- 31.10.2003, 10:44:13
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Ein echter Bockerer geht nicht unter: Kinostart für vierten "Bockerer"
"Prager Frühling" 2004 im ORF zu sehen
Wien (OTS) - Ein echter Bockerer geht nicht unter: Wo Unrecht
geschieht, kann er nicht weit sein, um es zu bekämpfen. So gerät der
widerspenstige Wiener Fleischermeister Karl Bockerer - Karl Merkatz
in einer seiner Paraderollen - in seinem jüngsten, bisher vierten
Filmabenteuer, das gestern im Wiener Gartenbaukino seine Premiere
feierte, mitten in die Wirren des Prager Frühlings 1968. Mit dem
"Bockerer" schrieb Regiealtmeister Prof. Franz Antel österreichische
Filmgeschichte, die er mit "Der Bockerer IV - Prager Frühling" heuer
fortsetzte. Der als Fernsehfilm vom ORF koproduzierte Streifen
startet heute, Freitag, mit 22 Kopien in den österreichischen Kinos,
bevor er im Jahr 2004 im ORF zu sehen sein wird. Der Kinostart, den
der Filmverleih BuenaVista ermöglicht hat, wurde gestern im Anschluss
an die Premiere im Kursalon am Stadtpark gefeiert. Rund 700 Gäste aus
Kultur, Film und Wirtschaft waren gekommen, um dem 90-jährigen
Filmemacher seine Aufwartung zu machen: Altbürgermeister Dr. Helmut
Zilk unterbrach sogar seinen Portugal-Urlaub und kam mit seiner
Dagmar Koller, um eine Laudatio auf die Regielegende zu halten:
"Franz Antel wurde noch in der k. u. k. Monarchie geboren und hat so
viel Zeitgeschichte miterlebt, er hat persönlich erlebt, was er in
seinen Filmen gestaltet hat. Und mit dem 'Bockerer' hat er selbst
Zeitgeschichte geschrieben." Unter den weiteren Gratulanten fanden
sich außerdem Altbundespräsident Dr. Kurt Waldheim,
Kulturstaatssekretär Franz Morak, der Wiener Kulturstadtrat Dr.
Andreas Mailath-Pokorny, ORF-Programmdirektor Dr. Reinhard Scolik u.
v. a. Mit Hauptdarsteller Karl Merkatz feierten unter anderem die
Filmkollegen Katharina Stemberger, Marianne Nentwich, Christian
Spatzek, Caroline Vasicek, Sascha Wussow, Heinrich Schweiger, Heinz
Petters, Wolfgang Böck, Brigitte Neumeister und Harald Serafin,
weiters Koregisseur Kurt Ockermüller, epo-Filmproduzent Dieter
Pochlatko und die Drehbuchautoren Fedor Mosnak, Kurt Huemer und Carl
Szokoll.
1981 entstand der erste "Bockerer"-Film von Franz Antel, der vom
tragikomischen Widerstand des kleinen Fleischhauers Karl Bockerer
während der Nazidiktatur erzählt. Antel hatte Karl Merkatz als
Bockerer im Theater gesehen und war so begeistert, dass er ihn sofort
für eine Verfilmung verpflichtete. Zwei Monate später begannen
bereits die Dreharbeiten.
1996 führte "Der Bockerer II - Österreich ist frei" die Zuschauer in
das Nachkriegswien unter sowjetischer Besatzungsmacht. Im Winter 1999
wurde "Der Bockerer III - Die Brücke von Andau" gedreht, in dem Karl
Bockerer in die Wirren des Ungarnaufstandes von 1956 gerät und am
Ende vielen Menschen die Flucht vor dem kommunistischen Regime in den
freien Westen ermöglicht. Mit dem Dreh zu "Der Bockerer IV - Prager
Frühling" im Mai/Juni 2003 machte sich Franz Antel, der am 28. Juni
seinen 90. Geburtstag feierte, laut eigenen Angaben sein schönstes
Geburtstagsgeschenk. Einen fünften "Bockerer" wird es allerdings
nicht geben: "Weil die Figur des Bockerer dann schon zu alt wäre",
bedauert Antel. "Ich habe mir aber vorgenommen, 100 zu werden und
noch ein bis zwei Filme zu machen."
"Der Bockerer IV - Prager Frühling" ist eine Produktion von epo-film
in Zusammenarbeit mit dem ORF, hergestellt mit Unterstützung des
Österreichischen Filminstituts, des Filmfonds Wien und des Landes
Niederösterreich.
OTS0066 2003-10-31/10:44
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