• 07.11.2003, 13:39:26
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AKNÖ-Staudinger: Kleine und mittlere Einkommen entlasten

119. Vollversammlung mit Appell des AKNÖ-Präsidenten an die Bundesergierung eröffnet.

Wien (AKNÖ) – „Es ist eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit, die
kleinen und mittleren Einkommen nachhaltig massiv zu entlasten“,
appellierte AKNÖ-Präsident Josef Staudinger bei der 119.
Vollversammlung der NÖ Arbeiterkammer an die Bundesregierung endlich
der schlechten Entwicklung bei den Einkommen entgegen zu steuern.
Der AKNÖ-Präsident sieht sich in seiner Kritik vor allem durch die
jüngst veröffentlichte Einkommensanalyse für 2002 der AKNÖ
bestätigt: „Die Schere zwischen Öster-reich und Öster-arm geht immer
weiter auseinander“. Zum zweiten Mal in Folge mussten die nö.
Beschäftigten im vergangenen Jahr Reallohnverluste hinnehmen.

Lob hingegen gab es von Staudinger für das als „Österreich-Pension“
bezeichnete neue ÖGB-Pensionsmodell. „Hätte man die ausgestreckten
Hände der Sozialpartner im Frühjahr angenommen, könnte die
Österreich-Pension bereits Wirklichkeit sein. Sie sichert den
Ruhestand der arbeitenden Menschen und zeigt Verantwortung für die
heute junge Generation“, so AKNÖ-Präsident Staudinger.

In Sachen ÖBB-Reform sprach sich AKNÖ-Präsident Staudinger für eine
starke, leistungsfähige Bahn aus: „Die Reformen dürfen aber nicht
ausschließlich auf dem Rücken der über 47.000 Eisenbahner
ausgetragen werden“. Und Josef Staudinger gab weiters zu bedenken,
dass jene Änderungen, die jetzt die Eisenbahner treffen, viel
weitreichender sind: „Der von der Bundesregierung geplante Eingriff
in Einzelverträge betrifft über 1,5 Millionen Beschäftigte in
Österreich“. Durch die Zerstückelung der ÖBB in viele
Einzelgesellschaften entstehen außerdem Mehrkosten von 100 Millionen
Euro. „Diese Reform zwingt die ÖBB Schulden zu machen, die
letztendlich wieder die Beschäftigten dieses Landes zahlen müssen“,
so Staudinger zur geplanten Zerschlagung der ÖBB.

Zur bevorstehenden EU-Osterweiterung forderte Präsident Staudinger
den Ausbau der regionalen und überregionalen Verkehrsinfrastruktur
und entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen für die ArbeitnehmerInnen
in den Grenzregionen Niederösterreichs. Abschließend betonte AKNÖ-
Präsident Josef Staudinger, „dass sich die AKNÖ noch mehr als bisher
dafür einsetzen wird, jenen Weg einzuschlagen, der das Beste für die
arbeitenden Menschen dieses Landes mit sich bringt.“

Neuer Vizepräsident gewählt

Im Rahmen der Vollversammlung wurde Roland Sperk, nö. Vorsitzender
der Gewerkschaft Metall, Textil, Bergbau, Energie zum neuen
Vizepräsidenten der AKNÖ gewählt. Der 32-jährige aus dem Weinviertel
stammende OMV-Betriebsrat löst in dieser Funktion den langjährigen
Vizepräsidenten Günter Drochter ab. Im AKNÖ-Vorstand folgt auf
Günter Drochter Kammerrat Michael Stippinger nach.

AKNÖ-Kammerräte diskutieren umfangreichen Resolutionsentwurf

Die 110 Kammerräte diskutieren zur Zeit eine umfangreiche
Vorstandsresolution. Zentrale Anliegen sind unter anderem:

·       Harmonisierung der Pensionssysteme
·       Kein Eingriff in Einzeldienstverträge der ÖBB
·       Keine Verabschiedung des Bundes aus der Infrastrukturfinanzierung
        der ÖBB
·       Rasche steuerliche Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen
·       Stopp dem Ausverkauf der österreichischen Wirtschaft
·       Mehr Investitionen in Forschung, Bildung und Infrastruktur
·       Mehr Vorsorge für aktive Arbeitsmarktpolitik im Budget des AMS
·       Langfristige Absicherung des Lehrlingsauffangnetzes
·       Erhalt und weiteren Ausbau der sozialen Krankenversicherung
·       Keine Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen in der
        Arbeitslosenversicherung
·       Recht auf Teilzeit für alle Eltern

(Fortsetzung folgt)

OTS0221    2003-11-07/13:39

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