• 28.10.2003, 14:36:36
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Gusenbauer in Sao Paulo: Freier Welthandel für weltweiten Wohlstand!

Wettbewerbsverzerrende Subventionssysteme abbauen!

Wien (SK) "Es ist keine Frage, dass der freie Handel in
Europa entscheidend zum Wohlstand beigetragen hat. Warum sollte das,
was in Europa funktioniert, nicht auch weltweit funktionieren",
betonte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Dienstag in seinem
Referat vor dem Kongress in der Sozialistischen Internationale in Sao
Paulo. Es gebe aber immer noch Widerstände gegen den Freihandel, und
das auf zwei Ebenen: "Zunächst bestehen immer noch Handelshindernisse
der verschiedensten Art und es gibt insbesondere in Europa und den
Vereinigten Staaten ein System von Subventionen - vor allem für die
Landwirtschaft - das die Konkurrenzverhältnisse verzerrt. Die erste
Aufgabe ist es, diese Handelshindernisse und diese Subventionssysteme
abzubauen", unterstrich Gusenbauer. ****

Der freie Handel helfe natürlich - auch das zeige das
europäische Beispiel - vor allem jenen Staaten, die bereits
wirtschaftlich stark sind. Daher sei es erforderlich, begleitende
Politiken zu entwickeln, die Hilfe für die weniger entwickelten
Gebiete und Staaten zur Folge haben. Eine solche Politik finde in der
EU statt und habe sich als sehr erfolgreich herausgestellt. "Warum
sollte dies nicht auch weltweit funktionieren? Wir brauchen daher
beides - einen freien Markt und Begleitmaßnahmen, die dafür sorgen,
dass niemand zurückbleibt", so Gusenbauer.

Ein weiterer Punkt, der in der Diskussion über den weltweiten
Freihandel immer wieder erwähnt werde, seien zurecht die
unterschiedlichen Standards hinsichtlich der Umweltbestimmungen und
der Arbeitbedingungen. "Es ist keine Frage, dass auch hier
einheitliche Standards weltweit durchgesetzt werden können, bevor es
zu einem wirklich freien Welthandel kommt", so Gusenbauer.

Und schließlich habe sich gezeigt - und wiederum sei Europa
dafür ein gutes Beispiel - dass regionale, politische und
wirtschaftliche Zusammenarbeit den Prozess der Entwicklung des
Freihandels entscheidend vorantreibe. In Europa habe durch die
Zusammenarbeit und die Entwicklung des einheitlichen Marktes jedes
einzelne Land gewonnen. Auch dies soll und kann von anderen Regionen
der Welt - wie etwa in Mercosur -vorangetrieben werden. Die jetzt so
kläglich gescheiterten Verhandlungen über den freien Welthandel
sollten rasch erneut aufgenommen werden und sich auf diese vier
"Körbe" konzentrieren. "Dann müsste es möglich sein, innerhalb kurzer
Zeit zu einem neuen Welthandelssystem zu kommen, von dem Alle
profitieren", so Gusenbauer in seinem Referat.

"Manche mögen einwänden, dass nicht alle diese Ideen völlig
neu sind. Das ist sicherlich richtig; aber nichts ist stärker, als
eine Idee, deren Zeit gekommen ist", betonte Gusenbauer abschließend.
(Schluss) ml/mm

OTS0189    2003-10-28/14:36

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