- 18.11.2003, 10:20:12
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Sozialistische Jugend startet neue Kampagne
Unter dem Motto "Deshalb sind wir FeministInnen!" veranstaltet die SJÖ bundesweit Aktionstage und Aktivitäten zur Frauenpolitik
Wien (SK) Die Sozialistische Jugend Österreich (SJÖ) startet heute
Dienstag ihre neue Kampagne unter dem Motto "Deshalb sind wir
FeministInnen!". Die frauenpolitische Kampagne ist nicht zuletzt
durch die faktische Abwesenheit von Frauenpolitik im Programm der
schwarzblauen Bundesregierung von hoher Aktualität, argumentiert
SJÖ-Vorsitzender Andreas Kollross. Die SJÖ wird im Rahmen der
Kampagne in allen Bundesländern Aktionstage und andere Aktivitäten
durchführen. ****
Kollross sieht Frauenthemen in der Politik und in den Medien
unterrepräsentiert: "Die Arbeit der Bundesregierung beschränkt sich
darauf, Frauen aus der Arbeitswelt und in die Rolle der
Kindererzieherin zu drängen. In den Medien sind Frauenthemen in der
Regel ein drittklassiges Thema, das zumeist nur am Rande gestreift
wird. Wenn die Bundesregierung als einzige 'frauenpolitische
Errungenschaft' das Kindergeld vorzuweisen hat, der Bundeskanzler
gleichzeitig extreme AbtreibungsgegnerInnen lobt, die das von der
Frauenbewegung erkämpfte Recht der Frau auf Selbstbestimmung über den
eigenen Körper abschaffen wollen, und FP-Bundesrat Gudenus als
Höhepunkt dieser Farce die Fristenlösung mit dem Holocaust
gleichsetzt, dann ist klar, worin eine solche Politik im Kern
abzielt: Sie vergrößert nur die schon bestehende Ungleichheit. Die
Sozialistische Jugend will mit der Kampagne eine breitere öffentliche
Sensibilisierung für solche Themen bewirken."
Stefanie Vasold, Frauensprecherin der SJÖ, weist auf die
geschlechtsspezifischen Ungerechtigkeiten hin, die vor allem in der
Arbeitswelt herrschen, hin: "Frauenarbeit hört nie auf, ist in der
Regel unterbezahlt und vor allem meist unsichtbar. Nach wie vor
verdienen Frauen im Durchschnitt um ein Drittel weniger als Männer in
gleichen Berufen und sind in leitenden Positionen äußerst selten zu
finden. Drei Viertel aller unbezahlten Haus- und Pflegearbeit wird
von Frauen verrichtet, 98 Prozent aller KindergeldbezieherInnen sind
Frauen. Frauen in Österreich verrichten mehr als die Hälfte der
notwendigen, also der bezahlten und unbezahlten Arbeit, und erhalten
dafür nur ein Drittel des ausbezahlten Lohns. Von einer
Gleichstellung der Frau kann auch hierzulande nicht im Entferntesten
die Rede sein."
"Die Sozialistische Jugend tritt für eine Welt ein, in der allen
Menschen, Männern wie Frauen, die gleichen Möglichkeiten offen
stehen. Frauen sind die am dauerhaftesten, konsequentesten und
allumfassendsten unterdrückte Menschengruppe unserer Existenz. Und
das, obwohl Frauen etwas mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung
ausmachen. Dagegen gilt es aufzutreten! Lebensabläufe dürfen nicht
durch die Tatsache vorherbestimmt sein, dass ein Mensch als Frau oder
Mann, als Kind von armen oder reichen Eltern zur Welt kommt", so
Vasold und Kollross abschließend. (Schluss) wf/mp
Die Themenmaterialien zur Kampagne können in Kürze auf der Homepage
der SJÖ www.sjoe.at kostenlos bestellt werden.
Rückfragehinweis: SJÖ, Wolfdietrich Hansen, 01 523 41 23 oder 0699 19
15 48 04, http://www.sjoe.at
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