- 07.11.2003, 10:43:29
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Industrie der vier Bundesländer fordert einen starken FFF
Industriesparten der Wirtschaftskammern Salzburg, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten trafen sich in Salzburg: Berufsausbildung, Forschung und Sondermaut
Salzburg (OTS) - Salzburg, 7. November 2003/WKS. Gerade im
Hinblick auf die aktuelle Neuordnung der Forschungsförderungsstruktur
in Österreich forderten die Obmänner der vier Industriesparten der
Wirtschaftskammern Salzburg, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten
am Donnerstag bei ihrem Kooperationstreffen in Salzburg die
Beibehaltung eines starken Forschungsförderungsfonds der gewerblichen
Wirtschaft (FFF). Der FFF stelle für die Wirtschaft die nach wie vor
wichtigste F&E-Fördereinrichtung dar.
Die anwesenden Spartenobleute und Spartengeschäftsführer nutzten
gleichzeitig die Möglichkeit, mit dem in Salzburg zu Besuch weilenden
Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Christoph Leitl,
wichtige industriepolitische Anliegen zu besprechen.
Das Ziel der Bundesregierung, die F&E-Quote bis 2006 auf 2,5%
anzuheben, wurde von den Spartenobmännern grundsätzlich begrüßt.
Ebenso sei auch die Weiterentwicklung der F&E-Förderstrukturen zwar
sinnvoll, müsse jedoch zu einer Verbesserung für die Wirtschaft
führen, hieß es dazu in einer Punktuation. Vor organisatorischen
Änderungen beim "Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche
Wirtschaft" (FFF) sollte unbedingt das für Anfang 2004 erwartete
Ergebnis der soeben angelaufenen internationalen Evaluierung
abgewartet werden.
Die Industriesparten fordern die Aufrechterhaltung der rechtlichen
Unabhängigkeit des FFF, wesentliche Entscheidungskompetenz für
Vertreter der Wirtschaft und eine langfristige Sicherung der
Dotierung. Ebenfalls sollte das Budget jährlich in dem Ausmaß
aufgestockt werden, das für die angestrebte Steigerung der F&E-Quote
notwendig ist. Abgelehnt wird eine Evaluierung von Firmenprojekten
durch ausländische Begutachter, um einen Know-how-Abfluss ins Ausland
zu verhindern. Und nicht zuletzt soll die rasche und unbürokratische
Arbeitsweise des FFF beibehalten werden.
Absage an Ausbildungsfonds
Eine eindeutige Absage erteilten die vier Industriesparten der
erneut von AK- und Gewerk-schaftsseite aufgebrachten Idee einer
verpflichtenden Ausbildungsumlage im Rahmen eines Ausbildungsfonds.
Deutlich wurde gemacht, dass das dabei immer wieder angeführte
Vorbild aus Vorarlberg (das "V.E.M-Fondsmodell") auf lediglich sechs
Industriebranchen beschränkt ist und noch dazu auf Freiwilligkeit
beruht. Außerdem bezahlen bei diesem Modell alle Betriebe eine Umlage
und nicht nur jene, die keine Lehrlinge ausbilden. Ein zwangsweiser
Ausbildungfonds würde nur eine Inkasso-Bürokratie für eine neue
höchst zweifelhafte Lehrlingssteuer darstellen und kaum zusätzliche
Lehrstellen schaffen.
Vehement sprachen sich die Industrievertreter gegen die Doppelmaut
auf Österreichs mautpflichtigen Autobahnstrecken aus. Es sei nicht
einzusehen, dass zum kommenden LKW-Roadpricing, das sich mit 600
Mill. Euro zu Buche schlagen wird, noch weitere 150 Mill. Euro durch
die Doppelmaut hinzukämen. Noch dazu sei die kommende LKW-Maut die
höchste fahrleistungsabhängige Maut Europas. Durch LKW-Roadpricing
und Doppelmaut liefen die südlichen Bundesländer, aber auch Regionen
wie der Lungau Gefahr, weiter marginalisiert zu werden.
Ztl.: Mehr Schulabgänger an die Industrie heranführen
Gemeinsam setzen die Industriesparten der Wirtschaftskammern von
Salzburg, Oberöster-reich, Steiermark und Kärnten ab sofort
Maßnahmen, um für die Industrie auch weiterhin qualifizierte
Mitarbeiter gewinnen zu können. Dies ist ein weiteres Ergebnis eines
Kooperationstreffens der vier Ländersparten am Donnerstagnachmittag
in der Wirtschaftskammer Salzburg.
