"Konsument"-Test: DVD-Player

Preisniveau stark gesunken. Handhabung bleibt mühsam, dafür sehr gute Film-Wiedergabe.

Wien (OTS) - Die Talfahrt der DVD-Player-Preise geht weiter. Wie
ein internationaler Vergleichstest von 13 neuen Geräten zeigt, sind gute DVD-Player bereits unter 100 Euro zu haben. Die Preisunterschiede der Testgeräte sind beachtlich, sie reichen von 82 bis 299 Euro. Dennoch rät "Konsument", nicht zum Allerbilligsten zu greifen, denn bei den vielen Fähigkeiten der neuen DVD-Player sind 20 oder 30 Euro zusätzlich kein Kriterium mehr. Als Testsieger ging diesmal "Panasonic DVD-S35" hervor. Das einzige mit "sehr gut" beurteilte Modell liegt im durchschnittlichen Preisniveau und kostet 133 Euro. Die meisten Testgeräte schnitten mit "gut" ab, nur das Modell "Mustek V65L-5C" um 84 Euro bekam die Note "durchschnittlich". Die Tester kritisieren vor allem die komplizierte Handhabung. Lob hingegen gibt es für die Bildqualität bei der Film-Wiedergabe, sie ist durch die Bank hoch. Wird besonderer Wert auf die Tonqualität gelegt, empfiehlt "Konsument" das Gerät an die Hifi-Anlage anzuschließen. Voraussetzung dafür sind natürlich entsprechende Anschlüsse und ausreichende Kabellängen.

Die Achillesferse bei DVD-Playern ist nach wie vor die Handhabung. Sie hat sich seit der Zeit als die Geräte noch an die 1000 Euro kosteten, nicht wesentlich verbessert. Zum Teil liegt das auch am Trägermedium, der DVD. In diesem Prüfpunkt schnitt kein einziges Testgerät "sehr gut" ab. Nur "Sony DVP-NS330" und "Pioneer DV-360-K" erhielten neben dem Testsieger in der Kategorie Handhabung die Note "gut". Bis heute hat man sich zum Beispiel international noch nicht einigen können, wie man das Wichtigste, nämlich den Film nennt: Der heißt, wie es dem Verleih halt gefällt, hier "Hauptmenü", dort "Chapter 7" oder ist manchmal auch erfrischend einfach mit "Film" bezeichnet.

Neben der mühsamen Bedienbarkeit stellten die Tester auch Probleme beim Kopierschutz fest. Drei Geräte verweigerten die Wiedergabe von kopiergeschützten Audio-CDs, was eigentlich ein Skandal ist. Denn DVD-Player sind reine Abspielgeräte und keine Kopierstationen. Beim Medium DVD ist man auch noch einer anderen industriellen Blockade ausgesetzt: Um ihre Veröffentlichungs-fahrpläne abzusichern, belegt die Filmbranche ihre DVDs mit sogenannten Ländercodes. Dies soll verhindern, dass ein amerikanischer Film schon vor dem Kinostart in Europa auf DVD zu sehen ist. Diese Hürde umgehen sogenannte Codefree-Geräte, die sämtliche Ländercodes abspielen können. Sie kosten an die 100 Euro mehr als ein herkömmlicher Player.

Beim heurigen DVD-Player-Test fällt auf, dass "No Names" - also Nicht-Marken-Namen - häufiger auftauchen. Gleich der Zweitplatzierte "LG DVD 6054" scheint in diese Kategorie zu fallen, doch steht hinter ihm ein großer koreanischer Elektronik- und Chemiekonzern, der neuerdings auch den DVD-Markt aufmischt. Bei anderen Geräten stellt sich die Frage, ob überhaupt ein Hersteller dahinter steht oder ob vielmehr Firmen, die Teile von hier und dort billig zusammenkaufen, ein Firmenlogo platzieren und das fertige Produkt vertreiben. "Konsument" empfiehlt allein für den Fall von Problemen oder Reparaturen, Markengeräte. Die Reihung dieses Tests untermauert dies auch qualitativ.

Die detaillierten Test-Ergebnisse präsentiert das Verbrauchermagazin "Konsument" in seiner Dezember-Ausgabe.

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