• 26.11.2003, 12:47:57
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Arbeitsmärkte von Westungarn und Wien rücken zusammen

Grenzüberschreitende Kooperationen für Wirtschaftswachstum und soziale Stabilität

Wien (OTS) - Mit dem EU-Beitritt unseres 'alten' neuen Nachbarn am
1. Mai 2004 wird die wirtschaftliche Verflechtung zwischen Österreich
und Ungarn noch enger. Dabei wachsen auch die beiden Arbeitsmärkte
zusammen. Auf einer bilateralen Konferenz zwischen Wiener und
ungarischen ExpertInnen wurde nun der Startschuss für gemeinsame
arbeitsmarktpolitische Projekte gesetzt. Das INTERDISK-Netzwerk für
den 21. und 22. Wiener Bezirk setzte die Initiative zu dieser
verstärkten Koordination.

An der Tagung nahmen VertreterInnen von ungarischen Einrichtungen
wie den Komitatsregierungen, der Arbeitsmarktverwaltung, der
Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung der Komitate Vas,
Györ-Moson-Sopron und Zala sowie regionale Entwicklungsagenturen
teil. Gemeinsam mit österreichischen Partnerorganisationen sowie dem
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), den
Bezirksvorstehern, dem AMS und der Wirtschaftskammer Wien wurden bei
dieser ersten regionalen Arbeitstagung in Wien Erfahrungen
ausgetauscht und die Möglichkeiten für betriebliche Kooperationen
sowie für die Qualifizierung von Arbeitskräften in beiden Ländern
ausgelotet. In einem weiteren Schritt sollen zukünftige Strategien
entwickelt werden, um gemeinsam von der EU geförderte Projekte
realisieren zu können.

Schwerpunkt der Tagung zwischen Wien und Westungarn war die
Festlegung der Themen für gemeinsame Projekte in der
Arbeitsmarktpolitik. Dabei wurde festgestellt, dass die Unternehmen
in beiden Ländern zu wenig über die sich ihnen bietenden
Möglichkeiten wissen. Dazu die Geschäftsführerin der waff
Programm-Management GmbH, Dr. Erika Hess: "INTERDISK bietet sich als
Drehscheibe für den Informationsaustausch an, damit Unternehmen
leichter in der jeweils anderen Region wirtschaftlich Fuß fassen
können. Ziel ist es, dass durch die Kooperation in beiden Regionen
mehr Arbeitsplätze entstehen."

Mag. Peter Huber, Arbeitsmarktexperte des WIFO, sieht derzeit
keine gravierenden Auswirkungen des EU-Beitritts auf den Wiener
Arbeitsmarkt und meint, dass "die öffentliche Diskussion sachlicher
werden muss, weil sonst die Angst viele Chancen für eine gemeinsame
Entwicklung dieser Arbeitsmärkte verringert." Der Schwerpunkt beider
Länder, deren Unternehmen ähnliche Strukturen aufweisen, müsse auf
Qualifizierung der MitarbeiterInnen liegen, da weder Ungarn noch
Österreich mit Billiglohnländern konkurrieren könnten.

Die INTERREG Programme

Die Gemeinschaftsinitiative INTERREG des Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (EFRE) hat die Stärkung des wirtschaftlichen
und sozialen Zusammenhalts in der EU durch die Förderung der
Zusammenarbeit zum Ziel. INTERREG verfügt über einen EU-weiten
Gesamthaushalt von EUR 4,875 Milliarden. In Österreich werden
insgesamt sieben INTERREG transnationale Programme umgesetzt, vier
davon mit Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien, um den
Herausforderungen und Möglichkeiten der EU-Erweiterung gerecht zu
werden.

In den letzten Jahren wurden zwischen Österreich und den Komitaten
Vas, Györ-Moson-Sopron und Zala zahlreiche Projekte abgewickelt, die
sich mit der regionalen Entwicklung und Planung, der technischen
Infrastruktur, der wirtschaftlichen Entwicklung, der Qualifizierung
von Arbeitskräften sowie dem Umwelt- und Naturschutz befassen.

Über INTERDISK

Das ID-Netzwerk 21+22 ist eine Initiative, in dem die
Bezirksvorsteher von Floridsdorf, Heinz Lehner und Donaustadt, Franz
Karl Effenberg, der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff),
der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), die Arbeiterkammer
Wien, die Wirtschaftskammer Wien und das Arbeitsmarktservice Wien
gemeinsam Projekte zur Förderung des lokalen Wirtschafts- und
Arbeitsmarktes sowie zur Vernetzung mit den nordöstlichen
Nachbarländern initiieren.

Das vom ID-Netzwerk 21+22 organisierte Treffen dient dem Aufbau
einer langfristigen Kooperation zwischen Wien-Nord und Westungarn, um
mit Hilfe von EU-Mitteln Wirtschaft und Arbeitsmarkt in dieser Region
nachhaltig zu fördern.

In den ID-Netzwerken kooperieren Organisationen, die an der
Stärkung der lokalen Arbeitsmärkte in den Bezirken arbeiten. Der waff
koordiniert diese Netzwerke. Ein ID-Netzwerk umfasst mehrere Bezirke.
Finanziert werden die Netzwerke vom BMWA mit Mitteln des ESF. Details
dazu auf www.interdisk.at.

Pressefotos der Tagung auf http://www.interdisk.at

OTS0207    2003-11-26/12:47

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