• 31.10.2003, 12:08:49
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  • OTS0121 OTW0121

OECD will Qualitätswettbewerb verhindern

Der Präsident der Wiener Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten warnt vor drastischen Folgen für die Planungsqualität

Wien (OTS) - In ihrem Länderbericht Österreich 2003 setzt sich die
OECD verstärkt für den Preiswettbewerb ein und drängt auf ein Verbot
der Honorarempfehlungen von Verbänden.

"Der Preiswettbewerb verhindert Planungsqualität", sprach sich der
Präsident der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für
Wien, Niederösterreich und Burgenland Ortfried Friedreich gegen die
Bestrebungen der OECD aus.

Preiswettbewerb als Feind der Baukultur

"Das billigste Planungsangebot ist nicht immer das
wirtschaftlichste", erläuterte Friedreich.

Planungen zu Dumping-Preisen bieten nur sehr kurzsichtige Lösungen
bei denen die Planungsqualität meist auf der Strecke bleibt.

"Die Qualität der gebauten Umwelt hängt im Wesentlichen von der
Leistungsfähigkeit der planenden Berufe ab. Diese Qualität kann nur
dadurch sichergestellt werden, dass die ihr zugrundeliegenden
Leistungen auch angemessen honoriert werden. Der Preiswettbewerb
wirkt sich zwangsläufig zu Lasten der Qualität der Leistungen aus.
Eine kürzere Lebensdauer der Gebäude und damit eine Verteuerung des
Bauens insgesamt wären mögliche Folgen", so Friedreich.

"Zudem gefährden die von den OECD-Experten vorgeschlagenen
preisorientierten Vergabeverfahren die Existenz kleiner Büros, die im
ruinösen Preiswettbewerb nicht mithalten können, und aufgeben
müssen", stellte Friedreich fest.

Qualitätswettbewerb als beste Lösung

"Der österreichische Planungsmarkt funktioniert nur dort gut, wo
das Qualitätsprinzip herrscht und auf den Preiswettkampf verzichtet
wird. So beweist zum Beispiel die Bundesimmobiliengesellschaft mit
zahlreichen Projekten, dass mit dem Qualitätswettbewerb sowohl
architektonisch als auch wirtschaftlich die beste Lösung erzielt
wird", untermauerte Friedreich die Forderungen der Kammer der
Architekten und Ingenieurkonsulenten nach einer dem Qualitätsprinzip
entsprechenden Vergabekultur in Österreich.

Der Preiswettbewerb sei nur dort wirtschaftlich sinnvoll, wo der
Auftraggeber die Angebote mehrerer Bewerber preislich gegeneinander
abwägen kann. Eine solche Vergleichsmöglichkeit sei bei den
geistig-schöpferischen Leistungen der Ziviltechniker allerdings nicht
gegeben, erklärte Friedreich abschließend.

OTS0121    2003-10-31/12:08

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