Bibiana Zeller: Mit Leidenschaft böse

Xaver Schwarzenbergers schwarze Komödie "Zuckeroma" 2004 im ORF

Wien (OTS) - "Diese Rolle ist ein Geschenk des Himmels", schwärmt Kammerschauspielerin Bibiana Zeller über ihren Part in Xaver Schwarzenbergers jüngster ORF-Produktion "Zuckeroma", die derzeit in Wien gedreht wird. Zeller, die in den frühen achtziger Jahren als Frau Kottan in Helmut Zenkers Kultserie "Kottan ermittelt" einem breiten Publikum bekannt wurde und zu den meistbeschäftigten Ensemblemitgliedern des Burgtheaters zählt, verkörpert in der tiefschwarzen Komödie von Ulli Schwarzenberger eine egomanische alte Frau, die ihre Familie mit Boshaftigkeiten und Ränkespielen in den Wahnsinn treibt. "Obwohl man bei einer Rolle nicht von Geschenk reden kann, weil man sich's ja selbst erarbeitet hat", bemerkt Zeller und fügt hinzu: "Aber so eine Rolle bekommt man nicht jeden Tag angeboten. Ich genieße es sehr." Mit einer grauen Perücke und einem gütigen Lächeln, hinter dem jedoch eine große Portion Zynismus und Durchtriebenheit steckt, steht die "Zuckeroma" noch bis Ende des Monats an der Seite ihrer Filmfamilie Aglaia Szyszkowitz (zuletzt im ORF im Goldgräberdrama "Tauerngold" zu sehen) und Karl Markovics (zuletzt in Xaver Schwarzenbergers Inszenierung des NS-Dramas "Annas Heimkehr" und in "Dinner for Two" im ORF), Nora Heschl (war schon in Schwarzenbergers "Dinner for Two" dabei) und Matthias Stein vor der Kamera, die Regisseur Schwarzenberger wieder persönlich führt. Der Film - eine Produktion des ORF, hergestellt von der Wiener Teamfilm -wird voraussichtlich 2004 im ORF zu sehen sein.

Aus Verzweiflung und Einsamkeit böse

"Zuckeroma" erzählt von der vierköpfigen Familie Seeberg, deren Haussegen ab dem Moment schief hängt, als die egomanische Großmutter ins Haus zieht. Das Zusammenleben mit der boshaften alten Frau entpuppt sich als alltäglicher Härtetest für die Nerven der gesamten Familie. Da stellt sich nur die Frage, wie viel Omama die liebende Verwandtschaft tatsächlich vertragen kann. "Ich spiele eine alte, unleidliche und ungeduldige Frau, die ein Problem mit ihrer Tochter hat. Diese war immer ein Vaterkind und die beiden haben sie nie in die Beziehung reingelassen. Sie ist gekränkt und eigentlich nur aus Verzweiflung und Einsamkeit so böse geworden", schildert Bibiana Zeller ihre Rolle. "Aber es ist doch eine weit verbreitete Sache in den Familien, dass es wahnsinnige Schwierigkeiten zwischen den Generationen gibt. Warum boomen denn die Altershäuser so? Früher gab es nicht die Möglichkeit, die Alten komplett wegzuschieben und dennoch war es zum Beispiel bei den Bauern Tradition, ihre Alten in das so genannte Austragsstüberl zu verbannen", so Zeller.

Situation, wie sie jeder kennt

"Das Zusammenleben mit der Omama geht natürlich nicht lange gut", erzählt Karl Markovics, der den harmoniesüchtigen und liebevollen Schwiegersohn spielt. "Sie ist ein Mensch, an dem alles abprallt und mit dem man einfach nicht kann. Auch ich nicht, obwohl ich es bin, dessen Idee es war, die arme alte Frau ins Haus zu holen." Für Markovics, der als Kontrast zum lieben Familienvater demnächst für die ORF-Koproduktion "Familie gesucht" in der Rolle eines skrupellosen Geschäftsmanns vor der Kamera stehen wird, ist "Zuckeroma" ein sehr authentischer Film. "Da kommen lauter alltägliche Situationen vor, wie sie sich jeder vorstellen kann bzw. auch persönlich kennt." Für seine Filmehefrau Aglaia Szyszkowitz, die vor vier Monaten wieder Mutter geworden ist und ihren kleinen Sohn auch am Set dabei hat, bringt der Film "alles auf den Punkt. Ich persönlich kenne auch solche Situationen mit Müttern und Schwiegermüttern, die Wechselbäder zwischen großem Bemühen und großer Aggression und Wut. Die Geschichte ist aus dem Leben gegriffen, auch wenn sie sehr komprimiert schildert, was sicher nicht in 14 Tagen passiert, sondern normalerweise in viereinhalb Jahren." Dass sie nur vier Monate nach der Geburt ihres zweiten Sohnes Samuel Luis bereits wieder vor der Kamera steht, ist Xaver Schwarzenbergers Überredungskunst zu verdanken. "Er wollte mich unbedingt haben und ich hatte mich auch schon wieder auf den Tag gefreut, an dem ich wieder drehen durfte. Dass das jetzt schon geht, habe ich meinem Baby zu verdanken, das ein sehr ruhiges und braves Kind ist und das auch mitmacht."

Weitere Rollen in "Zuckeroma" spielen unter anderem Linde Prelog, Ingrid Burkhard, Eugen Stark, Dagmar Schwarz, Wolfgang Gasser, Nina Blum und Stephanie Taussig. Die Dreharbeiten finden noch bis 28. November statt. Als Drehorte dien(t)en Schauplätze in Triest, Niederösterreich und Wien.

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