Karas: Geschlechterneutrale Versicherungsprämien sind ein Schuss nach hinten!

Kommission darf Richtlinienvorschlag nicht beschließen

Brüssel, 4. November 2003 (ÖVP-PK) "Geschlechtsneutrale Versicherungsprämien sind kein tauglicher Beitrag zur Bekämpfung der Diskriminierung in Europa. Sie sind vielmehr ein Schuss nach hinten, der die Prämien für alle, Männer wie Frauen, verteuern würde", sagte heute, Dienstag, der Wirtschafts- und Währungssprecher der EVP-ED-Fraktion Mag. Othmar Karas. "Die Kommission sollte diesen Vorschlag der griechischen Kommissarin Anna Diamantopoulou in ihrer morgigen Sitzung nicht beschließen. Er ist ebenso schlecht und praxisfremd vorbereitet wie der Vorschlag zur Verbraucherkreditrichtlinie", so Karas weiter. "Der Vorschlag stammt aus der Mottenkiste eines falsch verstandenen Gleichstellungskampfes. Hier wird nichts verbessert, sondern der Wirtschaft und vor allem den Verbrauchern Schaden zugefügt", betonte Karas. ****

Der Richtlinienvorschlag zur Nicht-Diskriminierung zwischen Männern und Frauen im Rahmen von Gütern und Dienstleistungen sieht vor, dass die Höhe von Versicherungsprämien nicht mehr aufgrund von objektiven Geschlechtsinformationen, festgesetzt werden darf. Frauen zahlen derzeit eine geringere Kfz-Versicherungsprämie, da sie statistisch erwiesen weniger Unfälle verschulden. Männer hingegen zahlen geringere Annuitäten bei der Lebensversicherung, da es demographisch erwiesen ist, dass sie kürzer leben. "Die Bestimmung der Prämienhöhe aufgrund von geschlechtsspezifischen Kriterien hat also nicht das Geringste mit einer Diskriminierung zwischen Männern und Frauen zu tun. Sie beruht auf objektiven Gesichtspunkten und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die regelmäßig neu erhoben und korrigiert werden", so Karas.

Der österreichische Europaparlamentarier wies darauf hin, dass geschlechtsneutrale Versicherungsprämien im Sinne des Richtlinienvorschlags insgesamt eine Verteuerung der Prämien zur Folge hätten. "Und das geht zum Nachteil von Männern und Frauen. Wenn ein solcher Richtlinienvorschlag überhaupt notwendig sein sollte, sind in jedem Fall noch umfangreiche Konsultationen, vor allem mit der Versicherungswirtschaft, notwendig. Im derzeitigen Stadium ist es aber definitiv zu früh diesen Richtlinienvorschlag zu beschließen", betonte der EVP-ED-Wirtschaftssprecher. Karas wies auch darauf hin, dass bereits etliche Kommissare ihre Skepsis gegenüber diesem Vorschlag geäußert hätten. "Nach meinen Informationen halten unter anderem die Kommissare Bolkestein und Solbes den Vorschlag für unausgereift und werden sich in der Kommissionssitzung entsprechend äußern. Als Wirtschaftssprecher der größten Fraktion des Europäischen Parlaments kann ich jedenfalls energischen Widerstand ankündigen, falls der Vorschlag in dieser Form beschlossen werden sollte", so Karas abschließend.

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