- 26.11.2003, 12:31:36
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Wiener Gemeinderat (3)
Aktuelle Stunde
Wien (OTS) - Sie unterstütze vollinhaltlich die Ansichten ihrer
Grünen Kollegin Jerusalem, sagte StR. Mag. Maria Vassilakou (Grüne).
Sie wandte sich gegen die Verunglimpfung von Schwarzafrikanern. Sie
verwahrte sich dagegen, dass Politiker und Medien immer wieder
behaupten, dass Schwarzafrikaner an der Drogenszene in Wien schuld
seien. Die Drogenpolitik und die Asylpolitik schaffe einen neuen
Rassismus, das könne nicht akzeptiert werden.
GR Georg Fuchs (ÖVP) meinte, es gebe keine "kleinen Dealer",
denn diese verursachten großes Leid bei Eltern und Kindern. Das
Dealerunwesen müsse konsequent bekämpft werden, und es sei beginnt,
dass zwei Drittel der Dealer Schwarzafrikaner seien. Die Polizei habe
in letzter Zeit bestens gearbeitet. Die Stadt Wien sollte die Zahl
der Streetworker erhöhen.
Nicht jeder Schwarzafrikaner sei ein Drogendealer, sagte GR
Heinz Christian Strache (FPÖ), aber 60 Prozent der verhafteten Dealer
seien Schwarzafrikaner. Es gebe einen Asylmissbrauch, die Stadt
verharmlose die Lage. Seine Fraktion trete dafür ein, die Dealer zu
bestrafen, ausländische Drogendealer müssten auch abgeschoben werden.
Das Drogenproblem ist nach Ansicht der Sozialdemokraten ein
multifunktionales Problem und müsse daher vielfältig angegangen
werden, sagte GR Dr. Claudia Laschan (SPÖ). Die Wiener Drogenpolitik
stehe auf breiter Basis, sie setze auf Prävention und
niederschwellige Betreuung. Es gebe genügend Therapieplätze.
Wegsperren der Suchtkranken sei der falsche Weg.
Mozartjahr 2006
GR Marianne Klicka (SPÖ) stellte den Antrag, den Aufgabenbereich
des Unternehmens Vereinigte Bühnen Wiens im Sinne des
Motivenberichtes zu erweitern und zur Vorbereitung der inhaltlichen
und organisatorischen Schwerpunkte des Mozartjahres 2006 eine
Intendanz einzurichten.
Das Mozartjahr müsse mehr sein, als ein seelenloses Abspielen
des Köchl-Verzeichnisses, sagte GR Mag. Marie Ringler (Grüne). Es
gelte, die große Chance für die Stadt zu nutzen, es darf kein
Eventspektakel werden, auch kein reines Tourismusereignis. Mozartjahr
müsse auch mehr sein, als das "Mozartkugel-Klischee". Sie forderte,
aus dem klassischen Zentrum der Stadt hinauszugehen, auch in die
Vorstädte, den Bürgern die Schwellenängste zu nehmen, auch die
Sozialschwellenängste abzubauen. 65 Euro für eine Eintrittskarte
würde viele sozial Schwache daran hindern, am Kulturleben
teilzunehmen. Sie wünschte dem vorgesehenen Intendanten Dr. Peter
Marboe viel Erfolg bei seiner Arbeit und forderte gleichzeitig, im
Rahmen des Kulturausschusses ausreichend informiert zu werden. Sie
bedauerte, dass es bei den Vereinigten Bühnen keine Transparenz gebe.
Die Bestellung von Dr. Peter Marboe sei ein ermutigendes Signal
seitens der absoluten Macht der SPÖ, sagte GR DDr. Bernhard Görg
(ÖVP). Er freue sich darüber, dass einem ÖVPler diese Aufgabe
übertragen worden ist. Die Bestellung sei auch eine Anerkennung für
die Arbeit, die Marboe geleistet habe. Als früherer ÖVP-Obmann habe
er, Görg, manchmal auch Differenzen mit Marboe gehabt, als Mensch
habe er ihn aber immer akzeptieren können. Marboe habe immer
versucht, die Sehnsucht des Menschen nach Kultur zu stillen, bei
aller Sanftmut habe er für seine Ideen immer gekämpft und er habe die
Fähigkeit besessen, für die Künstler zu arbeiten, ohne Versuch, diese
zu instrumentalisieren. (Forts.) fk/vo
OTS0193 2003-11-26/12:31
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