ORF und Partner starten Verkehrssicherheitskampagne 2003

100 Spots in TV und Hörfunk, 2.000 Plakate

Wien (OTS) - "Wenn ich fahr', dann trink' ich nicht, wenn ich trink', dann fahr' ich nicht", so die Kernbotschaft der "Verkehrssicherheitskampagne 2003", die ab sofort Autofahrer ermahnt, auf Alkohohl beim Autofahren freiwillig zu verzichten. ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner, Innenminister Dr. Ernst Strasser, Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV, und Mag. Ferdinand Ploner, Geschäftsführer der Heimatwerbung, stellten heute, Donnerstag, dem 9. Oktober 2003, die Aktion im Rahmen einer Pressekonferenz vor.

Ab heute zeigen ORF 1 und ORF 2 vier Wochen lang insgesamt 60 Mal zwei alternierende TV-Spots, Ö3 sendet 40 Mal Hörfunkspots (zwei Versionen). Online informiert der ORF unter http://events.ORF.at. In Inseraten, auf Autobahnplakaten (ab 13. Oktober, Dauer: ein Jahr) sowie Plakaten der Heimatwerbung an ca. 2.000 Standorten (ab 15. Oktober, Dauer: vier Wochen) und mittels Informationen in 2.300 Gemeinden in Österreich (A2-Plakat und Infomaterial) werden Autofahrer für das Thema sensibilisiert.

Die Kampagne 2003 - es ist die insgesamt vierte dieser Art - steht unter dem Kernthema "Alkoholselbstkontrolle", weil die Senkung der Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 letztlich nicht den erwarteten Erfolg gebracht hat. Ziel der Kampagne, die von der Agentur Studio Lebisch konzipiert wurde, ist es, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken und zum Nachdenken anzuregen. Die Partner der "Verkehrssicherheitskampagne 2003" sind der ORF, das Bundesministerium für Inneres, das Kuratorium für Verkehrssicherheit, die Heimatwerbung und der Österreichische Gemeindebund.

ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner: ORF leistet wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit

"Für den ORF ist Verkehrssicherheit seit jeher ein wichtiges Thema. Wir berichten darüber laufend in den Informationssendungen und Magazinen in Radio, Fernsehen und Online. Der 'Ö3-Verkehrsfunk' informiert - alle 30 Minuten und anlassbezogen - umfassend über die Verkehrssituation auf Österreichs Straßen. Ein zentrales Problem ist Alkohol am Steuer. Besonders junge Menschen müssen, wie die Statistiken belegen, informiert und aufgeklärt werden. Gerade sie unterschätzen oft das Risiko, das Alkohol beim Autofahren mit sich bringt. Die 'Verkehrssicherheitskampagne 2003' soll einen weiteren Beitrag dazu leisten", so ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner.

Selbstverständlich widmet sich der ORF - neben der Ausstrahlung der Verkehrsspots - in einigen Sendungsformaten dem wichtigen Thema:
"Willkommen Österreich" und "Willkommen News" informieren im Kampagnenzeitraum, "Eco" am Donnerstag, dem 9. Oktober, um 22.30 Uhr in ORF 2 zeigt den Beitrag "Tod durch Alkohol: 0,5 Promille schreckt nicht mehr ab", "Die Barbara Karlich Show" stellt am Freitag, dem 10. Oktober, um 16.00 Uhr in ORF 2 die Frage "Sei ehrlich: Bist Du Alkoholiker?", "25 das Magazin" berichtet ebenfalls zum Thema. Ö3 informiert über mögliche Selbstkontrolle, Exekutivaktionen, Opfer-Täter-Situationen etc.

Weitere Beiträge sind u. a. in "Bundesland heute", "help tv", "Bei Stöckl", "Vera" sowie in den Regionalradios geplant.

