- 06.11.2003, 11:45:08
- /
- OTS0120 OTW0120
FORMAT: Steuerexperte Herbert Kofler im FORMAT-Interview: "Steuerreform wird revolutionär"
Erbschaftssteuer und Mineralölsteuer sollen erhöht werden - 13. und 14. Monatsgehalt bleiben unangetastet
Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Freitag erscheinenden
Nachrichtenmagazin FORMAT nimmt Herbert Kofler, Leiter der
Steuerreform-Expertengruppe im Finanzministerium und engster Berater
von Finanzminister Karl Heinz Grasser, erstmals zu den Plänen für die
Steuerreform 2005 Stellung.
Die Steuerreform 2005 verdiene durchaus das Attribut
"revolutionär", meint Kofler. "Jeder Bürger wird die Entlastung
spüren."
Die Steuerbemessungsgrundlage soll breiter werden, der
Spitzensteuersatz gesenkt. Statt fünf Tarifstufen ist eine Variante
mit drei Stufen vorstellbar. Eine höhere Besteuerung des 13. und 14.
Monatsgehalts schließt Kofler dezidiert aus, eine höhere Besteuerung
von Überstunden hält er aber für "überlegenswert".
In Punkto Gegenfinanzierung spricht sich Kofler für eine "minimale
Gegenfinanzierung" aus. "Bei der Erbschaftssteuer brauchen wir
erstens eine Vereinfachung. Und weil wir im internationalen Vergleich
im unteren Bereich liegen, verträgt sie eine Erhöhung. Zur
Mineralölsteuer: Jede Steuerreform soll eine ökologische Dimension
haben. Durch die Tarifreform geben wir jedem Bürger mehr Geld in die
Tasche. Wir senken seine Fixkosten und erhöhen sein disponibles
Einkommen. Was er mit dem gewonnen Geld macht, ist seine
Entscheidung. Ob er mehr Auto fährt, auch."
Zur zuletzt aufgetauchten Frage, ob der Spitzensteuersatz gesenkt
werden kann, ohne die Kapitalertragssteuer (Kest) zu beeinflussen,
meint Kofler: "Sie können den Spitzensteuersatz auf 45 Prozent
senken, und 50 Prozent weiterhin für Jahreseinkommen ab zehn
MIllionen Euro gelten lassen. Damit steht die Zahl 50 im Gesetz, und
die Kest kann weiterhin bei 25 Prozent bleiben, wie es alle wollen."
Die Bemessungsgrundlage soll durch Änderungen bei den
Topf-Sonderausgaben verbreitert werden. Kofler: "Bei den
Topf-Sonderausgaben, also Wohnraumbeschaffung und eventuell auch
Personenversicherung, ist es wahrscheinlich gescheiter, man streicht
sie und geht damit mit den Tarifen runter."
OTS0120 2003-11-06/11:45
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMT






