• 25.11.2003, 09:56:45
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AKNÖ-Staudinger: Jobinitiative der Regierung - Ein Tropfen auf den heißen Stein

Lehrlingsausbildung muss unbedingt reformiert werden

„Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein bei einem Stand von 65.000
Jugendlichen ohne Arbeit und Ausbildungsplatz erst ab 2004
zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für 5.000 Junge zu
schaffen“, nimmt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger zur geplanten Job-
Initiative der Regierung Stellung.
Lang ist´s her – 1999, dass Niederösterreich auf die geringste
Jugendarbeitslosigkeit unter den mehr als 200 Regionen innerhalb der
Europäischen Union stolz sein durfte: Nach einer aktuellen Studie
von Eurostat hat Niederösterreich diese Spitzenposition längst
verloren. Ende Oktober waren 1.140 Lehrstellensuchende und 286
offene Lehrstellen beim AMS NÖ gemeldet. Nicht mitgerechnet sind
dabei jene Jugendlichen, die gerade AMS-Lehrgänge besuchen.
Insgesamt gesehen waren in Niederösterreich im Oktober 9.500
Jugendliche zwischen 15 und 24 ohne Beschäftigung. Das bedeutet
gegenüber dem Jahr 2000 eine Steigerung von 67 Prozent.

Ein negativer Trend, der nun auch die ländlichen Gebiete erfasst. In
Gänserndorf etwa gibt es für 89 Lehrstellensuchende gerade mal 6
Lehrstellen. Die Wirtschaft bildet immer weniger Lehrlinge aus,
verlangt aber gleichzeitig nach Fachkräften.

Lehrlingsausbildung muss reformiert werden

„Die bewährte Kombination von Ausbildung in einem Betrieb und in der
Berufsschule muss entstaubt werden. Wir brauchen unbedingt eine
Reform der dualen Berufsausbildung“, fordert AKNÖ-Präsident
Staudinger.
· Durch Schaffung von Flächenlehrberufen soll es eine breitere
Ausbildung und mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt für
Jugendliche geben: Eine oder mehrere zusätzliche
Lehrabschlussprüfungen werden nur mit einem Fachgespräch absolviert,
etwa in der Metalltechnik oder in den administrativen kaufmännischen
Lehrberufen.

·       Betriebe sollen sich verstärkt zu Ausbildungsverbünden
zusammenschließen.
·       Der vom NÖ Landtag bereits im Juni 2002 als Resolution

beschlossene Lastenausgleich, der eine gezielte Förderung von
Betrieben mit Lehrlingsausbildung vorsieht, muss endlich umgesetzt
werden: Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, sollen nicht nur – wie
bisher – steuerliche Vorteile genießen, sondern von Betrieben, die
keine Lehrlinge ausbilden, aber ausgelernte Facharbeiter anstellen,
über den Weg eines Lastenausgleichsfonds Geld bekommen.
· Alle niederösterreichischen Berufsschulen müssen auch
Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung anbieten und mehr
Fremdsprachenkompetenz vermitteln. Außerdem soll für alle Lehrlinge
an der Berufsschule die Möglichkeit bestehen, den
Computerführerschein (ECDL) zu absolvieren.

„Eine abgeschlossene und qualifizierte Berufsausbildung ist die
Grundlage für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Wir tun
uns nichts Gutes, wenn wir der nächsten Generation diese Chance
nicht ermöglichen“, warnt Staudinger abschließend.(Schluss)

OTS0057    2003-11-25/09:56

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN

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