ARBÖ: Ein Drittel der Kindersitze sind ohne Mindestnorm

Jedes fünfte Kind ist im Kindersitz nicht richtig angegurtet

Wien (OTS) - Die Qualität der Kindersitze lässt zu wünschen übrig. Knapp ein Drittel der Kindersitze (31 Prozent) entsprechen nicht einmal der EU-Mindestnorm, sondern haben völlig veraltete oder gar keine Normen. Das zeigt die Endauswertung des ARBÖ-Kindersitztests, der von September bis Oktober in allen 94 ARBÖ-Prüfzentren durchgeführt wurde. Sehr pragmatisch wurde dabei kontrolliert, ob Kindersitze und Babyliegeschalen im Auto am richtigen Platz befestigt und mitgeführte Kinder korrekt angegurtet waren.

Nur 69 Prozent der kontrollierten Kindersitze entsprachen der aktuellen EU-Mindestnorm ECE 44/037. "Hier wird am falschen Eck gespart", bedauert Wilhelm Patzold, Leiter des ARBÖ-Informationsdienstes. Neben der Qualität des Sitzes hapert es auch an der Qualität des Anschnallens. Patzold: "21 Prozent der Kinder sind im Sitz nicht richtig angegurtet." Der Hauptfehler dabei:
Die Gurte sitzen zu locker oder sind auf der falschen Höhe eingestellt. Auch bei Kindersitzen nach dem ISO-Fix-System wurden Mängel festgestellt: nur 10 Prozent der Sitze waren mit dem Auto fest verankert.

Geradezu lebensgefährlich ist, wie berichtet, der Leichtsinn beim Transport von Babys. Ein Drittel der am Beifahrersitz in einer Babyliegeschale transportierten Kleinkinder ist lebensgefährlich unterwegs, weil gleichzeitig auch noch der Beifahrer-Airbag aktiviert ist: Weil gegen die Fahrtrichtung positioniert, befindet sich der Kopf des Babys ganz in der Nähe des Airbag, so dass bei einem Unfall dem Baby zusätzliche Verletzungen durch den herausspringenden Airbag drohen. Dabei ist es in Österreich schon seit zehn Jahren verboten (Erlass vom 24. November 1993), Babyliegeschalen am Beifahrersitz bei nicht deaktivierten Beifahrer-Airbag zu montieren. Und bereits seit 1997 wird den Autoherstellern gesetzlich vorgeschrieben, einen entsprechenden Hinweis anzubringen, der vor der Verwendung von Babyliegeschalen bei aktivierten Airbag warnt.

Info-Flyer zu den wichtigsten Bestimmungen rund um Kindersicherheit

Die wichtigsten Grundregeln bei Babyliegeschalen und Kindersitzen sind in einem ARBÖ-Flyer zusammengefasst, der in allen Prüfzentren aufliegt.

ARBÖ-Tipps zur Kindersicherheit

Beim Kauf von Kindersitzen:
* Erkundigen, welche Kindersitze fürs eigene Auto geeignet sind bzw. empfohlen werden.
* Prüfen, ob das eigene Auto ein ISO-fix-System hat, das Kindersitz und Auto fix verbindet.
* Kindersitz nur nach der neuesten ECE-Prüfnorm (derzeit 44/03) kaufen.
* Kindersitz auf Alter, Gewicht und Größe des Kindes abstimmen. Nehmen Sie Auto und Kind beim Kauf mit!
* Einbau des Sitzes und richtiges Angurten des Kindes zeigen lassen (im eigenen Auto).

Beim Einbau des Kindersitzes ins Auto:
* Je fester Sitz und Fahrzeug verbunden sind, desto wirksamer ist der Schutz.
* Gurte möglichst straff ziehen, falls kein starre Verankerung (ISOFIX) möglich.
* Auf die richtige Gurtführung achten.
* Keinesfalls eigene "Befestigungen" oder "Verbesserungen" konstruieren.

Beim Angurten des Kindes:
* Gurte möglichst eng am Köper des Kindes führen (nach einer Weile allenfalls Nachziehen).
* Auf korrekte Gurtführung achten und Gurtbänder nicht verdrehen. * Beckengurt unbedingt auf Beckenhöhe einstellen (nicht bis zum Bauch).
* Schultergurt über der Schulter laufen lassen (nicht: unter dem Arm) und nie nahe am Hals.

Durch das richtige Angurten haben Kinder eine siebenmal so hohe Chance, einen Unfall unverletzt zu überstehen.

Rückfragen & Kontakt:

ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: ++43-1-891 21 / 280
presse@arboe.at
Internet: http://www.arboe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR0001