Michael Stürmer: Sicherheit des Westens ist unteilbar

Michael Stürmer und György Konrád beim 9. Wiener Kulturkongress

Wien (OTS) - "Wir können Europa nur mit und nicht gegen die Vereinigten Staaten von Amerika bauen", betonte der deutsche Historiker, Politikberater und Publizist Michael Stürmer anlässlich des 9. Wiener Kulturkongresses zum Thema "Pax Americana - Chance oder Risiko für Europa?". Auch der ungarische Schriftsteller und Vizepräsident des Internationalen PEN, György Konrád , warnte vor den zunehmend amerikafeindlichen Tendenzen und meinte bei dem von Austria perspektiv und der Österreichischen Kulturvereinigung veranstalteten Diskussionsabend: "Europa von Amerika loszulösen heißt, Europa auseinanderzureißen".

Stürmer, der massive Kritik an der gegenwärtigen deutschen Außenpolitik übte, beklagte sowohl bei den USA als auch auf europäischer Seite das Fehlen einer "Grand Strategy" . Der jüngste Irak-Krieg habe unter anderem gezeigt, dass sowohl die USA als auch Deutschland in ihren neuen Rollen nach Ende des Kalten Krieges "schrecklich überfordert" seien. Es gehe auch nicht um die Frage "Europa oder USA?", sondern darum, dass es entweder ein Europa mit den USA gebe, oder kein Europa. "Die Amerikaner halten das europäische Gleichgewicht im Lot", so Stürmer, mit einem deutsch-französischen Direktorat sei das Projekt Europa sicherlich nicht zu schaffen.

György Konrád, der seine Freude über den baldigen EU-Beitritt Ungarns bekundete, bezeichnete "ein Schmieden einer europäischen Achse gegen die USA" als einen "gefährlichen Abstecher" für die Mitteleuropäer. "Europas Auseinanderfallen liegt nicht im Interesse der Mitteleuropäer. Die Einheit des Westens ist für uns etwas Gutes, eine erforderliche Wahl zwischen zwei westlichen Lagern wäre für uns eine Katastrophe", unterstrich der Träger des Aachener Karlspreises. Konrád erinnerte daran, dass es ohne Amerika in Europa heute keine Demokratie gebe und meinte weiters: "Wenn jemandem der gegenwärtige amerikanische Präsident nicht gefällt, so lohnt es, sich im Bewusstsein dessen zu beruhigen, dass auch dieser Präsident die Chance hat, dass die amerikanischen Bürger für die Zukunft an seiner Statt einen Anderen wählen werden".

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