurt-Erinnerungssysteme forciert und
bewertet. Bis zu drei Zusatzpunkte bekommen daher Fahrzeuge, die
serienmäßig über sogenannte "Seat-Belt-Reminder" verfügen - je einen
für Fahrer-, Beifahrer- und Rücksitz.
Zwei bereits früher gecrashte Fahrzeugmodelle haben jüngst dank
Seatbelt-Reminder ihre Sicherheitsbewertung verbessert: Seit November
rüstet VW seinen Minivan Touran mit einem Seatbelt-Reminder fürs
Gurt-anlegen auch am Beifahrersitz auf. Das Auto wird somit von 32
auf 33 Punkte aufgewertet und erhält nachträglich auch den
"heißersehnten" fünften Stern. Offroader Jeep Cherokee wird seit
August mit einem Seatbelt-Reminder für den Fahrersitz ausgerüstet.
Ein Faktum, das nicht unbelohnt bleibt: Mit einem Punkt mehr in der
Sicherheitsbewertung, von 24 auf 25, schafft der Cherokee den Sprung
zum Vierstern-Auto.
Die detaillierten Ergebnisse des Crashtests gibt es auf der
ÖAMTC-Homepage unter http://www.oeamtc.at/ sowie unter
http://www.konsument.at/.
Aviso an die Redaktionen:
Fotomaterial und Grafiken zum aktuellen Crashtest finden sich im
ÖAMTC-Foto-Service, abrufbar auf der Homepage des Clubs unter
http://www.oeamtc.at/presse/.
(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger
OTS0056 2003-11-27/09:57
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