Karlheinz Hackl meldet sich nach schwerer Krankheit zurück

Will im April wieder der alte sein

Wien (OTS) - Karlheinz Hackl meldet sich in einem Interview für
die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe zurück. Der Burgschauspieler, Regisseur, Lehrer, Entertainer und Publikumsmagnet musste sich im vergangenen April einer lebensgefährlichen Tumor-Operation im Kopf unterziehen. Nun spricht er in seinem ersten Interview seit der Krankheit über das Erlittene und über seinen Weg zurück auf die Bühne.

Hackl, der aus der Rehabilitationsklinik nach Hause zu Ehefrau Maria Köstlinger Tochter Melanie übersiedeln konnte, über sein Befinden: "Ich hab ein großes Geschwür gehabt. Das haben sie weggebracht, und scheinbar dürfte es nicht mehr kommen. Ein Arzt sagt, wenn es schon sein müsste, so möchte er meine Krankheit haben, weil sie heilbar ist. (...) Subjektiv geht es mir besser. Ich muss akzeptieren, was die Leute sagen, die mich jetzt sehen und die gesehen haben, wie es mir gegangen ist. Offensichtlich ist es kein Vergleich. Ich mache täglich meine Übungen auf dem Rad, ich gehe viel in der Natur spazieren, schnell, ohne Stöcke, dazwischen laufe ich ein bissl, obwohl ich noch wenig Kondition habe. Ich schwitze, und dadurch wird die Sache besser. Ich kann mich bewegen, ich kann auch wieder nach links und rechts schauen. Ab dem Knie funktioniert es noch nicht so richtig. Es geigelt mich, wie man so sagt. Ich bin noch nicht der Alte. Ich brauch Geduld. Es dauert sicher noch bis April, bis ich wieder der Alte bin. Meine Frau fährt mich von einem Arzt zum anderen. Ich bin in chinesischer Behandlung, in homöopathischer, in schulmedizinischer, ich laufe, fahre Rad. Und doch könnte ich heute "Cage aux folles" noch nicht spielen. Da lieg' ich im Orchestergraben."

Nach der Operation im April dieses Jahres, so Hackl in NEWS, sei er dem Tod näher als dem Leben gewesen: "Ich war mehr drüben als hier. Eine Lunge hatte schon aufgehört zu arbeiten. Man hat geglaubt, ich sterbe. Für die Ärzte war es ein wahres Wunder, dass ich überhaupt noch aufgestanden bin."

Nach harter Rehabilitation wurden vor einem Monat die schweren Medikamente abgesetzt. -Jetzt geht es mir besser. Meine Frau kümmert sich aufopfernd um mich. Sie hat Großartiges geleistet und ist auch heute noch da und hat mich so weit im Lot. Für sie ist es eine riesige Anstrengung: Sie hat das Kind, drei Jahre alt, das jetzt im größten Mutteralter ist. Und noch dazu mich, der sich nichts anderes wünscht, als mit ihr zusammen zu sein. Ich will nicht, dass sie etwas anderes tut, als um mich sein. Das kann sie natürlich nicht, mit dem Kind und dem Beruf. Und ich brauche das auch, dass sie den Beruf ausübt, weil ich nix mehr verdiene. Das ist momentan bitter, aber sie macht eine schöne Karriere (...) Sie dreht viel und verdient gut, und das alles ist nicht ganz fair, weil ich sie so brauche in dieser schweren Zeit."

Hackl dankt für eine Unzahl an Briefen von Publikum und Kollegen. Er selbst habe wegen der Halluzinationen durch die Medikamente nichts davon bemerkt. "Ich war unter Medikamenten und habe die ganze Zeit geglaubt, ich spiele Theater mit dem Voss, und der Zadek führt Regie, und ich hab mich gewundert, weil er nie gekommen ist. Mit denen hab ich ja nie arbeiten dürfen, und dementsprechend Spundus hab ich gehabt und ständig den Text memoriert."

Hackl weiter in NEWS: "Ich stehe nicht über den Dingen. Ich bin mitten drinnen und kämpfe drum, wieder zurückzukommen. Wenn ich meine Frau, so wie jetzt im "Liliom", im Fernsehen sehe, denk ich mir: Mein Gott, wär das schön wieder spielen! Das macht einen depressiv. Natürlich hadere ich mit dem Schicksal: Warum ich? Und warum gerade der Kopf? Aber das ist wurscht. Es kommt, wie's will."

Den Attacken gegen "Josefstadt"-Direktor Hans Gratzer - Hackl hatte an dem Amt selbst Interesse gezeigt - kann er nichts abgewinnen: "Der Hans hat ja selber Krebs gehabt. Und im ersten halben Jahr ist jeder neue Direktor auf die Seife gestiegen, auch Bachler, auch Lohner. Und plötzlich kam der Erfolg. Dem Hans macht man mehr Probleme, als er sich vielleicht verdienen würde. Man hat ja nur drauf gewartet. Als alter Hase weiß er das."

Hackls Wünsche nach der Genesung: "Mit meiner Frau und meinen Kindern zusammen sein, sie glücklich machen - und wieder spielen. Das wär's. Das andere kommt automatisch. Ich weiß, wo ich zu lernen habe:
im Umgang mit Menschen. Ich bin zu negativ, seh alles nur schwarz -nicht nur jetzt, auch vorher schon. Die Leute waren schon frustriert von mir."

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES0002