• 07.11.2003, 09:21:18
  • /
  • OTS0033 OTW0033

Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen: Vielfalt der konsumierten Substanzen nimmt zu

ÖBIG präsentiert den Bericht zur Drogensituation 2003

Wien (OTS) - Der diesjährige Bericht zur Drogensituation zeigt
auf, dass sich das Spektrum der konsumierten - illegalen - Substanzen
in den letzten Jahren in Österreich deutlich verbreitert hat. Neben
Cannabis - mit dem weiterhin am häufigsten Erfahrungen gemacht werden
- wird zunehmend auch mit anderen Substanzen (Ecstasy, Speed, Kokain,
teilweise auch Opiate) experimentiert. Beim Problemkonsum wird im
Rahmen des polytoxikomanen Gebrauchs (Mehrfach- und Mischkonsum)
ebenfalls ein immer breiteres Spektrum von Substanzen konsumiert. Der
- auch intravenöse - Konsum von Kokain hat dabei vor allem auf Grund
von Marktmechanismen, wie niedriger Preis und ausreichende
Verfügbarkeit, in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Während
aber bisher vermutet wurde, dass sich der Trend zu aufputschenden
Substanzen - neben Kokain auch Amphetamine - in einer zunehmenden
Ablöse der Opiate niederschlägt, zeigt sich vielmehr, dass sich
allgemein der Konsum in Richtung verbreitertes Substanzspektrum
entwickelt.

Schwerpunktthemen "Psychiatrische Komorbidität"
und "Problematischer Cannabiskonsum"

Bei vielen Drogenabhängigen werden neben der Suchterkrankung noch
weitere psychiatrische Erkrankungen diagnostiziert. Die Zusammenhänge
zwischen Drogenkonsum und psychiatrischer Komorbidität sind komplex
und noch nicht ausreichend untersucht. Experten schließen aber, dass
der Drogenkonsum in vielen Fällen als "Selbstmedikation" einer
bestehenden psychischen Grunderkrankung dient bzw. dass sich
Drogenmissbrauch und eine bestehende psychische Belastung/Gefährdung
gegenseitig negativ verstärken.
Dies zeigt sich auch bei Cannabis, wobei der Anteil derer, die im
Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis eine Behandlung oder
Betreuung benötigen, im Vergleich zur Gesamtheit der Konsumenten sehr
gering ist. Es gibt aber eine Gruppe von Personen, die ausschließlich
bzw. vorrangig im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis eine
Behandlung benötigen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um relativ
junge, sozial integrierte Männer, bei denen nach intensivem,
hochdosiertem Konsum von Cannabis über längere Zeit psychotische
Störungen auftreten, wobei die Fachleute annehmen, dass dies mit
einer bereits bestehenden Vulnerabilität für Psychosen im
Zusammenhang steht.

Der "Bericht zur Drogensituation" wird jährlich vom ÖBIG im
Auftrag der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und
Drogensucht (EBDD) und des Bundesministeriums für Gesundheit und
Frauen (BMGF) erstellt. Er bietet einen Überblick über eine Vielzahl
von Daten und Studien zu unterschiedlichen Aspekten dieses
gesellschaftspolitisch bedeutsamen Themas. Weiters zeigt der Bericht
auf, mit welchen - vor allem gesundheitspolitischen - Maßnahmen auf
die Drogenproblematik in Österreich reagiert wird. "Evaluation
nationaler Drogenstrategien", "Problematischer Cannabiskonsum" sowie
"Psychiatrische Komorbidität" stellen die diesjährigen
Schwerpunktthemen dar. Der Bericht dient auch als
österreichischspezifischer Input für den jährlich von der EBDD
erstellten "Europäischen Drogenbericht". Der Gesamtbericht ist auf
der ÖBIG-Website - http://www.oebig.at - als download im PDF-Format
verfügbar.

"Bericht zur Drogensituation 2003"; Preis: kostenlos erhältlich
124 Seiten, 29 Tabellen, 11 Abbildungen, 3 Karten

OTS0033    2003-11-07/09:21

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel