Mit Supervision Problemen im Gesundheitswesen vorbeugen

Wien (OTS) - Die Pflegeprobleme im heurigen Sommer in den Wiener Geriatriezentren "Am Wienerwald" in Lainz, im AKH und auf der Baumgartner Höhe haben eine Reihe von ungelösten Schwachstellen im Gesundheitswesen aufgezeigt. Neben notwendigen strukturellen Maßnahmen wie Aufstockung des Pflegepersonals sind Lösungsansätze gefragt, die sich insbesondere mit der psychischen Belastung des Personals und den internen Kommunikationsdefiziten beschäftigen. Die Supervisorinnen und Supervisoren der Österreichischen Vereinigung für Supervision (ÖVS) unterstützen erfolgreich Führungskräfte, Gruppen und Teams im Bereich des Gesundheitswesens bei der Bewältigung schwieriger beruflicher Situationen und dem Management von Veränderungen.

Das Gesundheitswesen steht zur Zeit unter einem wachsenden Veränderungsdruck. Die Ursache der jüngsten Vorfälle liegt einerseits in der personellen und finanziellen Ressourcenknappheit, andererseits aber auch darin, dass bestehende Ressourcen nicht optimal genützt werden. "Überall dort, wo sich Vorgesetzte intensiv um Motivation, Supervision und Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen kümmern, ist die Frustration des Personals deutlich geringer", resümiert Dr. Renate Wustinger, die Vorsitzende der ÖVS, aufgrund ihrer jahrelangen Beratungstätigkeit.

Alte Menschen brauchen psychische Zuwendung. Die Pflegerin/der Pfleger ist oft die einzige Bezugsperson für viele PatientInnen. Ohne Reflexion über die Arbeit und entlastenden Austausch sind die pflegerischen und sozialen Aufgaben für das Pflegepersonal langfristig kaum bewältigbar. "Wir geben dem belasteten Personal die Möglichkeit, jemandem die inneren Aufwühlungen anzuvertrauen, über berufliches Handeln und berufliche Identität zu reflektieren und bieten so qualifizierte Unterstützung bei der Bewältigung beruflicher Herausforderungen", beschreibt Mag. Ingrid Walther, Geschäftsführerin der ÖVS, das Ziel der Supervision.

Erster wesentlicher Schritt im Supervisionsprozess ist die Schaffung eines offenen Gesprächsklimas. Vertraulichkeit ist dabei oberstes Gebot. Sobald die erforderliche Basis geschaffen wurde, können in der Supervision all jene Dinge besprochen werden, für die im normalen Arbeitsalltag keine Zeit bleibt oder die aus unterschiedlichen Befürchtungen heraus unterbleiben. "Nicht selten stellen SupervisorInnen fest, dass jede Berufsgruppe innerhalb einer Organisation fast ausschließlich untereinander kommuniziert. Die fehlende Kommunikation ist oft ein Hauptfaktor der internen Probleme. Denn unausgesprochene Probleme verursachen enorme psychische Belastungen und Burnout-Effekte und können irgendwann dazu führen, dass sie auf dem Rücken der PatientInnen ausgetragen werden. Deshalb starten wir gleichzeitig mit den Reflexionsprozessen einen internen Kommunikationsprozess" beschreibt Wustinger einen weiteren Effekt der Supervision. Aufgabe der Supervision ist es auch, diese organisatorischen Mängel deutlich zu machen, ihre Beseitigung bzw. die Durchführung von Verbesserungsmaßnahmen bleibt aber dem Management vorbehalten.

ÖVS - Österreichische Vereinigung für Supervision

Die Vereinigung hat österreichweit derzeit knapp unter 1.000 SupervisorInnen als Mitglieder. Auf der Homepage der Vereinigung http://www.oevs.or.at ist eine vollständige Liste der ÖVS-SupervisorInnen zu finden. Nach dem ersten Telefonkontakt (Tel. 01/ 533 08 22) wird ein Termin für ein Vorgespräch mit einer Supervisorin/einem Supervisor vereinbart.

Zum Klientel von SupervisorInnen zählen Führungskräfte, Teams und Fachpersonal der Sozialarbeit, Pädagogik, Erwachsenenbildung, Kunst-und Kultur, der Psychologie, Medizin bzw. des Gesundheitswesens, der Pastoralarbeit, Justiz oder Politik, des öffentlichen Dienstes, aus Umwelteinrichtungen, den Medien und der Wirtschaft.

Weitere Informationen: Österreichische Vereinigung für Supervision - ÖVS-Geschäftsstelle Heinrichsgasse 4/2/8, 1010 Wien Tel.: 01/ 533 08 22, Fax: 533 08 22-4, office@oevs.or.at

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