- 21.11.2003, 12:18:15
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Videotelefonie, MMS und Co: Warten auf die Killer-Applikation
Breitbandige Dienste entwickeln sich nur langsam - Bei einzelnen Services geht es "steil bergauf"
Wien (OTS) - Welche Bedingungen erfüllt werden müssen, damit
innovative Produkte und Anwendungen auf Massen- oder Nischenmärkten
Erfolg haben, stand im Mittelpunkt eines Events der
APA-E-Business-Community gestern, Donnerstag, Abend im Wiener Haus
der Musik.
"Es geht immer darum, dass die Produkte den Bedürfnissen der
Nutzer entsprechen", erklärte Verena Seibert-Giller, Managing
Director bei CURE - Center for Usability Research & Engineering.
Manches klinge zwar "cool", komme aber die entscheidende Frage, ob
man das selbst nutzen würde, heiße es oft: "Ich eigentlich nicht,
vielleicht mein Nachbar." Videotelefonie würde beispielsweise nur in
bestimmten - emotionalen - Bereichen eingesetzt, weil die
Privatsphäre den Menschen sehr wichtig sei. "Wenn ich mir beim Arzt
einen Termin ausmache, will ich nicht, dass der mich sieht", so
Seibert-Giller.
"Visionen sind zwar ein gewisser Wegweiser, aber am Ende des Tages
zählt, was für den Betreiber ökonomisch rauskommt und was der User zu
bezahlen hat", gab sich Bernhard Kickenweiz, Telekom-Experte bei A.T.
Kearney, pragmatisch. Dass technisch viel möglich ist und trotzdem
nicht genutzt wird, habe "der Riesenflop WAP" bereits hinlänglich
bewiesen. Bei Fotodiensten - wie MMS (Multimedia Messaging Services)
- sei die Bereitschaft dafür zu zahlen vorhanden, bei anderen
Services "geht es zumindest steil bergauf", so Kickenweiz.
Zurzeit seien zwei Trends feststellbar: Einerseits würden sich
breitbandige Dienste evolutionär, "um nicht zu sagen, sehr langsam",
entwickeln, andererseits hätten einzelne Dienste eine Vorreiterrolle
inne. Spiel und Musik-Downloads seien vor allem von Jugendlichen
bereits sehr stark angetrieben worden. Videotelefonie sieht
Kickenweiz zwar nicht als "Killer-Applikation", dennoch könnte diesem
Dienst Erfolg beschert werden. Ob sich UMTS bis 2005 zum Massenmarkt
entwickle, sei allerdings "ein großes Fragezeichen".
"Im Augenblick steht die Verbindung von Kommunikation hin zu
Information und Entertainment und wieder zurück zur Kommunikation im
Vordergrund", sagte Klaus Müller, Head of Product Management bei
Hutchison. Durch die Geschwindigkeit, die UMTS ermögliche, seien
Videos und Ähnliches endlich mobil konsumierbar. "Minuten nach dem
Ende eines Events können wir die Highlights abrufen - natürlich
multimedial aufbereitet", so Müller. Dies sei keine Substitution des
Fernsehens - "so hochnäsig sind wir nicht", aber eine gute Ergänzung.
Im Gegensatz zu diesen Diensten, die auch genutzt würden um
"mitreden zu können", seien etwa Geo-Applikationen rein auf den
Nutzen ausgerichtet. Zur Information, wo die nächst gelegene Apotheke
zu finden sei, komme wieder die Kommunikation, wenn man dort anruft,
um nach den Öffnungszeiten zu fragen. Schwierig einzuschätzen sei die
gerade noch akzeptierte Größe der Endgeräte: "Aber wenn der Mehrwert
es rechtfertigt, akzeptiert man das auch", zeigte sich Müller
überzeugt. Das sei auch an der Entwicklung bei PDAs (Personal Digital
Assistants) zu beobachten gewesen.
"Viel von den sechs bis sieben Mrd. Dollar, die wir im aktuellen
Geschäftsjahr in Forschung und Entwicklung investieren, fließt in die
Grundlagenforschung. Wir schütteln nicht einfach neue Produkte aus
dem Ärmel," erklärte Christian Hess, Microsoft Enterprise Group,
Communications Sector Lead. Die Ergebnisse daraus würden
mittelfristig wieder zu innovativen Produkten - wie etwa
Handschrifterkennung - führen.
Sehr praktisch wäre es, die vielen auf der Festplatte
gespeicherten Fotos einfach aufspüren zu können: "Man kreist das
Gesicht von jemandem ein und alle Bilder dieser Person werden
gefunden und aufgelistet. Das gibt es noch nicht, aber wir arbeiten
daran", so Hess. Grundsätzlich steige die Freiheit des Menschen,
überall und zu jeder Zeit Dienste nutzen zu können. Als Treiber der
Entwicklung sieht Hess die Digitalisierung: Egal ob Foto, Audio oder
Video, die Konvergenz zwischen den verschiedenen Bereichen steige.
Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- CoreMedia AG http://www.coremedia.com - derStandard.at http://www.derStandard.at - Direct Marketing Verband Österreich http://www.dmvoe.at - Dynatools http://www.dynatools.com - ECAustria http://ecaustria.at - Gentics Net.Solutions http://www.gentics.com - Hewlett Packard http://www.hp.com/at - Microsoft Österreich http://www.microsoft.com/austria - NETural communication http://www.netural.com - NextiraOne http://www.nextiraone.at - Oracle http://www.oracle.com/at/ - Sonorys http://www.sonorys.at - WIGeoGIS http://www.wigeogis.com - Wirtschaftskammer Österreich http://wko.at - Xidris http://www.xidris.com - APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at
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