Börse Express-Kommentar: Halten "die Bayern" bereits rund 30 Prozent an RHI?

Mit August von Finck hat erstmals einer "der Bayern" eine meldepflichtige Grenze überschritten

Wien (OTS) - Dass der Feuerfestriese RHI ziemlich "feste Hände" in Bayern hat, ist ein offenes Geheimnis. Man braucht sich nur die Einladungslisten zu den Hauptversammlungen anzusehen. Marktkreise gehen sogar davon aus, dass satte 30% der RHI-Aktien (oder mehr) in Händen bayerischer Investoren sind.

Nun ist auch der "Eidgenosse" August von Finck, dessen "Grösser-Fünf-Prozent-Anteil" (konkret: der seines Sohnes) heute bekannt wurde, im Grunde ein Bayer. Erst 1998 hatte der frühere Privatbankier (Merck, Finck & Co.) seine Heimat in Richtung Schweiz verlassen - aus steuerlichen "Rot-Grün-Gründen", sagt man.

Von Finck, so sagt man weiters, halte schon länger ein nennenswertes RHI-Paket. Er sei in der zweiten Hälfte der 90er -gemeinsam mit anderen Bayern - eingestiegen. Das war in der Zeit, in der Ex-Viag-Chef Georg Obermeier neuer RHI-Chef wurde. Obermeier musste wegen des US-Debakels zwar wieder den Hut nehmen, Viag Unternehmensnachfolger e.on ist aber mit >10% immer noch wichtigster Einzelaktionär der RHI. Offiziell.

Damit wären wir wieder bei von Finck, der zu den 500 reichsten Menschen der Welt zählt. Man muss sich die Frage stellen, warum gerade jetzt einer der "Bayern", und noch dazu der Prominenteste (dass es der Sohn ist, ist egal), erstmals eine meldepflichtige Grenze überschreitet. Schliesslich hatte man ja auf diese Nachricht schon seit Jahren gewartet (der bayerische Investor Winterstein ist z.B. Mitte der 90er - im Zuge der Übernahme der franzöischen Didier durch RHI - zu einem RHI-Anteil gekommen, man rechnete lange mit dem Eintreffen einer ">5%-Meldung").

Von Finck, der neben seinem Bankhaus auch mit Goldminenaktien (zuletzt u.a.Barrick) ein Vermögen verdient hat, wird schon wissen, warum. Wir wissen es noch nicht. Aber vielleicht wird man es in Kürze erfahren.

Eines ist klar: Einen grösseren Streubesitz hat kein anderer ATX Titel. Und da ist bekanntlich viel möglich - theoretisch und praktisch. Gerüchte, dass die von Finck-Gruppe RHI übernehmen will, hatten wir schon 2002. Sie wurden dementiert. Damals.(BE/Nr.387)

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