- 02.11.2003, 11:30:48
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Kräuter: Böhler-Uddeholm-Deal wird sofort parlamentarisch untersucht
Warnung vor Verschleuderung durch ÖIAG-Aufsichtsrat
Wien (SK) Auf ein "gelungenes Timing" im Zusammenhang mit dem
geplanten Böhler-Uddeholm-Deal durch die ÖIAG verweist
SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter: "Bereits nach dem Tag der
entscheidenden Aufsichtsratssitzung der ÖIAG, also am 5. November,
tagt der Kleine Untersuchungsausschuss zum Thema
ÖIAG-Privatisierungen im Parlament. Als Auskunftspersonen sind
AR-Vorsitzender Alfred Heinzel sowie die Vorstände Peter Michaelis
und Rainer Wieltsch geladen, alle haben ihr Erscheinen bestätigt."
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In der parlamentarischen Untersuchungssitzung würden laut Kräuter
penibel alle Umstände des geplanten Verkaufs des dem österreichischen
Steuerzahler gehörenden 25 Prozent-Anteils an dem steirischen
Paradeunternehmen Böhler-Uddeholm untersucht.
Insiderwissen von Veit Schalle kommt dem Steuerzahler teuer zu
stehen
Kräuter: "Ich werde vor allem die Rolle von ÖIAG-Aufsichtsrat Veit
Schalle, der gleichzeitig Kaufinteressent ist, in Frage stellen. Es
ist zu befürchten, dass sich das Insiderwissen von Herrn Schalle
durch seine Aufsichtsratsfunktion in der ÖIAG negativ auf den
Aktienpreis auswirken wird."
In diesem Zusammenhang seien die Gremien der ÖIAG dringend
aufzufordern, Entscheidungen im Sinne des Eigentümers, der Republik
Österreich, und nicht zugunsten von "einer Handvoll privater
Kaufinteressenten" zu treffen. Kräuter: "Ich warne vor der
Verschleuderung von Volksvermögen unter Freunden in der
ÖIAG-Aufsichtsratssitzung am Dienstag. Jede Handlung, jede
Unterlassung und jede Unvereinbarkeit wird tags darauf hinterfragt
und untersucht."
Ergänzend kündigt Kräuter einen Ladungsantrag bezüglich
Rechnungshofpräsident Franz Fiedler als weitere Auskunftsperson für
die Mittwochsitzung an: "Präsident Fiedler ist grundsätzlich mit
einer Auskunftserteilung von seiner Seite einverstanden, er fordert
bekanntlich seit Jahren ein Unternehmenskonzept von den
ÖIAG-Verantwortlichen." Vor allem die Frage, ob die ÖIAG überhaupt
über eine Strategie verfügte oder das Eigentum der Republik
Österreich nach politischen Aufträgen oder jeweiliger Finanzkraft von
Insidern verschleudere, werde zu diskutieren sein. (Schluss) se/bw
OTS0020 2003-11-02/11:30
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