- 21.10.2003, 08:33:38
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"Weltjournal" am 22. Oktober im ORF: "Die Opfer des Megadamms"
Hunderttausende Chinesen warten auf ein neues Heim
Wien (OTS) - Im "Weltjournal" am Mittwoch, dem 22. Oktober, um
22.30 Uhr in ORF 2 präsentiert Annette Scheiner folgende Themen:
China: Die Opfer des Megadamms
Ende Juni wurde der Drei-Schluchten-Staudamm am chinesischen
Jangtse-Fluss in Betrieb genommen. Das wegen der tiefen Eingriffe in
die Natur umstrittene Bauwerk ist das größte Wasserkraftprojekt der
Welt. Mehr als eine Million Chinesen mussten wegen dieses Megadamms
aus Städten und Dörfern umgesiedelt werden. Während sich das Leben
für viele verbessert hat, weil sie in moderne Modelldörfer
umquartiert wurden, warten Hunderttausende nach wie vor auf neue
Quartiere. Die Gelder, die für die Umsiedlungen vorgesehen waren,
verschwinden in den Taschen korrupter Behörden, die Menschen bleiben
auf der Strecke.
Schweiz: Die Angst vor Ausländern
Der erwartete Rechtsruck bei den Wahlen in der Schweiz ist
eingetreten. Eines der bestimmenden Wahlkampfthemen war die
Ausländerpolitik. Der Wahlsieger der Schweizer Volkspartei (SVP),
Christoph Blocher, ist dafür, dass die Schweizer auch weiterhin an
den Urnen über die Einbürgerung der Ausländer abstimmen. Dabei
bleiben vor allem Einwanderer aus Ex-Jugoslawien oder aus islamischen
Staaten auf der Strecke, für die Betroffenen - die seit vielen Jahren
in der Schweiz leben und auch dringend gebraucht werden, eine
entwürdigende Situation. Das Schweizer Bundesgericht hat dieses
Instrument der direkten Demokratie nun kritisiert und will, dass auf
parlamentarischer Ebene über die Einbürgerung von Ausländern
abgestimmt wird. Carola Schneider widmet sich dem frustrierenden
Schicksal einer jungen Bosnierin und geht der Angst vor den
Ausländern nach.
Denkmalstreit: Polen gegen Deutsche
Sechzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Deutschland
nicht mehr nur über die Täterrolle, sondern auch über deutsche Opfer
diskutiert. Auf Beschluss der Siegermächte wurden 1945 bis 1946 rund
zwölf Millionen Deutsche aus ihrer alten Heimat im heutigen Polen und
Tschechien vertrieben. Viele von ihnen überlebten die Vertreibungen
nicht. Das Projekt des "Bundes der Vertriebenen", in Berlin ein
Zentrum gegen Vertreibungen zu errichten, sorgt jetzt in Warschau für
Aufregung. Die Deutschen, so der Grundtenor der Kritik, hätten
vergessen, dass sie den Zweiten Weltkrieg ausgelöst haben. Joana
Radzyner über den heiklen Geschichtsstreit aus Polen.
Portugal: Das Sex-Dorf
Viele Gründe hat es bisher nicht gegeben, in die
30.000-Einwohner-Stadt Braganca im nordöstlichsten Winkel Portugals
zu reisen. Aber seit kurzem ist die Gemeinde in aller Munde, denn 400
brasilianische Freudenmädchen haben sich dort angesiedelt und
verdienen ihr Geld in Klubs, Snackbars und Discotheken. Die
moralische Standfestigkeit der Einheimischen wird auf eine harte
Probe gestellt. Immer mehr Familienväter investieren das
Familienbudget bei den Schönen der Nacht. Eine Gruppe von Frauen aus
dem Ort will das nicht länger akzeptieren und hat der Prostitution im
Ort den Krieg erklärt. Hunderte Unterschriften wurden gesammelt, doch
die Behörden haben bisher von der Globalisierung des Sexgewerbes
kapituliert. Alexander Steinbach hat Braganca besucht.
Irak: Der Fluss des Lebens
Von den vielen grausamen Methoden, mit denen Saddam Hussein Kritiker
und Gegner verfolgte, hat - neben dem Giftgasangriff auf die Kurden -
besonders die Vertreibung einer schiitischen Minderheit aus den
Sumpfgebieten am südlichen Euphrat internationale Proteste und
Empörung ausgelöst. Gezielt ließ Saddams Armee Tausende
Quadratkilometer fruchtbare Feuchtgebiete austrocknen und zerstören.
Eine der ältesten Kulturlandschaften der Welt, in denen die
Sumpfaraber seit ewigen Zeiten friedlich gelebt hatten, wurde
zerstört. Der zweite Teil der "Weltjournal"-Reportage über den
Wiederaufbau des Irak zeigt den Exiliraker Hassan Janabi bei der
Inspektion der Sumpfgebiete. Als wichtiger Mitarbeiter des neu
organisierten Wasserministeriums will er seinen Traum wahrmachen,
diesen ehemaligen Garten Eden wieder in Stand zu setzen. Und es gibt
schon einen ersten Erfolg, ein Teil der Sumpfgebiete ist bereits
wieder unter Wasser gesetzt.
OTS0007 2003-10-21/08:33
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