• 10.10.2003, 18:08:40
  • /
  • OTS0247 OTW0247

"EU-Bürgerforum" zur EU-Erweiterung mit Dzurinda, Grusa, Pröll

TV-Diskussion aus St. Pölten am Freitag, 10. Oktober in ORF 2 / Lokal

St. Pölten (OTS) - Eine international hochkarätig besetzte Runde
hat heute Abend im ORF 2 / NÖ Lokalprogramm über die bevorstehende
EU-Erweiterung diskutiert. Der slowakische Ministerpräsident Mikulas
Dzurinda und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll waren sich
in der sensiblen Frage des Arbeitsmarktes einig. Bei der
EU-Erweiterung gehe es nicht darum, wer wem Arbeitsplätze wegnimmt,
sondern es gehe darum, wie neue Arbeitsplätze geschaffen werden
können.

Beim "EU-Bürgerforum" im St. Pöltner Festspielhaus haben neben dem
slowakischen Ministerpräsidenten Mikulas Dzurinda, dem Botschafter
der Tschechischen Republik, Jiri Grusa, und dem Landeshauptmann von
Niederösterreich, Erwin Pröll, auch Vertreter aller im
niederösterreichischen Landtag vertretenen Parteien,
EU-Parlamentarier, Sozialpartner, Unternehmer, Schüler aus
Tschechien, der Slowakei und Niederösterreich, Kulturschaffende sowie
führende Vertreter des Bundesheeres und der Exekutive darüber
diskutiert.

Die Teilnehmer am "EU-Bürgerforum" bewerteten die EU-Erweiterung
vorwiegend positiv. Ziel müsse es sein, die EU-Interessen mit der
nationalen Identität zu verbinden. "Das wird möglich sein, wenn wir
gemeinsame Werte aufbauen und pflegen", sagt der slowakische
Ministerpräsident Mikulas Dzurinda, "und es muss ein Recht auf freies
Leben geben, ganz egal ob es sich um einen Österreicher, einen
Tschechen, einen Ungarn, einen Slowaken, einen Franzosen oder eine
andere Nationalität handelt."

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, sieht die
EU-Erweiterung als Zukunfts-perspektive für das Land. "Es ist nicht
so, dass die anderen zu uns kommen, sondern in Wahrheit muss man es
so sehen, dass wir als Niederösterreich, in eine völlig neue Region
hineingehen. Dies sehr offen mit Realitätssinn aufzunehmen, das ist
die Chance", sagte Pröll beim "EU-Bürgerforum".

"Ängste gibt es aber nicht nur bei den Bürgern der
EU-Migliedsstaaten, sondern auch bei den Bürgern der künftigen
EU-Mitgliedsstaaten", sagt der tschechische Botschafter in
Österreich, Jiri Grusa, "es gibt viele, die glauben, da bedroht uns
etwas Böses, aber ich sage dann immer, kommen Sie mit, ich zeige es
Ihnen, es sind gar keine bösen Menschen."

Nach Ansicht von Wirtschaftsexperten wird Österreich von der
EU-Erweiterung profitieren. Viele Unternehmen haben schon jahrelange
Geschäftsverbindungen mit den Nachbarländern. Ein zusätzliches
Fitness-Programm für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, fordert die
Landesparteivorsitzende der SPÖ-Niederösterreich, Heidemaria Onodi,
"Es muss ein Angebot für Zusatzausbildungen und weitere
Qualifikationen geben, dann können wir die Herausforderungen
bestehen." Für FPÖ-Landesparteiobfrau Barbara Rosenkranz ist die
Erweiterung nicht nur das größte, sondern auch das riskanteste
Projekt der EU. Durch das unterschiedliche Lohnniveau und
unterschiedliche Beschäftigungsraten werde es zu massiven
Pendlerbewegungen kommen, sagt Rosenkranz.

Das rund 75 Minuten dauernde Gespräch über das künftig "größere
Europa" ist unter der Leitung von Gisela Hopfmüller und Richard Grasl
durchgeführt worden. Den musikalischen Rahmen haben ein slowakisches
und ein niederösterreichisches Volksmusik-Ensemble gebildet.

OTS0247    2003-10-10/18:08

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NOA

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel