- 20.10.2003, 11:36:00
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ÖAAB Gajdosik ad Wiener SP-Alleinregierung: Es ist Zeit von anderen Bundesländern zu lernen!
Wiener AK-Vizepräsident fordert Einführung einer Ausbildungs-Interessensgemeinschaft in der Bundeshauptstadt
Wien (20.10.2003): Der Vizepräsident der Wiener Arbeiterkammer und
Fraktionsobmann der Fraktion "ÖAAB-Christliche Gewerkschafter" Alfred
Gajdosik forderte heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem
Vorarlberger Arbeiterkammer Präsident Josef Fink die Übertragung des
Modells der Vorarlberger Ausbildungs-Interessensgemeinschaft auf
Wien. "Dieses Konzept wurde in unserem westlichsten Bundesland von
der Landesregierung, Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Berufsschulen
bereits vor 30 Jahren ins Leben gerufen. Und der Erfolg hat allen
beteiligten Institutionen Recht gegeben. Es ist Zeit, dass sich Wien
daran ein Beispiel nimmt", erklärte Gajdosik dazu.
In weiterer Folge legte der Wiener AK-Vizepräsident die Vorteile
dieses Konzeptes genau dar. "Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Ausbildner
arbeiten im Rahmen von Arbeitskreisen zusammen, um die Inhalte und
Ausbildungsmethoden bei den jeweiligen Lehrberufen an aktuelle
Entwicklungen anzupassen", so Gajdosik.
Lobend hob er auch das Prämiensystem hervor, das im Rahmen der
Ausbildungs-Interessensgemeinschaft geschaffen worden ist. "2,4
Promille der Bruttolohn- und Gehaltssumme werden in einen gemeinsamen
Topf eingezahlt. Mit diesen Mitteln werden Unternehmen, die Lehrlinge
ausbilden, gefördert. Die Unternehmen erhalten für jeden Lehrling,
der beispielsweise einen nach dem zweiten Lehrjahr angesetzten
Lehrlingsleistungswettbewerb positiv abschließt, eine einmalige
Zuwendung", hielt er dazu fest.
Der Wiener AK-Vizepräsidenten verwies auch auf den Erfolg dieses
Modells. "Bereits seit 30 Jahren gibt es diese enge Kooperation. Und
nicht zuletzt deswegen, konnte der extreme Strukturwandel der
Vorarlberger Wirtschaft ohne dramatischen Anstieg der
Arbeitslosigkeit vollzogen werden. Außerdem belegen Statistiken, dass
der Anteil von betrieblichen Fachpersonal merklich gesteigert werden
konnte", so Gajdosik.
Der mancherorts geäußerte Forderung nach Abschaffung der dualen
Ausbildung und Einführung von Berufsfachschulen erteilte der
Fraktionsobmann hingegen eine entschiedene Abfuhr. "Wir haben nichts
davon, wenn wir von dieser grundsätzlich bewährten Form der
Ausbildung abgehen! Wenn wir die Lehre verschulen werden wir aus
jungen Menschen reine Berufstheoretiker machen! Und davon hat niemand
etwas", so der Fraktionsobmann und Wiener AK-Vizepräsident.
Abschließend forderte er die Wiener SP-Alleinregierung dazu auf, sich
um die Schaffung einer solchen Ausbildungs-Interessensgemeinschaft
aktiv zu bemühen "Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen kommen wir
nicht weiter! Es muss etwas geschehen damit sich die Lage am Wiener
Arbeitsmarkt merklich entspannt! Es gibt gute Beispiele, die es wert
sind, geprüft zu werden! Das sind wir den Arbeit suchenden Menschen
dieser Stadt einfach schuldig", so Gajdosik.
OTS0101 2003-10-20/11:36
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