Ausstellung "Johann Strauss ent-arisiert"

STr. Mailath-Pokorny präsentiert erste Ausstellung der Sammlung nach Restitution und Ankauf durch Stadt Wien

Wien (OTS) - "Wir sind froh, die wichtigste Strauss-Sammlung nun
der Öffentlichkeit präsentieren zu können", betonte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny heute bei der Presseführung in den neuen Räumlichkeiten der Wiener Stadt- und Randesbibliothek im Rathaus. "Ihr Ankauf durch die Stadt Wien war ein Bekenntnis zur Bedeutung von Johann Strauss für die Musikstadt Wien, aber auch ein Bekenntnis dazu, sich der eigenen, unrühmlichen Geschichte zu stellen", so Mailath-Pokorny. Die Sammlung war im Zuge der Überprüfung aller Kunst- und Kulturgegenstände im Besitz der Stadt an die Erben von Johann Strauss restituiert und anschließend um 5,3 Millionen Euro erworben worden.

Seit 1999 überprüft die Stadt Wien sämtliche in der NS-Zeit getätigten Erwerbungen von Kunst- und Kulturgegenständen mit dem Ziel, alle auf unredliche Weise zugewachsenen Objekte an die einstigen Eigentümer bzw. deren Erben zurückzustellen. Die zu diesem Zweck eingesetzte Restitutionskommission empfahl die vollständige Rückgabe der Sammlung Strauss-Meyszner. Nachdem die Stadt Wien 2001 dieser Empfehlung vorbehaltlos nachgekommen war, kaufte sie die Sammlung noch im gleichen Jahr zu einem Betrag von 5,3 Millionen Euro (73 Millionen Schilling) an.****

Die Sammlung Strauss-Meyszner steht somit wieder in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek und im Wien Museum Karlsplatz der interessierten Öffentlichkeit und insbesondere der Forschung zur Verfügung.

Die Sammlung Strauss-Meyszner ist eine der beiden großen zu Lebzeiten von Johann Strauss (Sohn) angelegten Strauss-Sammlungen. Nach einer beispiellosen Hetzkampagne der Nationalsozialisten wurden Alice Meyszner-Strauss die ihr gehörigen Materialien aus dem Besitz ihres Stiefvaters Johann Strauss (Sohn) abgenötigt und gelangten so in den Besitz der Stadt Wien.

Diese gab die Sammlung nach dem Krieg zwar an die mittlerweile im Ausland lebenden Erben nominell zurück, erwirkte jedoch ein Ausfuhrverbot. Man ging einen Handel ein: Einige ausgewählte Stücke durften das Land verlassen, dafür verblieb der große Rest als "Geschenk" in Wien.

Die zahlreichen Notenhandschriften und -drucke, Briefe, Zeichnungen, Plakate, Bildnisse, Erinnerungsgegenstände etc. überliefern wertvolle Informationen zum Leben und Werk von Johann Strauss (Sohn).

Den wertvollsten Teil der Sammlung bilden Notenautographe. Die bedeutendsten Einzelstücke sind die Partituren der Operetten Indigo und die vierzig Räuber und Carneval in Rom sowie der einzigen Oper von Johann Strauss Ritter Pásmán. Von seinen Tanzmusikwerken sind zuvorderst die Urschriften der Walzer Groß-Wien op. 440, Märchen aus dem Orient op. 444 und Hochzeitsreigen op. 453 zu nennejn. Einen Großteil des Bestands machen Skizzen aus; hier sind insbesondere jene zum unvollendeten Ballett Aschenbrödel erwähnenswert. Hervorzuheben ist auch die Sammlung von Erst- und Frühausgaben sämtlicher mit Opuszahlen versehenen Kompositionen von Johann Strauss.

o Service: Ausstellungskabinett der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, 1010 Wien, Rathaus, Stiege 4, 1. Stock 4. November - 5. Dezember 2003, Mo-Do: 09:00-18:30, Fr: 09:00-16:30; Eintritt ist frei

(Schluss) sas

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