Global Democracy Award präsentiert: Österreich an elfter Stelle

Fischer: "Eigentlicher Forschungszweck ist die Veränderung der Staaten innerhalb des Rankings"

SPÖ (SK) Der Verein zur Förderung des "Global Democracy Award" hat am Freitag bei einem Pressegespräch erstmals ein Qualitätsranking aller demokratischen Staaten präsentiert. Der II. Nationalratspräsident, SPÖ-Vizeparteichef Heinz Fischer bezeichnete das Demokratieranking als ein interessantes Projekt, dem im Zeitalter der Rankings, wo von den besten Ärzten, über Tanzschulen und Fitnessstudien alle ausgezeichet und gereiht werden, eine besondere Bedeutung zukomme. Zwar sei es schwierig, Demokratie zu errechnen, da viel Subjektives dahinter stecke, aber ihm, Fischer, sei es vor allem wichtig, dass der eigentliche Forschungszweck die Veränderung der Staaten innerhalb des Rankings sei. - "Ob ein Staat gleich bleibt oder auf- und absteigt ist viel interessanter und bedeutungsvoller, als zu sagen: Dieser Staat ist schlechter als Österreich."****

Deswegen, so Fischer weiter, sei umso wichtiger, dem Ranking eine gewisse Bandbreite zuzugestehen und nicht auf kleine Unterschiede zu beharren. Fischer freute sich auch über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Schweiz und Ungarn, die sich dem Projekt heuer angeschlossen und selbst Vereine zur Förderung der Demokratie gegründet haben. Fischer: "Der Boden, auf dem Demokratien wachsen, benötigt hin und wieder Dünger. Wir verstehen das Leben in einer entwickelten Demokratie als ein Privileg, das mit Pflichten gegenüber schwächeren Ländern einhergeht."

Der "Global Democracy Award" ist eine Auszeichnung für jene drei Staaten, die im internationalen Staatenvergleich den größten demokratiepolitischen Fortschritt vollzogen haben. An erster Stelle im Ranking steht übrigens Norwegen, dicht gefolgt von Schweden, Finnland und Dänemark. Norwegens Botschafter Arne Walther freute sich zwar über die Auszeichnung, meinte aber auch scherzhaft, dass sich sein Land nun nicht mehr verbessern, sondern bloß noch verschlechtern könne. Österreich, das den elften Platz belegt, habe zwar bei der Gesundheitsversorgung und der Wirtschaft positive Daten vorzuweisen, so der renommierte Poltikwissenschafter Anton Pelinka, aber bei der Gleichstellung der Geschlechter und der Erziehung "hinke unser Land ein wenig hinterher, was den elften Platz erkläre".

Pelinka wies darauf hin, dass die unterschiedliche Demokratieentwicklung auch mit der Ungleichverteilung der Ressourcen zusammenhänge. So ließe sich aus dem Ranking leicht erkennen, dass sich alle "reichen EU-Staaten" auf den ersten 25 Plätzen befinden, so Pelinka, das Reich-Arm-Gefälle wird so auch in der Demokratie-Qualität sichtbar. Gemesen werden unter anderem Politik, Wissen, Umwelt, Wirtschaft und Gender (Gleichberechtigung), erläuterte Pelinka, der auch betonte, dass fast 100 Staaten gar nicht aufscheinen, und zwar jene, deren Daten nicht vewertbar gewesen seien. Pelinka: "Wichtig ist jedenfalls, dass eine Beurteilung der Demokratie keineswegs absolut gesehen werden darf. Der Anreizgedanke, sich positiv verändern zu können, steht im Vordergrund." (Schluss) rr

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