Innenminister Dr. Ernst Strasser: Alkoholunfälle um knapp fünf Prozent gestiegen

"In der Unfall-Halbjahresstatistik 2003 konnten wir einen Rückgang bei Unfällen mit Personenschäden und einen Rückgang bei den Verletzten verzeichnen. Bedauerlicherweise sind die Alkoholunfälle um knapp fünf Prozent gestiegen. Deshalb begrüße ich unsere gemeinsame Verkehrssicherheitskampagne 'Alkoholselbstkontrolle'. Mit dieser Kampagne soll informiert und gleichzeitig an das Bewusstsein der Verkehrslenker appelliert werden, sich selbst zu kontrollieren, bevor es andere tun. Ich unterstützte selbstverständlich jede sinnvolle Maßnahme, die dazu beiträgt, auch 'nur' einen Verletzten oder einen Verkehrstoten weniger auf Österreichs Straßen beklagen zu müssen. Ich betone ausdrücklich: Kontrolle ist nicht gleich Strafen - und Strafen ist erst die letzte Konsequenz. Verantwortungslose Verkehrsteilnehmer bezahlen mit Glück eine Strafe, im schlimmsten Fall mit ihrem Leben und sie gefährden Unschuldige", so Innenminister Dr. Ernst Strasser.

Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV: 0,5 Promille im Blut verdoppelt Unfallgefahr

"Leider ist eines unserer größten Sorgenkinder nach wie vor das Thema Alkohol. Viele Autofahrer sehen Autofahrten im volltrunkenen Zustand als Kavaliersdelikt an", zeigt sich Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) besorgt. "Nach der Herabsetzung der Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 vor knapp sechs Jahren ist die Diskussion über diese Art von Hochrisikolenkern wieder abgeflaut. Die Tatsache, dass die Unfallgefahr mit Alkohol im Blut rasant ansteigt, wird einfach ignoriert. Bei 0,5 Promille im Blut ist die Unfallgefahr mindestens doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand. Bei 0,8 Promille steigt diese Gefahr um das Vierfache und bei 1,2 Promille ist die Wahrscheinlichkeit eines kapitalen Crashs sogar zwölf Mal höher. Mit der neuen Kampagne gegen Alkohol am Steuer und dem Slogan 'Wenn ich fahr', dann trink' ich nicht' hoffen wir, einen weiten Personenkreis zu erreichen und die mittlerweile wieder angestiegenen Alkoholunfälle zu reduzieren."

Mag. Ferdinand Ploner, Geschäftsführer Heimatwerbung: 2.000 Plakatflächen österreichweit

"Wie kein anderes Medium stehen die Plakatflächen im öffentlichen Raum und direkt an den stark befahrenen Straßen. Deswegen sind sie besonders geeignet, diese Verkehrsaktion den Autofahrern zu vermitteln. Wir als Heimatwerbung haben uns daher gerne bereit erklärt, diese Kampagne mit 2.000 Plakatflächen österreichweit zu unterstützen", so Mag. Ferdinand Ploner, Geschäftsführer der Heimatwerbung.

Gemeindebund-Präsident Bürgermeister Helmut Mödlhammer:
Bewusstseinsbildung erreicht ihr Ziel am besten "vor Ort"

"Das Thema Alkohol am Steuer ist für die Verkehrssicherheit der Gemeinden von entscheidender Bedeutung, vor allem wenn man bedenkt, dass Bewusstseinsbildung ihr Ziel am besten 'vor Ort', nämlich dort, wo Alkohol konsumiert wird, erreicht", meint Gemeindebund-Präsident Bürgermeister Helmut Mödlhammer. "In den Ortsgebieten von Gemeinden waren allein heuer 93 Todesopfer zu beklagen - dabei ist bei jedem 14. Unfall Alkohol, zumindest eines Beteiligten, im Spiel. Der Österreichische Gemeindebund unterstützt diese wichtige Kampagne, um einen aktiven Beitrag zu mehr Sensibilisierung der Bevölkerung und zur Unfallvermeidung zu leisten."

In Österreich wurden im Jahr 2002 pro Woche rund 75 Menschen bei Verkehrsunfällen, bei denen Alkohol im Spiel war, verletzt. Durchschnittlich zwei Menschen wurden im gleichen Zeitraum getötet. Die Tendenz ist steigend.

Den Negativrekord beim Anteil an Alkoholunfällen halten das Burgenland mit 9,2 Prozent und Tirol mit 7,9 Prozent. Besonders junge Menschen - 20- bis 25-jährige - sind alkoholisiert, wenn sie mit dem Auto fahren. Mehr als 90 Prozent aller alkoholisierten Lenker sind Männer, der Anteil der Frauen steigt.

70 Prozent der Alko-Unfälle passieren in den Nachtstunden zwischen 18.00 und 6.00 Uhr. Zwischen Mitternacht und 4.00 Uhr sind fast 30 Prozent aller Unfälle im Straßenverkehr auf Alkohol zurückzuführen.

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