Frad: Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen nicht allein Aufgabe der Ärzte

Hauptverbands-Präsident Frad fordert unabhängige Erstellung und Kontrolle von Qualitätsstandards im Gesundheitswesen

Wien (OTS) - Eine von Ärztekammer und Sozialversicherung unabhängige Qualitätssicherung, fordert der Präsident des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger Herwig Frad, angesichts des Beginns der parlamentarischen Beratungen zur 61. ASVG-Novelle und zum Ärztegesetz.

Entsprechende Qualitätsstandards für Ärzte - insbesondere für niedergelassene Vertragsärzte - sind ehestens zu erstellen und ständig zu evaluieren.

Frad: "Es kann nicht sein, dass sich die Ärztekammer mit der Gründung eines Vereins zur Qualitätssicherung selbst kontrolliert und so für Millionen Krankenversicherte und damit für alle Patienten ein wichtiges Anliegen quasi in den Händen eines Vereines liegt". Tatsache ist, dass der Gesetzgeber bereits im § 343 Absatz 5 ASVG regelmäßige Qualitätskontrollen von Arztpraxen mit entsprechenden Sanktionen beschlossen hat, die entsprechende Gesetzespassage aber bisher deswegen noch nicht in Kraft getreten ist, weil die Ärztekammer seit 1. Juli 2002 nicht in der Lage ist, entsprechende Qualitätsstandards auszuarbeiten.

Frad: "Der Hauptverband und das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen warten bereits seit über einem Jahr auf die Vorlage der von der Ärztekammer zu erstellenden Qualitätsstandards." Stattdessen sollen nun die Qualitäts-Richtlinien für niedergelassene Ärzte nach den Vorstellungen der Ärztekammer von einem Verein erstellt und in einer Novelle zum Ärztegesetz geregelt werden. Frad: "Es ist völlig verfehlt, die Qualitätssicherung in Arztpraxen nur allein der Ärztekammer zu überlassen".

Die enormen Herausforderungen im Gesundheitswesen durch den medizinisch - technischen Fortschritt und die demografische Entwicklung werden wir nur durch mehr Wettbewerb aller Leistungsanbieter und unabhängige Kontrolle bewältigen können. Gerade weil medizinische Leistungen für den Einzelnen sehr wichtige Dienstleistungen sind, müssen sie auch und nicht zuletzt aus der Sicht der Patienten beurteilt werden.

Eine Bevorzugung des Ärztestandes in der Gesetzgebung ist in der heutigen Zeit weder zeitgemäß noch sinnvoll. Versicherte und Patienten müssen viel mehr als Hauptbetroffene im Mittelpunkt aller gesundheitspolitischen Initiativen stehen. Die Bundesregierung ist daher gut beraten sich an ihr eigenes Regierungsprogramm aus dem Jahre 2003 zu halten: "Die Förderung eines partnerschaftlichen Verhältnisses zwischen Patienten und Leistungsanbietern soll durch Verstärkung der Patientenrechte, Mitverantwortung und Mitbestimmung des Patienten erreicht werden", schloss Frad.

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