AKNÖ-Staudinger: Jobinitiative der Regierung - Ein Tropfen auf den heißen Stein

Lehrlingsausbildung muss unbedingt reformiert werden

„Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein bei einem Stand von 65.000 Jugendlichen ohne Arbeit und Ausbildungsplatz erst ab 2004 zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für 5.000 Junge zu schaffen“, nimmt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger zur geplanten Job-Initiative der Regierung Stellung.
Lang ist´s her – 1999, dass Niederösterreich auf die geringste Jugendarbeitslosigkeit unter den mehr als 200 Regionen innerhalb der Europäischen Union stolz sein durfte: Nach einer aktuellen Studie von Eurostat hat Niederösterreich diese Spitzenposition längst verloren. Ende Oktober waren 1.140 Lehrstellensuchende und 286 offene Lehrstellen beim AMS NÖ gemeldet. Nicht mitgerechnet sind dabei jene Jugendlichen, die gerade AMS-Lehrgänge besuchen. Insgesamt gesehen waren in Niederösterreich im Oktober 9.500 Jugendliche zwischen 15 und 24 ohne Beschäftigung. Das bedeutet gegenüber dem Jahr 2000 eine Steigerung von 67 Prozent.

Ein negativer Trend, der nun auch die ländlichen Gebiete erfasst. In Gänserndorf etwa gibt es für 89 Lehrstellensuchende gerade mal 6 Lehrstellen. Die Wirtschaft bildet immer weniger Lehrlinge aus, verlangt aber gleichzeitig nach Fachkräften.

Lehrlingsausbildung muss reformiert werden

„Die bewährte Kombination von Ausbildung in einem Betrieb und in der Berufsschule muss entstaubt werden. Wir brauchen unbedingt eine Reform der dualen Berufsausbildung“, fordert AKNÖ-Präsident Staudinger.
· Durch Schaffung von Flächenlehrberufen soll es eine breitere Ausbildung und mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt für Jugendliche geben: Eine oder mehrere zusätzliche Lehrabschlussprüfungen werden nur mit einem Fachgespräch absolviert, etwa in der Metalltechnik oder in den administrativen kaufmännischen Lehrberufen.

· Betriebe sollen sich verstärkt zu Ausbildungsverbünden zusammenschließen. · Der vom NÖ Landtag bereits im Juni 2002 als Resolution

beschlossene Lastenausgleich, der eine gezielte Förderung von Betrieben mit Lehrlingsausbildung vorsieht, muss endlich umgesetzt werden: Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, sollen nicht nur – wie bisher – steuerliche Vorteile genießen, sondern von Betrieben, die keine Lehrlinge ausbilden, aber ausgelernte Facharbeiter anstellen, über den Weg eines Lastenausgleichsfonds Geld bekommen.
· Alle niederösterreichischen Berufsschulen müssen auch Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung anbieten und mehr Fremdsprachenkompetenz vermitteln. Außerdem soll für alle Lehrlinge an der Berufsschule die Möglichkeit bestehen, den Computerführerschein (ECDL) zu absolvieren.

„Eine abgeschlossene und qualifizierte Berufsausbildung ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Wir tun uns nichts Gutes, wenn wir der nächsten Generation diese Chance nicht ermöglichen“, warnt Staudinger abschließend.(Schluss)

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