- 21.11.2003, 12:01:27
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Böhler-Privatisierung: SP-Moser: Gesamt-Schadensbilanz der ÖIAG erhöht sich um weitere 20 Mio. Euro
Wien (SK) Mit dem nun vollzogenen Börsenverkauf des
25-prozentigen ÖIAG-Restanteils an Böhler-Uddeholm wird die
Gesamt-Schadensbilanz der ÖIAG mindestens um weitere 20 Millionen
Euro erhöht, rechnet SPÖ-Wirtschaftssprecher Hans Moser vor. Der
Grund: Der Unternehmensanteil wird mit dem fixierten Verkaufspreis
von 48,5 Euro je Aktie deutlich unter den Eigenmitteln von
Böhler-Uddeholm (55 Euro pro Aktie) verkauft. Gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst stellte Moser am Freitag außerdem fest, dass mit der
nunmehrigen Totalprivatisierung "einer feindlichen Übernahme des
erfolgreichen Edelstahlunternehmens Tür und Tor geöffnet wurde".
Durch die Abgabe der Sperrminorität ergebe sich eine "akute
Gefährdung" der Unternehmensstandorte und des Headquarters. "4000
Arbeitsplätze werden damit in Gefahr gebracht", kritisierte Moser.
"Wenn die Headquarter-Funktion in Österreich nicht abgesichert ist,
kann das früher oder später in der Schließung enden", verweist Moser
auf das Beispiel Carrera-Optyl. ****
Der SPÖ-Wirtschaftssprecher unterstrich die SPÖ-Position: "Ja
zum Standort Österreich, österreichischen Arbeitsplätzen und einer
ÖIAG als Kernaktionär." Eine öffentliche Kernaktionärsstruktur nach
den Vorstellungen der SPÖ hätte die Expansionspläne von
Böhler-Uddeholm unterstützt und das Unternehmen nicht den
Willkürakten anderer Unternehmer ausgesetzt.
Kritik übte Moser auch an ÖIAG-Aufsichtsratspräsidenten
Alfred Heinzel. "Die Zustimmung zum Verkauf durch Alfred Heinzel ist
völlig unverantwortlich. Mit Ausnahme eines einzigen Ziels -
zumindest vorübergehend wird der österreichische Kapitalmarkt
gestärkt - werden alle Ziele klar verfehlt: die langfristige
Standortsicherung wird ebenso verfehlt wie die Sicherung von
Arbeitsplätzen und die möglichst hohe Wertsteigerung des
Unternehmens.
Moser rief in Erinnerung, dass der Aktienpreis im Jahr 1996 beim
zweiten Börsegang einen Kurs von umgerechnet 57,5 Euro erzielt hatte.
"Niemand kann erklären, warum der heutige Kurs nach hohen
Investitionen und einer Wertsteigerung des Unternehmens deutlich
darunter liegt", so Moser. Für den SPÖ-Wirtschaftssprecher wird klar:
"Der von der schwarz-blauen Regierung und insbesondere von
Finanzminister Grasser vorgegebene Zeitdruck richtet einen massiven
volkswirtschaftlichen Schaden an." In diesem Zusammenhang verwies
Moser darauf, dass durch den übereilten und wirtschaftspolitisch
undurchdachten Verkauf von Böhler-Uddeholm allein aus dem Titel der
Dividendenrendite finanzielle Einbußen in der Höhe von 2,5 Millionen
Euro entstehen. In den vergangenen drei Jahren lag die
Dividendenrendite nämlich zwischen fünf und sieben Prozent; eine
Veranlagung innerhalb der ÖIAG erreicht nach deren Aussagen maximal
3,5 Prozent.
Moser abschließend: "Die Zerstörungsvorgaben von Grasser - noch dazu
denkbar schlecht umgesetzt - führen zu einem enormen finanziellen
Schaden für die Republik Österreich, zu einer Standortbedrohung und
zur massiven Gefährdung von Arbeitsplätzen." (Schluss) se
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