"profil": Innenminister zweifelt am Durst von Afrikanern

Minister Strasser in einer Beschwerde an den UVS: Asylwerber "aus sehr heißen Ländern verspüren ein geringes Trinkwasserbedürfnis"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat Innenminister Ernst Strasser Beschwerde gegen einen Spruch des Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) eingelegt. Dieser hatte Ende September einem Asylwerber Recht gegeben, der sich nach einer Polizeirazzia vom 17. Jänner 2000 im Flüchtlingslager Traiskirchen wegen körperlicher Misshandlung und rassistischer Beschimpfungen durch die Exekutivbeamten an den UVS gewandt hatte.

Unter anderem hatte der Asylwerber vorgebracht, die Polizisten hätten elementare Grundbedürfnisse, wie Wassertrinken, verweigert. In seiner Beschwerde zweifelt nun Strasser am Durstgefühl der stundenlang gefesselt festgehaltenen Afrikaner: Da diese "ausnahmslos aus sehr heißen afrikanischen Ländern stammen und daher bei kalten Temperaturen eher ein geringes Trinkwasserbedürfnis verspüren sollten", hätten sich die Asylwerber "nicht zu trinken getraut".

Der Rechtsvertreter des Asylwerbers, der Wiener Anwalt Wolfgang Rainer, reagierte auf die Begründung des Innenministers mit den Worten: "Das ist Rassismus".

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0004