• 26.11.2003, 11:28:08
  • /
  • OTS0137 OTW0137

AK-Kalliauer: Steuerreform muss Arbeitnehmer kräftig entlasten!

Linz (OTS) - Dass Klein- und Mittelverdiener in Österreich
entlastet werden müssen, machte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer
heute bei einer Pressekonferenz in Linz deutlich: "Die
Lohnsteuerbelastung der Klein- und Mittelverdiener erreicht
Rekordwerte. Gleichzeitig wird laut über die Senkung der
Gewinnsteuern nachgedacht - ein Humbug!"

Die Lohnsteuersenkung 2004 bezeichnete Kalliauer als
Etikettenschwindel, 70 Prozent der Arbeitnehmer hätten durch die
gleichzeitige Erhöhung von Mineralölsteuer und Erdgassteuer nichts
davon. Von den seit 2000 beschlossenen Belastungen werden die Klein-
und Mittelverdiener am stärksten betroffen. Insgesamt werden die
Arbeitnehmer jährlich bereits mit über 1,8 Mrd. Euro durch
Steuererhöhungen und Kürzungen von Sozialleistungen (ohne
Pensionsmaßnahmen) belastet.

Für eine Lohnsteuersenkung bei den Klein- und Mittelverdienern
spricht die dadurch gestärkte Kaufkraft, was zur Überwindung der
derzeitigen Wirtschaftsflaute wichtig ist. "Eine Senkung des
Spitzensteuersatzes der Lohn- und Einkommensteuer wäre dagegen
ungerecht und würde konjunkturpolitisch auch nicht helfen", stellt
Kalliauer klar.

Plänen, die Gewinnbesteuerung in Österreich weiter zu senken,
erteilt Kalliauer eine eindeutige Anfuhr: Österreich liegt mit 34
Prozent bei der Körperschaftsteuer im Mittelfeld der
Industriestaaten. Im internationalen Vergleich ist die tatsächliche
Steuerbelastung von Gewinnen in Österreich geringer. So wird in einer
neuen Studie der Europäischen Kommission festgestellt, dass
Österreich mit 18 Prozent tatsächliche Gewinnsteuerlast sehr günstig
liegt. Eine weitere Senkung wäre auch aus Sicht des Standortes ein
unnötiges Steuergeschenk an wenige Großunternehmen.

AK-Präsident Kalliauer fordert deshalb unter anderem eine kräftige
Lohnsteuersenkung von 780 Euro für Bezieher kleiner und mittlerer
Einkommen und eine Erhöhung der Negativsteuer für Niedrigstverdiener
sowie die Einführung einer Vermögenssteuer auf große Privatvermögen
über 400.000 Euro. Geld für die Staatskasse sei auch durch die
stärkere Bekämpfung der Steuerhinterziehung und des Sozialbetrugs
durch die Unternehmer und die Eintreibung der Steuerschulden zu
holen. "Hier muss die Bundesregierung nach vielen Worten endlich
tätig werden", so der AK-Präsident.

OTS0137    2003-11-26/11:28

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel