- 20.10.2003, 08:15:46
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Mit Supervision Problemen im Gesundheitswesen vorbeugen
Wien (OTS) - Die Pflegeprobleme im heurigen Sommer in den Wiener
Geriatriezentren "Am Wienerwald" in Lainz, im AKH und auf der
Baumgartner Höhe haben eine Reihe von ungelösten Schwachstellen im
Gesundheitswesen aufgezeigt. Neben notwendigen strukturellen
Maßnahmen wie Aufstockung des Pflegepersonals sind Lösungsansätze
gefragt, die sich insbesondere mit der psychischen Belastung des
Personals und den internen Kommunikationsdefiziten beschäftigen. Die
Supervisorinnen und Supervisoren der Österreichischen Vereinigung für
Supervision (ÖVS) unterstützen erfolgreich Führungskräfte, Gruppen
und Teams im Bereich des Gesundheitswesens bei der Bewältigung
schwieriger beruflicher Situationen und dem Management von
Veränderungen.
Das Gesundheitswesen steht zur Zeit unter einem wachsenden
Veränderungsdruck. Die Ursache der jüngsten Vorfälle liegt einerseits
in der personellen und finanziellen Ressourcenknappheit, andererseits
aber auch darin, dass bestehende Ressourcen nicht optimal genützt
werden. "Überall dort, wo sich Vorgesetzte intensiv um Motivation,
Supervision und Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen kümmern, ist die
Frustration des Personals deutlich geringer", resümiert Dr. Renate
Wustinger, die Vorsitzende der ÖVS, aufgrund ihrer jahrelangen
Beratungstätigkeit.
Alte Menschen brauchen psychische Zuwendung. Die Pflegerin/der
Pfleger ist oft die einzige Bezugsperson für viele PatientInnen. Ohne
Reflexion über die Arbeit und entlastenden Austausch sind die
pflegerischen und sozialen Aufgaben für das Pflegepersonal
langfristig kaum bewältigbar. "Wir geben dem belasteten Personal die
Möglichkeit, jemandem die inneren Aufwühlungen anzuvertrauen, über
berufliches Handeln und berufliche Identität zu reflektieren und
bieten so qualifizierte Unterstützung bei der Bewältigung beruflicher
Herausforderungen", beschreibt Mag. Ingrid Walther, Geschäftsführerin
der ÖVS, das Ziel der Supervision.
Erster wesentlicher Schritt im Supervisionsprozess ist die
Schaffung eines offenen Gesprächsklimas. Vertraulichkeit ist dabei
oberstes Gebot. Sobald die erforderliche Basis geschaffen wurde,
können in der Supervision all jene Dinge besprochen werden, für die
im normalen Arbeitsalltag keine Zeit bleibt oder die aus
unterschiedlichen Befürchtungen heraus unterbleiben. "Nicht selten
stellen SupervisorInnen fest, dass jede Berufsgruppe innerhalb einer
Organisation fast ausschließlich untereinander kommuniziert. Die
fehlende Kommunikation ist oft ein Hauptfaktor der internen Probleme.
Denn unausgesprochene Probleme verursachen enorme psychische
Belastungen und Burnout-Effekte und können irgendwann dazu führen,
dass sie auf dem Rücken der PatientInnen ausgetragen werden. Deshalb
starten wir gleichzeitig mit den Reflexionsprozessen einen internen
Kommunikationsprozess" beschreibt Wustinger einen weiteren Effekt der
Supervision. Aufgabe der Supervision ist es auch, diese
organisatorischen Mängel deutlich zu machen, ihre Beseitigung bzw.
die Durchführung von Verbesserungsmaßnahmen bleibt aber dem
Management vorbehalten.
ÖVS - Österreichische Vereinigung für Supervision
Die Vereinigung hat österreichweit derzeit knapp unter 1.000
SupervisorInnen als Mitglieder. Auf der Homepage der Vereinigung
http://www.oevs.or.at ist eine vollständige Liste der
ÖVS-SupervisorInnen zu finden. Nach dem ersten Telefonkontakt (Tel.
01/ 533 08 22) wird ein Termin für ein Vorgespräch mit einer
Supervisorin/einem Supervisor vereinbart.
Zum Klientel von SupervisorInnen zählen Führungskräfte, Teams und
Fachpersonal der Sozialarbeit, Pädagogik, Erwachsenenbildung, Kunst-
und Kultur, der Psychologie, Medizin bzw. des Gesundheitswesens, der
Pastoralarbeit, Justiz oder Politik, des öffentlichen Dienstes, aus
Umwelteinrichtungen, den Medien und der Wirtschaft.
Weitere Informationen: Österreichische Vereinigung für Supervision - ÖVS-Geschäftsstelle Heinrichsgasse 4/2/8, 1010 Wien Tel.: 01/ 533 08 22, Fax: 533 08 22-4, mailto:[email protected]
OTS0004 2003-10-20/08:15
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