Loveparade-Erfinder Dr. Motte lobt ÖVP:"Sehr gut, dass ihr in Österreich über Werte diskutiert!"

Wien (OTS) - Welche Werte sind Menschen wichtig? Warum geht es
nicht ohne Werte? Diese Fragen standen gestern abend im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung des "Unkonvent" der Politischen Akademie der ÖVP im Wiener "Semperdepot". Unter der Leitung von Akademie-Direktor Günther Burkert-Dottolo diskutierten Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, Interio-Chefin Janet Kath, Philosoph Konrad Paul Liessmann, Loveparade-Erfinder Dr. Motte und der Musiker Marc Pircher, Gewinner des Grand Prix der Volksmusik 2003, ihre persönlichen Zugänge zu Werten.

Lopatka: ÖVP steht für bunte und offene Wertedebatte

ÖVP-Generalsekretär Reinhard Lopatka plädierte bei der Eröffnung der Veranstaltung für eine "bunte und offene" Wertedebatte. Es sei für die Politik sinnvoll, einen "Werte-Check" vorzunehmen und zu fragen, ob die bisherigen Werte für die Bewältigung der Zukunft ausreichend seien, oder ob man den politischen Wertekanon erweitern müsse, sagte er.

Interio-Geschäftsführerin Kath: "Werte sind, was wirklich wichtig ist"

"Werte sind das, was Menschen wirklich wichtig ist", erklärte Interio-Geschäftsführerin Janet Kath ihr Werteverständnis. "Ich trage für 150 Mitarbeiter Verantwortung und weiß: Wenn es mir und dem Unternehmen gut geht, dann geht es den Mitarbeitern und ihren Familien gut", betonte Kath den Wert der unternehmerischen Verantwortung.

Loveparade-Erfinder Dr. Motte: "Finde sehr gut, dass ihr über Werte diskutiert!"

"Jeder kann so sein, wie er will - das ist wie eine Familie, die sich gegenseitig unterstützt. Es gibt nur zwei Gesetze: Respekt und Toleranz", charakterisierte Loveparade-Erfinder Dr. Motte die Werte-Befindlichkeit der House und Techno-Szene. "Wir schaffen uns unsere eigene Welt. Beim Tanzen geht es nicht nur darum, von außen betrachtet zu werden, sondern darum, nach innen zu schauen. Durch die Musik habe ich mich selbst entdeckt. Ich möchte geliebt und verstanden werden. Das sind die wichtigsten Grundwerte überhaupt," erläuterte Dr. Motte sein Werte-Credo. Großes Lob gab es vom Loveparade-Erfinder für die ÖVP: "Ich finde es gut, dass ihr in Österreich über Werte redet", sagte er. In Deutschland sei das aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation leider nicht der Fall.

Grand-Prix-Gewinner Pircher: "Familie und Freunde sind das Fundament, das jeder haben sollte"

"Ich habe am Grand-Prix der Volksmusik mit der Einstellung teilgenommen, dass ich zeigen will, dass ich Freude an der Musik habe - und nicht, dass ich unbedingt gewinnen muss", illustrierte der heurige Grand-Prix-Sieger Marc Pircher sein Verständnis von Werten und Zielen. Pircher: "Das Fundament, das jeder haben sollte ist die Familie. Gibt es die nicht, dann sind Freunde und Lebenspartner wichtig."

Philosoph Liessmann: "Die Spaßgesellschaft gibt es gottseidank nicht mehr"

"Der Wert ist so ziemlich das Relativste, was es auf der Welt gibt", diagnostizierte der Philosoph Konrad Paul Liessmann beim "Unkonvent". Und: "Werte sind Töchter der Zeit". Als Beispiel nannte er den Spaß als "Zentralwert der Spaßgesellschaft." Noch vor wenigen Jahren habe "alles Spass machen müssen". "Die Spaßgesellschaft gibt es gottseidank seit zwei Jahren nicht mehr", sagte Liessmann. Der Philosoph brachte die zentrale Herausforderung in der Wertediskussion klar auf den Punkt: "Keine Gesellschaft kann ohne gemeinsamen Fundus an Werten existieren. Das Problem tritt dort auf, wo es darum geht, aus individuellen Werten Werte für die ganze Gesellschaft herauszufiltern. Die Frage ist: Nach welchen Kriterien könne wir uns auf die Werte einigen, die für alle wichtig sein sollen und auf die man auch diejenigen verpflichten kann, die diese Werte vielleicht nicht zu ihren subjektiven Werten erklären wollen?" Als seine persönlichen Wertefavoriten nannte Liessmann übrigens: "Gesundheit, Erfolg und geliebt werden."

Bildungsministerin Gehrer: "Jugend soll unkonventionell sein und über Sinn nachdenken"

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer stellte beim "Unkonvent" klar, dass es ihr - beim die "Wertedebatte" auslösenden "Presse"-Gespräch -um die Frage gegangen sei, was das Leben lebenswert mache. Diese Frage solle man heute mit jungen Menschen diskutieren. Sie erlebe in Gesprächen mit der Jugend viel Engagement und Freude an einem interessanten Beruf, wobei das Einkommen meist sekundär sei. Gehrers Credo: "Man soll die Herausforderungen des Lebens mit Engagement und Freude annehmen und vor allem mit positivem Denken. Mir geht es auf die Nerven, wenn Leute immer nur die negativen Seiten sehen." Gleichzeitig betonte die Bildungsministerin, dass man sich auch die Freiheit auf eine eigene Meinung herausnehmen sollte. Dies habe sie selbst stets so gehalten. An die Jugend appellierte sie deshalb, sich von "alten Regeln" nicht beeinflussen zu lassen. Gehrer: "Die Jugend soll unkonventionell sein, und darüber nachdenken, was ihrem Leben Sinn gibt."

Politische Akademie setzt Wertediskussion fort

Die Politische Akademie setzt nach der gestrigen Auftaktveranstaltung ihren Werteschwerpunkt im Rahmen des "Unkonvent" fort. Die nächsten Termine und Themen:

Wir "Ichlinge" 3. Dezember 2003 Solidarität / Verantwortung No more Blackouts 21. Jänner 2004 Gerechtigkeit / Nachhaltigkeit (Teil 1).

Weiter Informationen: http://www.modernpolitics.at

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Politische Akademie
Angelika Mayrhofer-Battlogg
Tel.: 01-814 20 - 55, 0664 - 824 80 59

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