Haider in NEWS : "Die EU-Veto-Karte bleibt im Talon"

Lob für Schüssel: Neustart nach "Eheversöhnung" - Kritik an Strasser: "Asylpolitik des ehemaligen Schatzis der Caritas unglaubwürdig"

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin NEWS droht Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider in der Transit-Frage neuerlich mit der Veto-Karte und kündigt verschärfte LKW-Kontrollen in Kärnten an. Wörtlich sagt Haider in NEWS
- zur Veto-Drohung: "Die Veto-Karte sollte - wie der niederösterreichische Landeshauptmann einmal so schön gesagt hatte -im Talon bleiben, und es sollte auch so artikuliert werden. Ich verstehe einfach nicht, warum das in Österreich hingegen ein Wort ist, das man offenbar nicht in den Mund nehmen darf. Alle werden in der Veto-Frage immer gleich ganz nervös. Aber, wenn man sieht, dass andere Länder sich nur mittels Veto durchsetzen konnten, sollte man vielleicht umdenken.

- Zum möglichen Scheitern einer neuen Transit-Vereinbarung mit der EU: "Wenn SPÖ und Grüne in heller Begeisterung für die Erweiterung stimmen. dann haben sie aber die Verantwortung für die Verdoppelung des Transits. Haider: Wenn der Transitvertrag ausläuft und wir bedroht sind, dann werden wir eben in Kärnten Kontrollmaßnahmen ergreifen, damit 30 Prozent der LKWs nicht mehr fahren können. Ich stelle eine Truppe auf, die die sozialrechtliche Situation kontrolliert."

-Zum Klima in der Koalition äußert Haider demonstrativ Lob über VP-Kanzler Wolfgang Schüssel. Haider wörtlich in NEWS zur neuen Achse Haider-Schüssel: "Wir haben uns für ein Schlichtungsverfahren - also eine Eheversöhnung, die der Richter statt einer Scheidung empfiehlt -entschieden. Jetzt starten wir nochmal durch, und schauen einmal, wie sich alles entwickelt."

Scharfe Kritik übt der Kärntner Landeshauptmann hingegen an der Ausländerpolitik von VP-Innenminister Ernst Strasser. Haider wörtlich in NEWS
- zu Strassers neuer Asylpolitik: " Früher war er das Schatzi der Nation der Caritas und jetzt will er plötzlich auch hart spielen. Aber dann muss er auch so handeln. Er hat es fertiggebracht, dass seit 2000 ca. 75.000 illegale Asylanten in Österreich untergetaucht sind. Deswegen ist er ja auch nicht glaubwürdig. Strasser dürfte nur mehr jene Asylanten aufnehmen, die einen Asylgrund nach der Genfer Konvention haben, und nicht einen Asylantenstrom mit Menschen hineinlassen, die in Wirklichkeit nur Wirtschaftsflüchtlinge oder, was anderes im Sinn haben."

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