- 27.10.2003, 11:09:32
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Irak: Tödlicher Anschlag auf das Rote Kreuz
Selbstmord-Attentäter nutzte ein mit Sprengstoff beladenes Rotkreuz-Fahrzeug
Wien, Genf, Bagdad (Rotes Kreuz) - "Ich bin überzeugt, dass wir
etwas sehr Wichtiges für das Land leisten. Ich hoffe, wir bleiben in
dieser Stärke im Irak", sagt Rotkreuz-Sprecherin Nada Doumani. Es sei
aber zu früh, um über die Zukunft der Rotkreuz-Mission im Irak zu
entscheiden. "Wenn wir unsere Aktivitäten aufgrund des heutigen
Anschlags herunter fahren, ist es das irakische Volk, das am meisten
darunter leiden wird. Wir sind aber nach wie vor davon überzeugt zu
bleiben."
Der schlimmste von drei Bombenanschlägen, die in den Morgenstunden
Bagdad erschüttert haben, hat das Hauptquartier des Roten Kreuzes
getroffen. Medienberichte sprechen von mindestens elf Toten und zehn
Verletzten. Laut Doumani dürfte es sich bei "ein bis zwei Opfern" um
irakische Mitarbeiter des Roten Kreuzes handeln. Die Bombe habe
hauptsächlich Passanten das Leben gekostet.
Das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug war gegen 8 Uhr 30 Ortszeit
(6.30 MEZ) durch die Absperrungen vor dem Gebäude gerast. Nach
neuesten Meldungen von Augenzeugen hat es sich bei dem Transporter um
ein mit dem Zeichen des Roten Halbmondes ausgewiesenes Fahrzeug
gehandelt. Der Rote Halbmond ist die Schwesternorganisation des Roten
Kreuzes in islamischen Ländern.
Das Rote Kreuz ist seit 1983 ohne Unterbrechung im Irak tätig und
hat das Land auch während des Krieges nicht verlassen. "In dieser
Zeit haben wir uns das Vertrauen der Bevölkerung erarbeitet", sagt
eine erschütterte Nada Doumani. "Wir verstehen den Anschlag nicht,
denn das Rote Kreuz ist den Menschen im Irak bekannt als neutrale und
unpolitische Hilfsorganisation."
Umso tiefer sitzt der Schock über den Anschlag. "Das Gebäude wurde
nicht von bewaffneten Truppen bewacht, es gab keine sichtbare
Abschirmung nach außen. Ein offenes Tor für die Menschen, die Hilfe
brauchen, war das Signal, das das Rote Kreuz gesendet hat",
beschreibt Martina Schloffer das Gebäude. Die österreichische
Rotkreuz-Delegierte ist erst vor kurzem von ihrem fünfmonatigen
Einsatz in Bagdad zurückgekehrt.
OTS0059 2003-10-27/11:09
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