- 15.10.2003, 10:26:35
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Kärnten setzt auf Zahngesundheitserziehung ab Kindergarten
Ambrozy: Flächendeckendes Projekt senkt Behandlungs- und Folgekosten - Zahngesundheitserzieherinnen starten in Bezirken Völkermarkt und Spittal
Klagenfurt (LPD) - Die Zahngesundheitserziehung soll in Kärnten
auf breiter Basis von den Kindergarten beginnend flächendeckend
ausgebaut werden. Wie schon bei dem erfolgreichen
Diabetikerschulungsprogramm in Kärnten, wo es durch eine gemeinsame
Verbindung zu einer Co-Finanzierung zwischen dem Land Kärnten
-Gesundheitsreferat und der Kärntner Gebietskrankenkasse (GKK)
gekommen ist, werde es nun auch für die Zahngesundheit der Kärntner
Bevölkerung ein gemeinsames Vorgehen zwischen dem Land Kärnten und
der GKK geben, stellte heute Gesundheitsreferent LHStv. Peter Ambrozy
fest.
Eine vom Gesundheitsreferat des Landes Kärnten aktuell in Auftrag
gegebene Zahnstatuserhebung in Kärnten hat ergeben, dass von den
6-jährigen Kindern in Kärnten ca. 40 % kariesfrei sind, wobei die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Ziel bis zum Jahr 2020 80 %
Kariesfreiheit bei 6-Jährigen vorgibt. Der Bezirk Völkermarkt weist
sich hier mit einer Kariesfreiheit von nur 29 % als Problemregion
aus.
"Dieses langfristige Ziel der WHO wollen wir durch den Aufbau
eines flächendeckenden Zahnkariesprophylaxeprogramms in Kärntner
Kindergärten und in weiterer Folge in den Volks- und Hauptschulen
erreichen", so Ambrozy. Die Kosten für das Projekt wurden mit 115.000
Euro beziffert, wovon das Land die Hälfte zahlt.
Eine vom Land Kärnten beauftragte Arbeitsgruppe hat ein Modell
erarbeitet, welches in Kärnten ab Jänner 2004 umgesetzt werden soll.
Eine vorrangige Maßnahme ist es, mit der Zahngesundheitserziehung bei
den Kindergartenkindern zu beginnen.
Für das Land Kärnten und für die GKK ist die Mitwirkung von
ZahngesundheitserzieherInnen ein wichtiges Qualitätskriterium.
Nicht eine reine Wissensvermittlung ist angesagt, sondern
zahngesundheitsfördernde Inhalte werden anschaulich, kreativ und
spielerisch gemeinsam erarbeitet. Das pädagogische Konzept orientiere
sich am Entwicklungsstand der Kinder. Nur so könne das WHO-Ziel
erreicht werden, erläuterten Ambrozy und GKK-Direktor Alfred Wurzer.
Mit der positiven Zahngesundheitserziehung, die nach modernen
pädagogisch-didaktischen Unterrichtsprinzipien und zahnmedizinischen
Erkenntnissen stattfinden wird, sollen das positive Zahnbewusstsein
und zahngesundheitsfördernde Aktivitäten langfristig gesichert
werden. Ambrozy: "Zahngesundheit muss Spaß machen, damit sie auch
nachhaltig umgesetzt wird."
Durch die Anstellung von ZahngesundheitserzieherInnen werden
familienfreundliche Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich geschaffen.
Arbeitslose KindergartenpädagogInnen haben die Möglichkeit durch eine
Zusatzausbildung eine Anstellung zu finden. Mit der Ausbildung von
drei ZahngesundheitserzieherInnen wird ab sofort in Absprache mit der
Kindergarteninspektorin begonnen. Mit Jänner 2004 werden diese in den
Bezirken Völkermarkt und Spittal/Drau in den Kindergärten eingesetzt.
Nach der Evaluierung der Pilotphase wird das Modell optimiert und
schrittweise einer Flächendeckung in Kärnten zugeführt. Der nächste
Schritt wird es sein, auch in den Volks- und Hauptschulen mit der
Zahngesundheitserziehung zu beginnen.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten und der GKK im
Bereich der Gesundheitsförderung nicht nur auf finanzieller sonder
auch auf fachlicher Ebene, wird es möglich sein, eine dem
österreichischen Standard entsprechende Zahngesundheitserziehung in
Kärnten durchzuführen.
Betreut wird das Projekt in Kärnten durch den Verein für
prophylaktische Gesundheitsförderung (PGA), welcher für sein
Zahnkariesprophylaxeprogramm bereits mit internationalen
Auszeichnungen prämiert wurde. Der Verein betreut seit mehreren
Jahren in Oberösterreich und Wien im Auftrag der jeweiligen
Gebietskassen und der Landesregierung rund 130.000 Kinder.
Kärntner Zahnärzte werden ebenfalls zur Zusammenarbeit
eingeladen. Zahnpädagogische Untersuchungen sollen von
"Patenzahnärzten" durchgeführt werden, damit eine kindergerechte,
angstabbauende Untersuchung in den Kindergärten gewährleistet ist und
die Motivation der Kinder zum Besuch eines Zahnarztes gestärkt wird.
Gesunde Zähne wollen wir alle. Wenn von klein an einige Tipps und
Verhaltensweisen berücksichtigt, erlernt und täglich aktiv umgesetzt
werden, dann können in weiterer Folge Behandlungs- und Folgekosten,
etwa kieferorthopädische Behandlungen und Prothesen, reduziert
werden."
(Schluss)
OTS0064 2003-10-15/10:26
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