ARBÖ: Faustregel für Autoapotheken: Alle fünf bis sechs Jahre wechseln

Gesetz legt keine generelle Ablauffrist für Autoapotheken fest

Wien (OTS) - "Das Gesetz sieht keine Regelung vor, nach wie vielen Jahren eine Autoapotheke ausgewechselt werden muss", stellt die Leiterin des ARBÖ-Rechtsreferates Dr. Barbara Auracher-Jäger fest. Seit dem großen Autoapotheken-Test des ARBÖ im September häufen sich die Anfragen nach den gesetzlichen Bestimmungen bei den Autoapotheken und möglichen Strafen.

Das Ergebnis des großen ARBÖ-Autoapothekentests zeigte, dass 80 Prozent der überprüften Autoapotheken unbrauchbar waren. Der Zustand der vorgefundenen Sets war vielfach so schlecht, dass sie mit Leukoplast zusammen geklebt wurden. Das Verbandsmaterial war in den meisten Fällen abgelaufen und essentielle Schutzausstattung, wie zum Beispiel Handschuhe oder Beatmungshilfen, fehlten. Utensilien, die gar nichts mit Erste Hilfe zu tun haben, wie Rheumasalben oder andere Medikamente, lagen ebenfalls in den Notfallsets.

Als Faustregel gilt, die Autoapotheke alle fünf bis sechs Jahre auszuwechseln. "Wer bei einer Fahrzeugkontrolle auch nur mit einer "abgelaufenen" Mullbinde oder gar ohne Verbandskasten erwischt wird, riskiert eine Verwaltungsstrafe von EUR 14,-", erklärt Dr. Auracher-Jäger.

Das Gesetz selber sieht Folgendes im Bezug auf das Verbandzeug vor:

Im § 102 Abs. 10 Kraftfahrgesetz wird lediglich vorgeschrieben, dass der Lenker auf Fahrten ein Verbandzeug, das zur Wundversorgung geeignet und in einem widerstandsfähigen Behälter staubdicht verpackt und gegen Verschmutzung geschützt ist, mitzuführen hat. Daraus ergibt sich, dass all diejenigen Materialien, die ein Ablaufdatum aufweisen wie Mullbinden etc, nicht abgelaufen sein dürfen. Die Verpflichtung zum Mitführen trifft den Lenker, der Zulassungsbesitzer muss das Verbandzeug bereitstellen.

Das Gesetz schreibt nicht vor, nach wie vielen Jahren ein Verbandzeug generell auszutauschen ist. Allerdings ergibt sich aufgrund der Haltbarkeit einzelner Bestandteile, dass eine jährliche Überprüfung empfohlen und nach etwa fünf bis sechs Jahren eine gänzliche Erneuerung notwendig ist.

Richtlinien für die Funktionsfähigkeit:

Die ÖNORM V 5101 beschreibt eine sinnvolle und praxistaugliche Zusammenstellung einer Kfz-Verbandskassette für mehrspurige Fahrzeuge, mit deren Inhalt auf die meisten, typischen Verletzungen im Zuge von Unfällen reagiert und kompetent geholfen werden kann. Die weitergehenden Vorschriften der ÖNORM V5101 für mehrspurige Kraftfahrzeuge haben folgenden Inhalt:

Bezeichnung: Maße Menge Dreiecktücher gem. ÖNORM K 2122 4 Wundauflage nicht verklebend steril verpackt 10 x 10 cm 6 Verbandtuch nicht verklebend steril verpackt 40 x 60 cm 1 Spule Heftpflaster 2,5 cm x 5 m 1 Pflasterstrips einzeln staubdicht verpackt 6 x 1,9 cm 5 Wundschnellverband einzeln staubdicht verpackt 6 x 10 cm 3 Momentverband groß einzeln steril verpackt Gr. 3 1 Momentverband mittel einzeln steril verpackt Gr. 4 1 Elastische Mullbinden unbeschichtet einzeln verpackt 10 cm x 4 m 1 Elastische Mullbinden unbeschichtet einzeln verpackt 8 cm x 4 m 2 Elastische Mullbinden unbeschichtet einzeln verpackt 6 cm x 4 m 2 Rettungsdecke alubedampft, silber/gold 210 x 160 cm 1 Verbandschere gem. ÖNORM K 2121 rostfrei 1 Medizinische Einmalhandschuhe Paar 3 Notfallbeatmungstuch 1 Erste Hilfe Anleitung - Sofortmaßnahmen 1

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