- 22.11.2003, 09:00:00
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Bundesminister Dr. Bartenstein begrüßt Ungarn in der EU
Matinee "Willkommen in der EU, Schwager" am 22.11. in Budapest
Wien (BMWA/OTS) - Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin
Bartenstein eröffnet gemeinsam mit dem ungarische Wirtschafts- und
Verkehrsminister Dr. István Csillag am 22. November 2003 in Budapest
eine Matinee, die unter dem Motto "Willkommen in der EU, Schwager"
("Isten hozott az EUban, sogor") prominente Teilnehmer aus Politik,
Kultur und Wirtschaft zusammen führt. Das Motto der Veranstaltung
knüpft an der K.u.K.-Tradition an, in der die Österreicher die Ungarn
"Schwager" genannt haben. Bartenstein wird bei dieser Gelegenheit
auch mit seinem ungarischen Ressortkollegen zu einem bilateralen
Gedankenaustausch zusammentreffen, in dessen Mittelpunkt ebenfalls
die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen vor dem Hintergrund des
bevorstehenden EU-Beitritt Ungarns stehen werden.
Der EU-Beitritt Ungarns ist für die österreichische Wirtschaft von
besonderer Bedeutung, da Ungarn - trotz in jüngster Zeit rückläufiger
Exportzahlen - nach wie vor einer der bedeutendsten österreichischen
Handelspartner in Mittel- und Osteuropa ist. Obwohl die
österreichischen Lieferungen in unser östliches Nachbarland in den
ersten acht Monaten des Jahres um 8,5% im Vergleich zum Vorjahr auf
rund 2 Mrd. Euro zurückgegangen sind, hält Österreich am ungarischen
Markt einen Anteil von ca. 7% und ist damit Ungarns zweitwichtigster
Handelspartner (nach Deutschland).
Nicht nur im Außenhandel sondern auch bei den Investitionen lassen
sich die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit dem "Schwager" Ungarn
festmachen: Mit einem Investitionsvolumen von rund 3 Milliarden Euro
ist Österreich nach den Großmächten Deutschland und USA
drittwichtigster Investor in Ungarn. Mit einem Volumen von 400
Millionen Euro hat die Übernahme der ungarischen POSTABANK durch die
ERSTE Bank einen bedeutenden Anteil daran.
Die in den letzten beiden Jahren umsatzmäßig eingetretene
Stagnation der österreichischen Exporte wurde und wird in der
Hauptsache durch die Produktionsverlagerungen der multinationalen
Konzerne mit Niederlassungen in Österreich bedingt. Diese kann
zahlenmäßig nicht durch die ansonsten stetig wachsende
Exporttätigkeit österreichischer Klein- und Mittelbetriebe in Ungarn
aufgewogen werden. Im Gegensatz dazu konnte Ungarn seine Lieferungen
nach Österreich - nach einem Rückgang im Vorjahr um 4,9% im Zeitraum
Jänner-August 2003 des Jahres um 3,9% auf rund 1,7 Mrd. Euro erhöhen.
Besonders erfreulich ist aus der Sicht der österreichischen
Wirtschaft die Tatsache, dass im vergangenen Jahr eine große Anzahl
von kleineren und mittleren österreichischen Unternehmen den
ungarischen Markt neu zu bearbeiten begonnen hat. Der positive
Abschluss der Beitrittsverhandlungen und die Bekanntgabe des
Beitrittsdatums am Gipfel von Kopenhagen im Dezember letzten Jahres
sowie die positiv verlaufene ungarische Volkabstimmung im April des
Jahres haben das Interesse der österreichischen Firmen an Ungarn
nochmals merkbar ansteigen lassen.
Was die EU-Beitrittsreife Ungarns anbelangt, so hat die
Europäische Kommission bei der kürzlich erfolgten Überprüfung
(Monitoring-Report 2003) eine sehr gute Beurteilung Ungarns
abgegeben. Der einzige Bereich, bei dem ernste Bedenken hinsichtlich
der Erfüllung der Vorgaben des Acquis bestehen, betrifft den Bereich
der ländlichen Entwicklung. Konkret handelt es sich um die
Vorbereitungen Ungarns zur Einrichtung der Zahlstelle, zur Umsetzung
des Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems, zur praktischen
Durchführung der Entwicklungsmaßnahmen im ländlichen Bereich und zur
Gewährleistung von Normen für Lebensmittelproduktionsbetriebe, die
den Anforderungen der öffentlichen Gesundheit genügen.
OTS0006 2003-11-22/09:00
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