Bundesheer-Reformkommission - Diskussion um Wehrpflicht greift zu kurz

Die Österreichische Offiziersgesellschaft stimmt Dr. Helmut Zilk zu, wenn er meint, dass ein Ende der Wehrpflicht ab 2010 angedacht werden kann

Wien (OTS) - Sie weist allerdings darauf hin, dass die Wehrpflicht derzeit nicht das bestimmende und vordringlichste Thema der Reformkommission sein kann. Es muss im Zuge einer exakten Definition der derzeitigen und zukünftigen Aufgaben des Bundesheeres eine ausgewogene Balance zwischen den nationalen und internationalen Anforderungen gefunden werden. Österreich darf weder die "Hausaufgaben" vernachlässigen noch den internationalen Anschluss verlieren. Die Wehrpflicht ist dabei nur ein mögliches Mittel, um die Aufträge erfüllen zu können.

Im Zuge einer sich entwickelnden Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass die österreichischen Ausgaben für die Landesverteidigung nach wie vor die geringsten in Europa sind. Eine anzustrebende Professionalisierung in qualitativer und quantitativer Hinsicht ist mit den derzeitigen Verteidigungsausgaben in der Höhe von 0,78 % Anteil am BIP nicht möglich. Nur eine entsprechende Angleichung an europäische Standards wird es der Republik Österreich in dieser Hinsicht ermöglichen, auch als ernstzunehmender Partner akzeptiert und gehört zu werden.

Die Österreichische Offiziersgesellschaft als das sicherheitspolitische Gewissen Österreichs begrüßt eine offene und weitblickende Diskussion ohne Tabus im Rahmen der Bundesheer-Reformkommission zu allen Themen der Landesverteidigung. Sie warnt aber ausdrücklich vor allzu plakativen und populären Forderungen, ohne vorher die wesentlichen Fragen geklärt zu haben.

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