- 20.11.2003, 11:02:58
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Bibiana Zeller: Mit Leidenschaft böse
Xaver Schwarzenbergers schwarze Komödie "Zuckeroma" 2004 im ORF
Wien (OTS) - "Diese Rolle ist ein Geschenk des Himmels", schwärmt
Kammerschauspielerin Bibiana Zeller über ihren Part in Xaver
Schwarzenbergers jüngster ORF-Produktion "Zuckeroma", die derzeit in
Wien gedreht wird. Zeller, die in den frühen achtziger Jahren als
Frau Kottan in Helmut Zenkers Kultserie "Kottan ermittelt" einem
breiten Publikum bekannt wurde und zu den meistbeschäftigten
Ensemblemitgliedern des Burgtheaters zählt, verkörpert in der
tiefschwarzen Komödie von Ulli Schwarzenberger eine egomanische alte
Frau, die ihre Familie mit Boshaftigkeiten und Ränkespielen in den
Wahnsinn treibt. "Obwohl man bei einer Rolle nicht von Geschenk reden
kann, weil man sich's ja selbst erarbeitet hat", bemerkt Zeller und
fügt hinzu: "Aber so eine Rolle bekommt man nicht jeden Tag
angeboten. Ich genieße es sehr." Mit einer grauen Perücke und einem
gütigen Lächeln, hinter dem jedoch eine große Portion Zynismus und
Durchtriebenheit steckt, steht die "Zuckeroma" noch bis Ende des
Monats an der Seite ihrer Filmfamilie Aglaia Szyszkowitz (zuletzt im
ORF im Goldgräberdrama "Tauerngold" zu sehen) und Karl Markovics
(zuletzt in Xaver Schwarzenbergers Inszenierung des NS-Dramas "Annas
Heimkehr" und in "Dinner for Two" im ORF), Nora Heschl (war schon in
Schwarzenbergers "Dinner for Two" dabei) und Matthias Stein vor der
Kamera, die Regisseur Schwarzenberger wieder persönlich führt. Der
Film - eine Produktion des ORF, hergestellt von der Wiener Teamfilm -
wird voraussichtlich 2004 im ORF zu sehen sein.
Aus Verzweiflung und Einsamkeit böse
"Zuckeroma" erzählt von der vierköpfigen Familie Seeberg, deren
Haussegen ab dem Moment schief hängt, als die egomanische Großmutter
ins Haus zieht. Das Zusammenleben mit der boshaften alten Frau
entpuppt sich als alltäglicher Härtetest für die Nerven der gesamten
Familie. Da stellt sich nur die Frage, wie viel Omama die liebende
Verwandtschaft tatsächlich vertragen kann. "Ich spiele eine alte,
unleidliche und ungeduldige Frau, die ein Problem mit ihrer Tochter
hat. Diese war immer ein Vaterkind und die beiden haben sie nie in
die Beziehung reingelassen. Sie ist gekränkt und eigentlich nur aus
Verzweiflung und Einsamkeit so böse geworden", schildert Bibiana
Zeller ihre Rolle. "Aber es ist doch eine weit verbreitete Sache in
den Familien, dass es wahnsinnige Schwierigkeiten zwischen den
Generationen gibt. Warum boomen denn die Altershäuser so? Früher gab
es nicht die Möglichkeit, die Alten komplett wegzuschieben und
dennoch war es zum Beispiel bei den Bauern Tradition, ihre Alten in
das so genannte Austragsstüberl zu verbannen", so Zeller.
Situation, wie sie jeder kennt
"Das Zusammenleben mit der Omama geht natürlich nicht lange gut",
erzählt Karl Markovics, der den harmoniesüchtigen und liebevollen
Schwiegersohn spielt. "Sie ist ein Mensch, an dem alles abprallt und
mit dem man einfach nicht kann. Auch ich nicht, obwohl ich es bin,
dessen Idee es war, die arme alte Frau ins Haus zu holen." Für
Markovics, der als Kontrast zum lieben Familienvater demnächst für
die ORF-Koproduktion "Familie gesucht" in der Rolle eines
skrupellosen Geschäftsmanns vor der Kamera stehen wird, ist
"Zuckeroma" ein sehr authentischer Film. "Da kommen lauter
alltägliche Situationen vor, wie sie sich jeder vorstellen kann bzw.
auch persönlich kennt." Für seine Filmehefrau Aglaia Szyszkowitz, die
vor vier Monaten wieder Mutter geworden ist und ihren kleinen Sohn
auch am Set dabei hat, bringt der Film "alles auf den Punkt. Ich
persönlich kenne auch solche Situationen mit Müttern und
Schwiegermüttern, die Wechselbäder zwischen großem Bemühen und großer
Aggression und Wut. Die Geschichte ist aus dem Leben gegriffen, auch
wenn sie sehr komprimiert schildert, was sicher nicht in 14 Tagen
passiert, sondern normalerweise in viereinhalb Jahren." Dass sie nur
vier Monate nach der Geburt ihres zweiten Sohnes Samuel Luis bereits
wieder vor der Kamera steht, ist Xaver Schwarzenbergers
Überredungskunst zu verdanken. "Er wollte mich unbedingt haben und
ich hatte mich auch schon wieder auf den Tag gefreut, an dem ich
wieder drehen durfte. Dass das jetzt schon geht, habe ich meinem Baby
zu verdanken, das ein sehr ruhiges und braves Kind ist und das auch
mitmacht."
Weitere Rollen in "Zuckeroma" spielen unter anderem Linde Prelog,
Ingrid Burkhard, Eugen Stark, Dagmar Schwarz, Wolfgang Gasser, Nina
Blum und Stephanie Taussig. Die Dreharbeiten finden noch bis 28.
November statt. Als Drehorte dien(t)en Schauplätze in Triest,
Niederösterreich und Wien.
Mehr Informationen zur "Zuckeroma" unter presse.ORF.at.
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