Schon seit längerem besteht zwischen den Industriesparten von
Salzburg, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten eine enge
Zusammenarbeit. Die vier Sparten repräsentieren insge-samt 4000
Betriebe mit 220.000 Mitarbeitern (53% der Industriemitarbeiter) und
einen Produktionswert von über 45 Mrd. Euro (rd. 50% der
österreichischen Industrieproduktion). Aufgabe der Kooperation ist
eine koordinierte Gesetzesbegutachtung sowie, in Aufgabenteilung, die
Bearbeitung wichtiger Materien.
So hat die Sparte Industrie der WK Salzburg aufgrund der starken
Profilierung der Landeskammer als Bildungsanbieter
("Wirtschaftskammer-Bildung") das Thema Bildung übernommen.
Hintergrund ist, dass in der Industrie zunehmend Sorge darüber
herrscht, auch in Hinkunft gut ausgebildete Mitarbeiter zu bekommen.
"Der jeweilige Wirtschaftsstandort kann nur dann gesichert werden,
wenn wir auf die gute Qualität unserer ausgebildeten Facharbeiter
bauen können. Bei den Spartenpräsidien der kooperierenden
Bundesländer herrscht daher die einhellige Auffassung, dass
gemeinsame Anstrengungen erforderlich sind, damit die für die
Industrie richtige Qualifikation der Schulabgänger erreicht wird",
erklärte der Salzburger Spartenobmann Bergrat h.c. Dipl.-Ing. Josef
Wöhrer.
Ztl.: Industrie forciert Ausbildungsangebot
Die von den Industriesparten ins Auge gefassten Maßnahmen umfassen
vier Projekte, die gemeinsam von den Sparten Salzburg und
Oberösterreich erarbeitet wurden:
- Lehrstellenangebot transparent machen: Um das Angebot an
Lehrstellen und Lehrberufen in der Industrie stärker bekannt zu
machen, werden die offenen Lehrstellen in der Industrie erhoben,
regional gegliedert und Schülern und Eltern in kompakter Form
vermittelt: bei Berufsinformationsmessen, Sprechtagen in den Schulen
und Informationsveranstaltungen der regionalen Wirtschaft.
Gleichzeitig gibt es auch Informationen über die Kontaktpersonen in
den Unternehmen.
- Projekt "Lehre nach der Matura" als Beitrag der Industrie, AHS-
oder BHS-MaturantInnen eine berufsbezogene (zweite) Ausbildung zu
gewähren: Vorbild dafür ist ein Best-Practise-Modell der Salzburger
Firma W & H Dentalwerk Bürmoos. Die "Lehre nach der Matura" sieht
eine verkürzte Lehrzeit von 2,5 Jahren vor, in der Schüler zum
Werkzeugmechaniker ausgebildet werden. Der Lehrling besucht maximal 2
mal 10 Wochen die Berufs-schule. Die Abschlussprüfung erfolgt nach
dem zweiten Jahr.
- Projekt "Reif für die Industrie": AHS-Schüler sollten enger in
Kontakt mit der Industrie kommen, indem sie Facharbeiten und
Diplomarbeiten erstellen. Die Themen kommen dabei von den Betrieben,
die auch Hilfestellung geben. Die besten Arbeiten werden prämiert.
- Seminare für Ausbilder: Die Sparten werden auch die Ausbilder, die
letztlich für die Qualität der Ausbildung zuständig sind und selbst
hoch qualifizierte Kräfte darstellen, schulen und weiterbilden.
Geplant sind zweitägige Seminare für Ausbilder der Industriebetriebe
in den kooperierenden Bundesländern.
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Eine Aussendung der Wirtschaftskammer Salzburg, Stabsstelle
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Julius-Raab-Platz 1, 5027
Salzburg, Tel. 0662/8888-346, Fax: 0662/878513, E-mail: [email protected]
Rückfragehinweis:
Spartengeschäftsführer Dir.-Stv. Dr. Johann Bachleitner, Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Salzburg, Tel. 0662/8888-303, Fax: 0662/8888-676, E-Mail: [email protected]
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