Einkommenssituation der Frauen interessiert die Regierung nicht

Diese wird auch durch Wertedebatten einzelner MinisterInnen nicht besser

Wien (GPA). "Erschreckend stellen sich nach wie vor die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern, vor allem mittlerweile aber auch zwischen Frauen mit Kindern und Frauen ohne Kinder, dar." Zu diesem Ergebnis gelangt die FSG-Frauenvorsitzende, Ingrid Streibel-Zarfl. ++++

Streibel-Zarfl kritisiert in diesem Zusammenhang auch scharf die derzeitige Bundesregierung. Es sei bemerkenswert, welche inhaltsleeren Lippenbekenntnisse sich von der Frauenministerin in diesem Zusammenhang Tag für Tag in den Medien wieder finden, so Streibel-Zarfl weiter. Das Problem ist auch nicht mit der von Ministerin Gehrer vom Zaun gebrochenen Wertedebatte zu lösen. Für Streibel-Zarfl ist die Regierung gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, wie Ganztagsbetreuungsplätze in ausreichender Anzahl und die aktive Förderung von Wiedereinstiegsmaßnahmen für Frauen. Diese beiden Maßnahmen sind zwei grundlegende Werkzeuge, um die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern zu verringern.

Bestätigt fühlt sich die FSG-Frauenvorsitzende durch eine kürzlich veröffentlichte Studie des WIFO, in der die Einkommensunterschiede zwischen Frauen mit Kindern gegenüber kinderlosen Frauen mit bis zu 76 Prozent beziffert werden.

Frauen verdienen immer noch um durchschnittlich 31 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Zur Aufhebung der Einkommensdifferenz sieht Streibel-Zarfl eine zentrale Rolle der Gewerkschaft in den KV-Runden. Eine geschlechtergerechte KV-Politik müsse vor allem konkrete frauenspezifische Maßnahmen zur Schließung der Einkommensschere beinhalten. "Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Forderung der GPA-Frauen nach einem ausgewogenem Verhältnis von Frauen und Männern in KV-Verhandlungsteams, damit Frauen ihre spezifische Betroffenheit und ihre konkreten Forderungen direkt bei den Verhandlungen selbst vertreten können", so Streibel-Zarfl abschließend.

FSG, 13. Oktober 2003
Nr. 074

Rückfragen & Kontakt:

GPA
Mag. Robert Böhm
Telefon: (01) 313 93-379
Mobil: 0676/817 111 379
eMail: robert.boehm@gpa.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGS0005