• 25.11.2003, 10:15:57
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ARBÖ: Ein Drittel der Kindersitze sind ohne Mindestnorm

Jedes fünfte Kind ist im Kindersitz nicht richtig angegurtet

Wien (OTS) - Die Qualität der Kindersitze lässt zu wünschen übrig.
Knapp ein Drittel der Kindersitze (31 Prozent) entsprechen nicht
einmal der EU-Mindestnorm, sondern haben völlig veraltete oder gar
keine Normen. Das zeigt die Endauswertung des ARBÖ-Kindersitztests,
der von September bis Oktober in allen 94 ARBÖ-Prüfzentren
durchgeführt wurde. Sehr pragmatisch wurde dabei kontrolliert, ob
Kindersitze und Babyliegeschalen im Auto am richtigen Platz befestigt
und mitgeführte Kinder korrekt angegurtet waren.

Nur 69 Prozent der kontrollierten Kindersitze entsprachen der
aktuellen EU-Mindestnorm ECE 44/037. "Hier wird am falschen Eck
gespart", bedauert Wilhelm Patzold, Leiter des
ARBÖ-Informationsdienstes. Neben der Qualität des Sitzes hapert es
auch an der Qualität des Anschnallens. Patzold: "21 Prozent der
Kinder sind im Sitz nicht richtig angegurtet." Der Hauptfehler dabei:
Die Gurte sitzen zu locker oder sind auf der falschen Höhe
eingestellt. Auch bei Kindersitzen nach dem ISO-Fix-System wurden
Mängel festgestellt: nur 10 Prozent der Sitze waren mit dem Auto fest
verankert.

Geradezu lebensgefährlich ist, wie berichtet, der Leichtsinn beim
Transport von Babys. Ein Drittel der am Beifahrersitz in einer
Babyliegeschale transportierten Kleinkinder ist lebensgefährlich
unterwegs, weil gleichzeitig auch noch der Beifahrer-Airbag aktiviert
ist: Weil gegen die Fahrtrichtung positioniert, befindet sich der
Kopf des Babys ganz in der Nähe des Airbag, so dass bei einem Unfall
dem Baby zusätzliche Verletzungen durch den herausspringenden Airbag
drohen. Dabei ist es in Österreich schon seit zehn Jahren verboten
(Erlass vom 24. November 1993), Babyliegeschalen am Beifahrersitz bei
nicht deaktivierten Beifahrer-Airbag zu montieren. Und bereits seit
1997 wird den Autoherstellern gesetzlich vorgeschrieben, einen
entsprechenden Hinweis anzubringen, der vor der Verwendung von
Babyliegeschalen bei aktivierten Airbag warnt.

Info-Flyer zu den wichtigsten Bestimmungen rund um
Kindersicherheit

Die wichtigsten Grundregeln bei Babyliegeschalen und Kindersitzen
sind in einem ARBÖ-Flyer zusammengefasst, der in allen Prüfzentren
aufliegt.

ARBÖ-Tipps zur Kindersicherheit

Beim Kauf von Kindersitzen:
* Erkundigen, welche Kindersitze fürs eigene Auto geeignet sind bzw.
empfohlen werden.
* Prüfen, ob das eigene Auto ein ISO-fix-System hat, das Kindersitz
und Auto fix verbindet.
* Kindersitz nur nach der neuesten ECE-Prüfnorm (derzeit 44/03)
kaufen.
* Kindersitz auf Alter, Gewicht und Größe des Kindes abstimmen.
Nehmen Sie Auto und Kind beim Kauf mit!
* Einbau des Sitzes und richtiges Angurten des Kindes zeigen lassen
(im eigenen Auto).

Beim Einbau des Kindersitzes ins Auto:
* Je fester Sitz und Fahrzeug verbunden sind, desto wirksamer ist der
Schutz.
* Gurte möglichst straff ziehen, falls kein starre Verankerung
(ISOFIX) möglich.
* Auf die richtige Gurtführung achten.
* Keinesfalls eigene "Befestigungen" oder "Verbesserungen"
konstruieren.

Beim Angurten des Kindes:
* Gurte möglichst eng am Köper des Kindes führen (nach einer Weile
allenfalls Nachziehen).
* Auf korrekte Gurtführung achten und Gurtbänder nicht verdrehen.
* Beckengurt unbedingt auf Beckenhöhe einstellen (nicht bis zum
Bauch).
* Schultergurt über der Schulter laufen lassen (nicht: unter dem Arm)
und nie nahe am Hals.

Durch das richtige Angurten haben Kinder eine siebenmal so hohe
Chance, einen Unfall unverletzt zu überstehen.

OTS0072    2003-11-25/10:15

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR

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