"Neues Volksblatt" Kommentar: "Rollen" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 18. November 2003

Linz (OTS) - =

Einer müsse halt die Rolle des Schärferen übernehmen.
Mit diesen Worten hat der Verkehrsminister die Verhandlungsführung seines Staatssekretärs zur ÖBB-Reform kommentiert. In der Tat macht sich eine gewisse Rollenverteilung zwischen Gorbach und Kukacka bemerkbar. Hier der gutmütige, konziliante und freundliche Herr Minister, der dem Chef der Eisenbahnergewerkschaft sogar mit Komplimenten Rosen streut - dort der Fighter, für den der Regierungsauftrag zählt und der deshalb mit der Eisenbahnergewerkschaft und ihrem Boss im Dauer-Clinch liegt.
Hubert Gorbach hat schon in Vorarlberg als ein Politiker gegolten, der stets und in erster Linie auf die Pflege seines eigenen Images bedacht gewesen ist. Das ist zwar kein Nachteil für einen Politiker, stößt aber dort auf Grenzen, wo diese Imagepflege auf Kosten anderer betrieben wird.
Im bisherigen Verlauf der ÖBB-Reform hat man jedenfalls den Eindruck, dass ausschließlich Kukacka die undankbare Knochenarbeit zu leisten hat, während sich Gorbach als Kompromisspolitiker feiern lässt. Es wäre schön, sollte dieser Eindruck jeder Grundlage entbehren.

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