• 09.10.2003, 20:06:26
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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Zwei Seiten" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 10. Oktober 2003

Linz (OTS) - LINZ (OTS) - Das geplante Recht auf Teilzeit für
Eltern bis zum Schuleintritt ihres Kindes ist familienpolitisch
natürlich zu begrüßen - in der Praxis aber eine zweischneidige Sache.
Zunächst in Hinsicht auf die Wirtschaft: Die Vorstellung, dass
Personalchefs bei Einstellungen auf Festlegungen drängen, das Recht
auf Teilzeit nicht zu nutzen, mag moralisch fragwürdig erscheinen. In
der Praxis dürfte aber mancher, der eine solche Festlegung
verweigert, gegenüber Kinderlosen oder Teilzeit-Verzichtern ins
Hintertreffen geraten.
Andererseits ist natürlich auch eine Beschränkung des Rechtsanspruchs
auf Betriebe mit über 20 Mitarbeitern problematisch. Im Sinne des
Gleichheitsgrundsatzes sind Chancen für Eltern wohl kaum nach dem
"Zufallsfaktor Betriebsgröße", wie es die Katholische Frauenchefin
Margit Hauft formuliert, zu regeln - und damit ein erklecklicher
Anteil der Eltern vom Teilzeit-Recht fernzuhalten. Zum anderen
erscheint es einsichtig, dass kleinere Betriebe dadurch schlicht und
einfach überfordert werden können. Fazit: Der familienpolitisch
richtige Ansatz weist Tücken auf, die politischen Mitbewerbern
kräftige Angriffsziele bieten.

OTS0229    2003-10-09/20:06

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