• 17.11.2003, 17:53:40
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"Die Presse" Glosse: "AUA und ÖBB: Zwei halbe Lösungen" (von Andreas Unterberger)

Ausgabe vom 18.11.2003

Wien (OTS) - Wir hören so gerne die gute Nachricht, dass wir die
schlechte überhören. Die lautet im Kern: Noch ist nichts vorüber,
weder bei der ÖBB noch bei der AUA können wir uns auf die Rückkehr
zur Normalität verlassen. Das Kommando "Streik aus" gilt nur bedingt.
Langfristig ist bei keinem der beiden großen Verkehrs-Marktführer
wirklich eine Lösung sichergestellt.
Wie sich die Botschaften gleichen: Bei AUA wie ÖBB geht die
Ungewissheit, die überflüssig lange Zeit der Gespräche über die
tückischen Details jeweils bis März/April. Hängt dieser seltsame
Termin-Gleichklang vielleicht gar damit zusammen, dass die
Gewerkschafter glauben, mit einer nach Landtagswahlen geschwächten
Regierung dann leichteres Spiel zu haben? Vor allem die
ÖBB-Gewerkschaft droht ja jetzt schon wieder mit Streik, die
AUA-Betriebsräte sind noch vorsichtiger.
Für die Kunden ist das Signal letztlich ebenso klar, wie es für die
beiden staatlichen Betriebe verheerend ist: Niemand kann sich darauf
verlassen, dass AUA-Tickets wirklich auch mit einem Flug honoriert
werden, und vor allem dass Frachtaufträge bei der ÖBB auch zum
rechtzeitigen Rollen eines Güterzugs führen werden. Wie etliche
Auftraggeber darauf reagieren werden, kann sich jeder ausrechnen.
Ebenso, was das langfristig für die Arbeitsplätze von AUA-Piloten und
Eisenbahnern bedeutet. Eine halbe Lösung ist noch gar keine Lösung.
Sie sichert bestenfalls den Weihnachtsfrieden.

[email protected]

OTS0183    2003-11-17/17:53

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