• 21.10.2003, 15:34:46
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Onodi und Schabl zu Herz-Kreislauferkrankungen

Bis 2010 Mortalität bei unter 65-jährigen um 20 Prozent senken

St. Pölten (NLK) - Man habe die einzelnen Gesundheitsziele für
Niederösterreich mit Experten formuliert und wolle jetzt erreichen,
dass diese auch umgesetzt werden, sagte heute, Dienstag,
Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi in St. Pölten bei
einer Pressekonferenz gemeinsam mit Landesrat Emil Schabl und Primar
Dr. Harald Mayr zum Thema "Herzvorsorge".

Bei den Projekten "Gesunde Gemeinde" oder "Bewegte Klasse", aber
auch bei den Versuchen in der Kommune Loosdorf, kollektiv abzunehmen,
habe die Bevölkerung schon bisher viel Interesse gezeigt. Jetzt
sollen Expertengruppen beraten, wie man noch mehr Vorsorge für die
eigene Gesundheit aufwenden könne. Das Bewusstsein, mehr gegen Herz-
und Kreislauf-Erkrankungen machen zu können, müsse steigen, man müsse
die Menschen informieren, beraten und zum Mitmachen auffordern. Daher
wurden jetzt Arbeitsgruppen gebildet, mit dem Ziel, bis 2010 die
Mortalität von Herz- und Kreislauferkrankungen bei den unter
65-jährigen um 20 Prozent zu senken, argumentierte Onodi.

Die Situation ist nämlich unverändert ernst, obwohl laufend neue
Einrichtungen zur Verbesserung der Gesundheit geschaffen wurden.
Jährlich gehen nur rund 47.000 Niederösterreicher zu einer
Vorsorgeuntersuchung, das sind etwas mehr als vier Prozent der
Wohnbevölkerung im Alter von 20 Jahren und darüber. An Herz- und
Kreislauf-Erkrankungen, darunter auch Hirngefäßerkrankungen und
Schlaganfälle, der häufigsten Todesursache, sterben in
Niederösterreich jährlich rund 8.900 Menschen. Rund 44.200
Niederösterreicher leiden an einer solchen Erkrankung derart schwer,
dass sie zumindest einmal im Jahr ein Krankenhaus aufsuchen müssen.
"53 Prozent sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen", betonte auch
Landesrat Emil Schabl. Dafür gebe es mannigfaltige Ursachen, etwa das
Rauchen, so dass jetzt eine Nichtraucherkampagne gestartet werde.
Dazu kämen noch weitere Gründe wie der wirtschaftliche Druck am
Arbeitsplatz. "Mit den Krankenhäusern St. Pölten, Krems, Mistelbach
und Wiener Neustadt sind wir aber in vielen Bereichen autark
geworden, gerade in St. Pölten mit der Herzchirurgie", äußerte sich
Schabl positiv über die neuen Möglichkeiten, den Patienten zu helfen.

Allerdings ist Schnelligkeit oberstes Gebot, besonders bei der
Todesursache Nr. 1, dem Herzinfarkt: "Kommt der Patient innerhalb von
sechs Stunden zum Arzt oder in das Krankenhaus, kann eine
erfolgversprechende Therapie begonnen werden", meinte Primar Dr.
Harald Mayr, einer der führenden Kardiologen Niederösterreichs. Auch
das Öffnen eines Gefäßes mittels Ballon kann während der ersten
Stunden das Ergebnis verbessern. Diese Therapie wird in den
kardiologischen Behandlungszentren bzw. in den Schwerpunktspitälern
angeboten. Um dieses Angebot auch auf die Nacht bzw. die Wochenenden
auszudehnen, baue man derzeit ein Zentrum in St. Pölten.

OTS0198    2003-10-21/15:34

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