- 25.10.2003, 14:29:02
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Brinek: Elternteilzeit für beide Elternteile muss kommen
Gertrude Brinek mit 95,6 Prozent als ÖAAB-Frauenchefin wiedergewählt
Wien, 25. Oktober 2003 (ÖAAB-PD) Teilzeitarbeit für Eltern bis
zum Schuleintritt des Kindes muss für beide Elternteile auf
gesetzlicher Basis umgesetzt werden, forderte heute, Samstag, ÖAAB-
Frauenchefin Abg.z.NR Dr. Gertrude Brinek in ihrer Rede vor dem
Bundeskongress der ÖAAB-Frauen. Noch seien nicht alle Details der
Elternteilzeit verhandelt, an der im Ministerrat beschlossenen
gesetzlichen Durchsetzbarkeit der Elternteilzeit in Betrieben mit
mehr als 20 Mitarbeitern sei aber nicht mehr zu rütteln.
Unterstützung erhielt Brinek in dieser Frage von ÖAAB-Generalsekretär
Werner Amon, der den jüngsten Vorstoß der Wirtschaft in der
Elterteilzeit als "reaktionär" und "absolut unverständlich"
bezeichnete. "Der Arbeitsmarkt braucht die Frauen, und die
Elternteilzeit ist ein Meilenstein hinsichtlich der besseren
Vereinbarkeit von Familie und Beruf", sagte Amon bei der ÖAAB-
Frauenkonferenz. ****
Brinek betonte, sie vertraue darauf, dass es zwischen
Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu einer neuen Kultur der
Zusammenarbeit kommen werde. Die moderne Arbeitswelt brauche flexible
Arbeitsmodelle, bei denen Stechuhren und der feste Platz an einem
Schreibtisch in Zukunft keine so große Rolle mehr spielen werden, wie
sie es derzeit noch täten. "Flexiblere Arbeitszeiten und
qualifizierte Teilzeitarbeitsplätze sind alte Forderungen der ÖAAB-
Frauen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sie in die Realität
umzusetzen. Die Diskussion darüber hat erst begonnen, und alle sind
aufgefordert, hier Lösungsvorschläge einzubringen."
Die ÖAAB-Frauenvorsitzende forderte grundsätzlich eine stärkere
berufliche Eigenständigkeit der Frauen. Berufsplanung müsse zum
festen Lebensbestandteil gehören. Maßnahmen zu besseren Vereinbarkeit
von Familie und Beruf komme daher im Programm der ÖAAB-Frauen eine
wichtige Bedeutung zu. "Das Kindergeld ist in seiner jetzigen Form
ein Meilenstein, vor allem im Zusammenhang mit der Anhebung der
Zuverdienstgrenze während der Karenzzeit", so Brinek. Die
Zuverdienstgrenze solle einer Überprüfung unterzogen werden, um
festzustellen, ob eine Änderung - im Sinne einer Anhebung oder
Aufhebung - vorgenommen werden sollte.
Im Leitantrag der ÖAAB-Frauenkonferenz wird außerdem die
Schaffung von Arbeitsplätzen im Haushalt gefordert und eine
steuerliche Absetzbarkeit von Haushaltshilfen, "wenn es sich um ein
sozialversicherungspflichtiges Dienstverhältnis handelt".
Dr. Gertrude Brinek wurde mit 95,6 Prozent der
Delegiertinnenstimmen wiedergewählt. Zu ihren Stellvertreterinnen
wurden Christine Gubitzer, Dr. Christa Schach, Gertrude Stolzer und
Anna Maria Feldbaumer gewählt.
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