- 11.10.2003, 11:30:00
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Eröffnung der neuen Haltestelle Jedlersdorf
Nach drei Jahren Bauzeit übergeben ÖBB und Stadt Wien eine moderne Infrastruktur den Kunden der Bahn
ÖBB (Wien) – Am 13. Oktober 2000 fiel der Startschuss zum kompletten
Umbau des damaligen Bahnhofes Jedlersdorf in eine moderne,
kundenorientierte Haltestelle mit dem Ziel der Attraktivierung des
öffentlichen Verkehrs im Norden Wiens. Zugleich wurde mit der
Errichtung des Zentralstellwerks Floridsdorf der entscheidende
Innovationsschub gesetzt, um den Bahnverkehr in diesem Bereich der
Nordwestbahn leistungsfähiger zu machen und zu beschleunigen. Heute,
am 11. Oktober 2003, übergeben die ÖBB gemeinsam mit Vertretern der
Stadt Wien die neue Infrastruktur den Kunden der Bahn. "Unser Bau-
Know-How hat ein zentrales Interesse: Wege für Menschen zu errichten
und bei den Kunden der Bahn den Maßstab anzusetzen. Jedlersdorf ist
ein Vorzeigeprojekt in diesem Sinne," so ÖBB-Vorstandsdirektor für
Infrastruktur, DI Dr. Alfred Zimmermann im Rahmen der feierlichen
Eröffnung.****
High Tech tritt an die Stelle von Museumsstücken:
Ein mechanisches Hebelstellwerk aus dem Jahre 1917 zeichnete sich
vor dem Umbau für die Abwicklung des Bahnverkehrs in Jedlersdorf
verantwortlich. An seine Stelle tritt das neue, leistungsfähige
Zentralstellwerk Floridsdorf, das nun rund 660 Züge pro Tag im
Bereich Jedlersdorf bis einschließlich Floridsdorf mittels
Mouseklick disponieren kann. 157 Weichen, 200 Signale und die
Fahrstraßen der Züge werden nun am neuesten Stand der Technik mit
dem Ziel der optimalen Sicherheit, Pünktlichkeit und raschen
Zugsfolgen gestellt.
Neue Haltestelle bringt Komfort für Kunden:
Beim alten Bahnhof Jedlersdorf mussten die Kunden Gleisanlagen
betreten, um zum Bahnsteig zu gelangen, eine Bahnsteigüberdachung
gab es zudem nicht. Von einem behindertengerechten Zugang und einer
funktionierenden Kundeninformation war der Bahnhof weit entfernt.
In der neuen Haltestelle, die nun zur Koloniestraße und damit zu den
Kunden verlegt wurde, sorgt ein Inselbahnsteig mit barrierefreien
Zugängen für optimale Sicherheit der Reisenden. Die Personenzugänge
sind von Schülerinnen der Höheren grafischen Bundeslehr- und
Versuchsanstalt für Grafik, Druck & Design gestaltet. Liftanlagen
und Zugangsrampen und ein taktiles Leitsystem für sehbehinderte
Menschen sorgen ebenso für den zeitgemäßen Komfort wie die neue
Bahnsteigsüberdachung samt Witterungsschutz. Zugzielanzeigen stellen
eine rechtzeitige und leicht verständliche Information der Reisenden
sicher.
Brückenbau und Streckenbeschleunigung:
Einer der wichtigsten Aufgaben während der dreijährigen Bauzeit war
die Kompletterneuerung von zwei zentralen Brückentragwerken, die zum
Teil bereits ihre technische Lebensdauer erreicht hatten. In der
Nacht vom 15. auf den 16. Februar 2001 wurde die denkmalgeschützte
Mittelunterstützung des Brückentragwerks über die Koloniestraße mit
Hilfe eines Eisenbahndrehkrans entfernt. Heute dient es als
Unterstützung für das Flugdach beim Zugang Karl Gramm Gasse, wodurch
die ÖBB bewusst einen Beitrag zur Wiener Architekturgeschichte
leisten wollen. Ebenfalls saniert und damit auf den neuesten Stand
der Technik gebracht wurde die Brücke über die Winkeläckerstraße.
Spektakulär stellte sich auch die Probebelastung zur Überprüfung der
Tragfähigkeit der neuen Brücke über die Koloniestraße am 6.
September 2001 dar. Unter den Augen der Öffentlichkeit diente eine
84-Tonnen-Lok der ÖBB als Ballast für diesen Test, der erfolgreich
verlief.
Mit der Komplett-Erneuerung der Gleisanlagen zwischen den
Haltestellen Jedlersdorf und Brünnerstraße wurden zudem die Anhebung
der Streckenhöchstgeschwindigkeit von 100 auf 120 km/h erreicht,
wodurch die Vorteile der modernen Stellwerkstechnik voll genutzt
werden können. Gebaut wurde "unter dem rollenden Rad", bei voller
Aufrechterhaltung des Schienen- und Straßenverkehrs. Das
Projektmanagement erfolgte durch die ÖBB Planung & Engineering.
An der feierlichen Eröffnung am 11. Oktober 2003 beteiligten sich
neben ÖBB-Vorstandsdirektor DI Dr. Alfred Zimmermann der Leiter des
ÖBB-Personenverkehrs, Mag. Karl Zöchmeister, der Projektleiter der
ÖBB für die Errichtung der Haltestelle Jedlersdorf, Ing. Kurt
Steiner, sowie von Seiten der Stadt Wien DI Bernhard Engleder als
Leiter des Referats Sonderaufgaben der Magistratsdirektion und Ing.
Heinz Lehner, Bezirksvorsteher von Wien Floridsdorf.
Projektumfang:
- Errichtung einer modernen Haltestelle Jedlersdorf im Bereich
Koloniestraße
- Neubau der Brückentragwerke über die Koloniestraße und die
Winkeläckerstraße
- Neubau des Zugangs Karl Gramm Gasse
- Errichtung eines Inselbahnsteiges mit Bahnsteigdach und Aufzügen
- Errichtung von Fahrradständern bei den Zugängen Karl Gramm Straße
und Koloniestraße
- Umbau der Gleisanlagen einschließlich Unterbau und Oberbau zur
Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit und Herstellung einer
neuen Gleisgeometrie
- Errichtung des neuen Zentralstellwerks Floridsdorf
Projektziele:
- Erhöhung der Sicherheit der Reisenden
- Steigerung des Kundenkomforts, u.a. durch behindertengerechte
Zugänge, verbesserte Kundeninformation und Witterungsschutz
- Beschleunigung des Bahnverkehrs
- Erleichterung von Ein- und Ausstieg durch neue Bahnsteigkanten
- Vermeidung von Graffiti-Vandalismus durch künstlerisch gestaltete
Zugänge
Finanzierung:
- Investitionsvolumen: 30 Mio. EUR
- Finanzierungsschlüssel 80% Bund, 20% Land Wien
- Reduktion der Gesamtinvestitionskosten um 4 Mio. EUR
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