"EU-Bürgerforum" zur EU-Erweiterung mit Dzurinda, Grusa, Pröll

TV-Diskussion aus St. Pölten am Freitag, 10. Oktober in ORF 2 / Lokal

St. Pölten (OTS) - Eine international hochkarätig besetzte Runde hat heute Abend im ORF 2 / NÖ Lokalprogramm über die bevorstehende EU-Erweiterung diskutiert. Der slowakische Ministerpräsident Mikulas Dzurinda und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll waren sich in der sensiblen Frage des Arbeitsmarktes einig. Bei der EU-Erweiterung gehe es nicht darum, wer wem Arbeitsplätze wegnimmt, sondern es gehe darum, wie neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Beim "EU-Bürgerforum" im St. Pöltner Festspielhaus haben neben dem slowakischen Ministerpräsidenten Mikulas Dzurinda, dem Botschafter der Tschechischen Republik, Jiri Grusa, und dem Landeshauptmann von Niederösterreich, Erwin Pröll, auch Vertreter aller im niederösterreichischen Landtag vertretenen Parteien, EU-Parlamentarier, Sozialpartner, Unternehmer, Schüler aus Tschechien, der Slowakei und Niederösterreich, Kulturschaffende sowie führende Vertreter des Bundesheeres und der Exekutive darüber diskutiert.

Die Teilnehmer am "EU-Bürgerforum" bewerteten die EU-Erweiterung vorwiegend positiv. Ziel müsse es sein, die EU-Interessen mit der nationalen Identität zu verbinden. "Das wird möglich sein, wenn wir gemeinsame Werte aufbauen und pflegen", sagt der slowakische Ministerpräsident Mikulas Dzurinda, "und es muss ein Recht auf freies Leben geben, ganz egal ob es sich um einen Österreicher, einen Tschechen, einen Ungarn, einen Slowaken, einen Franzosen oder eine andere Nationalität handelt."

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, sieht die EU-Erweiterung als Zukunfts-perspektive für das Land. "Es ist nicht so, dass die anderen zu uns kommen, sondern in Wahrheit muss man es so sehen, dass wir als Niederösterreich, in eine völlig neue Region hineingehen. Dies sehr offen mit Realitätssinn aufzunehmen, das ist die Chance", sagte Pröll beim "EU-Bürgerforum".

"Ängste gibt es aber nicht nur bei den Bürgern der EU-Migliedsstaaten, sondern auch bei den Bürgern der künftigen EU-Mitgliedsstaaten", sagt der tschechische Botschafter in Österreich, Jiri Grusa, "es gibt viele, die glauben, da bedroht uns etwas Böses, aber ich sage dann immer, kommen Sie mit, ich zeige es Ihnen, es sind gar keine bösen Menschen."

Nach Ansicht von Wirtschaftsexperten wird Österreich von der EU-Erweiterung profitieren. Viele Unternehmen haben schon jahrelange Geschäftsverbindungen mit den Nachbarländern. Ein zusätzliches Fitness-Programm für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, fordert die Landesparteivorsitzende der SPÖ-Niederösterreich, Heidemaria Onodi, "Es muss ein Angebot für Zusatzausbildungen und weitere Qualifikationen geben, dann können wir die Herausforderungen bestehen." Für FPÖ-Landesparteiobfrau Barbara Rosenkranz ist die Erweiterung nicht nur das größte, sondern auch das riskanteste Projekt der EU. Durch das unterschiedliche Lohnniveau und unterschiedliche Beschäftigungsraten werde es zu massiven Pendlerbewegungen kommen, sagt Rosenkranz.

Das rund 75 Minuten dauernde Gespräch über das künftig "größere Europa" ist unter der Leitung von Gisela Hopfmüller und Richard Grasl durchgeführt worden. Den musikalischen Rahmen haben ein slowakisches und ein niederösterreichisches Volksmusik-Ensemble gebildet.

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