ÖBB: Bleckmann wirft Gewerkschaft fehlenden Reformwillen vor

Privilegienritter nehmen fleißige Eisenbahner in Geiselhaft

Wien, 2003-11-05 (fpd) - In einer gemeinsamen Pressekonferenz am Wiener Westbahnhof zogen FPÖ-Generalsekretärin Magda Bleckmann und FPÖ-Verkehrssprecher Eduard Mainoni heute Bilanz über den gestrigen Streik der ÖBB. ****

Bleckmann warf der Eisenbahnergewerkschaft vor, von vornherein kein Interesse an einer Einigung gehabt zu haben. Ganz im Gegenteil liege das Hauptinteresse der Gewerkschaft als Vorfeldorganisation der SPÖ darin, die Koalition in Mißkredit zu bringen. Reformwillen habe sie jedenfalls nicht bekundet. Die Streikdrohungen bezeichnete Bleckmann als Erpressung, der Streik werde auf Kosten und auf dem Rücken der Kunden ausgetragen. Die Gesamtverschuldung der ÖBB liege Ende 2003 bei etwa zehn Milliarden Euro, begründete Bleckmann die Notwendigkeit von Reformen, die auch von 78 Prozent der Bevölkerung für notwendig gehalten würden. In ihrer derzeitigen Struktur sei die ÖBB nicht wettbewerbsfähig. In der Gewerkschaft, der auch die Bahnkunden egal seien, gebe es aber keine Bereitschaft für Reformen.

In weiterer Folge befaßte sich Bleckmann mit den "Privilegienrittern" in der ÖBB, die sich vor allem bei der Gewerkschaft fänden. So seien die "ÖBB-Bonzen" unkündbar und würden Versetzungsschutz genießen. Auch Bürobedienstete dürften bereits mit 52,2 Jahren in Pension gehen. Das derzeitige ÖBB-Dienstrecht bringe den Bürgern Mehrkosten von 347 Millionen Euro pro Jahr. 2001 habe die ÖBB 1,26 Millionen Krankenstandstage verzeichnet, die einen Personalaufwand in der Höhe von 161,6 Millionen Euro verursacht hätten. Insgesamt agiere die Gewerkschaft nach dem Motto "Lieber abkassieren als reformieren". Sie streike nicht für die Eisenbahner, sondern gegen die Abschaffung ihrer Sonderrechte. Wörtlich sprach Bleckmann von einer "Insel der seligen Privilegienritter", die es in einer Solidargesellschaft nicht geben dürfe. Einige wenige Privilegienritter würden unzählige fleißige Eisenbahner in Geiselhaft nehmen. Sinn und Zweck der ÖBB-Reform sei es, zwischen jenen zu unterscheiden, die wirkliche Schwerarbeit leisten würden, und jenen, die im Verwaltungsbereich tätig seien. (Schluß)

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