Ökumenischer Rat der Kirchen setzt Akt der Solidarität mit Asylsuchenden, Caritas und Diakonie

Vorsitzende Christine Gleixner, evangelischer Bischof Sturm, altkatholischer Bischof Heitz besuchen Flüchtlingsnotquartier in der Pfarre Schwechat

Wien (OTS) - Die Spitze des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich hat ein "Signal der Solidarität mit Asylsuchenden, aber auch mit den Hilfsorganisationen Caritas und Diakonie" gesetzt. Mitglieder des Vorstands des Ökumenischen Rates besuchten gestern, Samstagabend, jene Asylwerber im Pfarrzentrum Schwechat, die die Caritas seit Anfang der Woche vorerst in der Lainzer Konzilsgedächtniskirche untergebracht hatte.

In einer Grußbotschaft an die Asylwerber brachten Oberin Christine Gleixner, der evangelische Bischof Herwig Sturm und Chorepiskopus Emanuel Aydin von der syrisch orthodoxen Kirche gemeinsam mit Bischof Berhard Heitz von der Altkatholischen Kirche und Mag.Erika Tuppy von der evangelischen Kirche HB ihr Solidarität mit den kirchlichen Hilfsorganisationen im Einsatz für ein gutes Asylrecht in Österreich zum Ausdruck.

"Ohne die Arbeit von Caritas und Diakonie wären hunderte Menschen auf der Straße, ohne die vermittelnde Arbeit der HelferInnen würden Konflikte nicht eingedämmt werden, ohne die einfühlsame Arbeit von Caritas und Diakonie würden viele gebrochene Schutzsuchende völlig abstürzen. Ohne das caritative und diakonische Engagemnet von Christen sähe der Umgang mit Flüchtlingen und AsylwerberInnen in Österreich noch trauriger aus, als er durch die Maßnahmen des Innenministeriums ohnehin ist." So der Vorstand des Ökumenischen Rates in einer Erklärung zur aktuellen Diskussion zum Thema "Asyl"-und weiter heisst es: "Caritas und Diakonie springen dort ein, wo Not ist. Das ist der Auftrag des Evangeliums. Der Einsatz für die Schwächsten kann nicht bei Gegenwind fallen gelassen werden. Hier steht auch unser Glaube auf dem Spiel. Gott stellt uns an die Seite der Armen und Ausgegrenzten."

Ökumenischer Rat stellt sich an die Seite der Kritiker des Entwurfes zum Asylgesetz

Ausdrücklich wird in der Erklärung auch auf dringende Verbesserungen im Asylwesen in Österreich hingewiesen. "Wer die Qualität der Betreuung für Asylwerber verbessert, hat weniger Asylwerber auf der Straße, wer überschaubare Strukturen der Unterbringung schafft, hat weniger Konflikte, wer sich um die Existenzsicherung während des Asylverfahrens kümmert, hat weniger mittellose und unversorgte Menschen." Und der Vorstand des Ökumenischen Rates stellt sich an die Seite der Kritiker des Asylgesetzes wie es in der kommenden Woche im Nationalrat zur Abstimmung kommen soll. "Das Bundeskanzleramt, das Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten, der Menschenrechtsbeirat, amnesty international, Caritas, Diakonie und sämtliche mit dem Thema befassten NGO's haben gravierende Bedenken gegen das vorliegende Asylgesetz geäußert. Zuletzt hat sich sogar das Headquarters des UNHCR aus Genf zu Wort gemeldet und Bedenken gegen diese Novelle formuliert. Führende Verfassungsrechtler warnen, dass diese Novelle der Prüfung durch die Gerichtsbarkeit nicht standhalten wird."

Das dürfe in einem Rechtstaat nicht vom Tisch gewischt werden, heißt es weiter. "Es geht hier um Menschen ohne Lobby und ohne Rechte. Menschenrechte sind dazu da, um die Schutzlosesten zu schützen."

Gegenüber den Asylwerbern in Schwechat zeigten sich die Spitzenrepräsentanten des Ökumenischen Rates solidarisch. "Sie sind in ihrer schwierigen Situation nicht allein. Wir als ökumenischer Rat unterstützen den Einsatz von Caritas und Diakonie für ein Asylverfahren, das Ihnen die Möglichkeit gibt Ihre persönlichen Gründe für ihren Asylantrag in kurzer Zeit vorzubringen, wir unterstützen den Einsatz für Asylverfahren die nach allen Kriterien des Rechtsstaates und der Menschenrechte durchgeführt werden und wir unterstützen Sie in Ihrem Recht auf Unterkunft, Verpflegung und notwendige medizinische Hilfe während dieser Zeit der Klärung Ihrer Situation."

Nicht nur in Englisch und Französisch wurde bei der Begegnung miteinander gesprochen, der syrisch orthodoxe Bischof Aydin "parlierte" abwechselnd auch in Türkisch und Arabisch.

Beeindruckt zeigte sich der Vorstand des ÖRKÖ auch vom sozialen Engagement der Pfarre Schwechat, die derzeit insgesamt 170 Flüchtlinge aus 30 Nationen beherbergt. Seit über 20 Jahren zeigt die Pfarrgemeinde am Rande Wiens, dass zu ihrem Selbstverständnis das konkrete Engagement für asylsuchende Menschen untrennbar dazu gehört.

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Peter Wesely, Pressesprecher der Caritas der Erzdiözese Wien, 0664/1838140, p.wesely@caritas-wien.at, www.caritas-wien.at

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