• 07.11.2003, 12:44:14
  • /
  • OTS0182 OTW0182

Global Democracy Award präsentiert: Österreich an elfter Stelle

Fischer: "Eigentlicher Forschungszweck ist die Veränderung der Staaten innerhalb des Rankings"

SPÖ (SK) Der Verein zur Förderung des "Global Democracy
Award" hat am Freitag bei einem Pressegespräch erstmals ein
Qualitätsranking aller demokratischen Staaten präsentiert. Der II.
Nationalratspräsident, SPÖ-Vizeparteichef Heinz Fischer bezeichnete
das Demokratieranking als ein interessantes Projekt, dem im Zeitalter
der Rankings, wo von den besten Ärzten, über Tanzschulen und
Fitnessstudien alle ausgezeichet und gereiht werden, eine besondere
Bedeutung zukomme. Zwar sei es schwierig, Demokratie zu errechnen, da
viel Subjektives dahinter stecke, aber ihm, Fischer, sei es vor allem
wichtig, dass der eigentliche Forschungszweck die Veränderung der
Staaten innerhalb des Rankings sei. - "Ob ein Staat gleich bleibt
oder auf- und absteigt ist viel interessanter und bedeutungsvoller,
als zu sagen: Dieser Staat ist schlechter als Österreich."****

Deswegen, so Fischer weiter, sei umso wichtiger, dem Ranking eine
gewisse Bandbreite zuzugestehen und nicht auf kleine Unterschiede zu
beharren. Fischer freute sich auch über die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit mit der Schweiz und Ungarn, die sich dem Projekt heuer
angeschlossen und selbst Vereine zur Förderung der Demokratie
gegründet haben. Fischer: "Der Boden, auf dem Demokratien wachsen,
benötigt hin und wieder Dünger. Wir verstehen das Leben in einer
entwickelten Demokratie als ein Privileg, das mit Pflichten gegenüber
schwächeren Ländern einhergeht."

Der "Global Democracy Award" ist eine Auszeichnung für jene drei
Staaten, die im internationalen Staatenvergleich den größten
demokratiepolitischen Fortschritt vollzogen haben. An erster Stelle
im Ranking steht übrigens Norwegen, dicht gefolgt von Schweden,
Finnland und Dänemark. Norwegens Botschafter Arne Walther freute sich
zwar über die Auszeichnung, meinte aber auch scherzhaft, dass sich
sein Land nun nicht mehr verbessern, sondern bloß noch verschlechtern
könne. Österreich, das den elften Platz belegt, habe zwar bei der
Gesundheitsversorgung und der Wirtschaft positive Daten vorzuweisen,
so der renommierte Poltikwissenschafter Anton Pelinka, aber bei der
Gleichstellung der Geschlechter und der Erziehung "hinke unser Land
ein wenig hinterher, was den elften Platz erkläre".

Pelinka wies darauf hin, dass die unterschiedliche
Demokratieentwicklung auch mit der Ungleichverteilung der Ressourcen
zusammenhänge. So ließe sich aus dem Ranking leicht erkennen, dass
sich alle "reichen EU-Staaten" auf den ersten 25 Plätzen befinden, so
Pelinka, das Reich-Arm-Gefälle wird so auch in der
Demokratie-Qualität sichtbar. Gemesen werden unter anderem Politik,
Wissen, Umwelt, Wirtschaft und Gender (Gleichberechtigung),
erläuterte Pelinka, der auch betonte, dass fast 100 Staaten gar nicht
aufscheinen, und zwar jene, deren Daten nicht vewertbar gewesen
seien. Pelinka: "Wichtig ist jedenfalls, dass eine Beurteilung der
Demokratie keineswegs absolut gesehen werden darf. Der Anreizgedanke,
sich positiv verändern zu können, steht im Vordergrund." (Schluss) rr

OTS0182    2003-11-07/12:44

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel