• 27.10.2003, 10:10:29
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Steinzeitsiedlung in der Ostsee entdeckt

Hamburg (OTS) - Bereits vor 6000 Jahren gab es ganzjährig bewohnte
Siedlungen an der Ostsee. Dies bestätigen Funde von Forschern des
Archäologischen Landesamtes Schleswig. Das Team um Grabungsleiter
Sönke Hartz entdeckte vor Neustadt in der Ostsee unter anderem
Knochen von Wild sowie von Vogelarten, die dort überwinterten. Sie
waren um 4500 bis 4300 v. Chr. Nahrung für die Menschen, die sich
nach dem Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren in dieser Region
angesiedelt hatten. Die Siedlung blieb bislang verborgen, da der
Wasserspiegel der Ostsee seither um vier Meter angestiegen ist. Das
berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der November-Ausgabe
(EVT 27.10.03).

In der Steinzeit lebten die Menschen der Siedlung von Jagd und
Fischfang. Darauf deuten Werkzeuge hin, die unter Wasser ausgegraben
wurden. An Land jagten sie Wildscheine, Rothirsche und Rehe, deren
Geweihspitzen zu Harpunen verarbeitet wurden. Durchbohrte
Schulterblätter von erlegten Robben bezeugen den Einsatz dieser
Harpunen.

Außergewöhnlich ist der Fund einer Axt aus dem schwarzgrün
glänzenden Gestein Amphibolit, das es sonst nur an der Mittelelbe und
an der Donau gibt. Diese Axt diente den frühen Neustädtern vermutlich
nicht als Werkzeug, sondern war ein Prestigeobjekt. In Booten aus
einem einzigen Baumstamm fuhren die Siedlungsbewohner elbaufwärts, um
das begehrte Gestein einzutauschen.

Die Größe des in der Steinzeit besiedelten Gebietes an der Ostsee
kann noch nicht abgeschätzt werden. Bisher wurde erst eine Fläche von
40 Quadratmetern freigelegt. Der Fund der seltenen Werkzeuge läßt
allerdings auf eine wichtige Siedlung schließen.

ots Originaltext: NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND

OTS0038    2003-10-27/10:10

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