- 13.11.2003, 09:44:01
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Eisenbahner: Gorbach zeigt "null Kompromissbereitschaft und Flexibilität"
GdE-Vorsitzender Haberzettl: Angebot der Gewerkschaft liegt vor - Regierung ist aufgefordert, an Verhandlungstisch zurückzukehren
Wien (GdE/ÖGB). "Null Kompromissbereitschaft und Flexibilität"
habe Verkehrsminister Gorbach gestern Abend beim Radio-Streitgespräch
zum Thema ÖBB-Reform erkennen lassen, kritisierte der Vorsitzende der
Eisenbahnergewerkschaft (GdE), Wilhelm Haberzettl, am Donnerstag.
"Gorbach hat die Sturheit und Verhandlungsunwilligkeit der
Bundesregierung nicht verbergen können. Er hat das Angebot der
Eisenbahnergewerkschaft zur Beilegung des Konflikts ohne Nachdenken
abgeschlagen", betonte Haberzettl. Gorbach habe die "schlimmsten
Befürchtungen" der Eisenbahnergewerkschaft nicht ausräumen können:
"Der Verkehrsminister will die ÖBB zerschlagen und privatisieren -
der Weg für englische Zustände mit weniger Sicherheit und teureren
Fahrpreisen ist somit frei", sieht Haberzettl die Befürchtungen der
EisenbahnerInnen und zahlreicher Bahnexperten bestätigt. ++++
"Das Kompromissangebot der Gewerkschaft liegt seit gestern Abend
offen auf dem Tisch - es liegt nun an der Bundesregierung, es
anzunehmen oder nicht", sagte Haberzettl. Die GdE sei der
sozialpartnerschaftlichen Gepflogenheit in Österreich entsprechend
auch bereit, mit der Wirtschaftskammer über einen Kollektivvertrag
für die ÖBB zu verhandeln. "Willkürliche politische Eingriffe per
Gesetz in die Dienstverträge der EisenbahnerInnen lehnen wir
weiterhin ab", unterstrich der GdE-Vorsitzende.
"Was muss noch alles passieren, damit diese Regierung zur Vernunft
kommt", sagte Haberzettl weiter. Dass die Mehrheit der Experten, der
Rechnungshof und nun auch die Schienen-Control Gmbh an dieser Reform
"kein gutes Haar" lassen, könne auch für die Regierung nicht mehr zu
überhören sein. "Ich fordere die Regierung auf, sich echten
Verhandlungen nicht länger zu verschließen. Ansonsten steuert sie die
Bahn geradewegs in ein Desaster, das zulasten der Fahrgäste und der
Steuerzahler gehen wird", bekräftigte Haberzettl abschließend.
(Schluss)
ÖGB, 13. November 2003
Nr. 950
OTS0042 2003-11-13/09:44
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